Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1577796
IDH. 
2226. 
889 
kam aber dem Vater nicht ganz gleich. Er trat 1616 mit einer Folge 
von Blättern auf, welche die sieben Weisen Griechenlands vorstellen, 
mit einem Titelblatte: Septem Sapientum Graeciae Icones, manu de- 
lineaiae aereque cwpressae a Jacobo Gheynio juniore. Hagae C0- 
mitum 1616. Dieses Werk dedicirte er seinem Vater und Lehrer, 
welcher demnach 1616 noch gelebt hat. Ch. Kramm, De lenens en 
merken der lwll. en olaa-m. Ifunstschilders 8m. p. 517, corrigirt sei- 
nen Vorgänger Immerzeel, weil dieser den J. de Gheyn jun. 1610 in 
Antwerpen geboren lasst, kommt aber mit den Blättern von 1616 selbst 
nicht zurecht, weil sie der jüngere de Gheyn als Knabe von sechs 
Jahren gefertiget haben müsste. Dieser Künstler wurde 1596 in Haar- 
lem geboren, und war also 1616 fast 20 Jahre alt. Die Bildnisse der 
sieben Weisen Griechenlands sind breit radirt; aber von trockener Be- 
handlung, und erinnern nicht im Geringsten an die schönen Arbeiten 
des J. de Gheyn sen. Auf diesen Blättern kommt das erste und dritte 
Zeichen vor, welches Jacob De Gheyn Junior oder Jacob Jacobsz. 
De Gheyn zu lesen ist. Das zweite Monogramm findet man auf einem 
Blatte mit der halben Figur eines Triton, welcher auf einer Muschel 
bläst. In ähnlicher Form, aber mit einem rechts und links, so wie 
oben und unten dem kleinen s gleichenden Beisatz und der Jahrzahl 
1617 darunter, findet man das Zeichen auf einem Blatte mit Herkules, 
zu dessen Füssen ein Weib das Füllhorn ansschüttet. J. de Gheyn 
jun. radirte auch eine Folge mit den Aposteln und Evangelisten, er- 
stere in 4., letztere in Runden von  Durchmesser. J. de Jong 
spricht auch von acht Blättern mit den allegorischen Figuren der Tu- 
genden. Als Hauptwerk nennt man die mit C. Boel radirten und ge- 
stochenen acht Blätter, welche die Thaten des Kaisers Carl V. vor- 
stellen, gr. fol. Dazu gehört der Kaiser zu Pferd mit seinem General- 
stabe in der Schlacht bei Mühlberg, welchen Ch. Kramm nach dem 
Künstler-Lexicon einzeln nennt. Ein gleichgrosses Blatt nach A. Tem- 
pesta stellt den König Franz I. in der Schlacht von Pavia vor, gr.fol. 
Dann nennen wir auch noch drei geistreich radirte Blätter mit 
Studien von Köpfen. Sie sind D. G. in. et fec. bezeichnet, und II. 
N0. 1115 beschrieben. Auch auf das Monogramm DG II. N0. 1112 
verweisen wir. 
Immerzeel sagt, dass sich der Künstler einige Zeit in Italien auf- 
gehalten habe. Zu dieser Zeit sah er wahrscheinlich die Gruppe des 
Laokoon, welche J. de Gheyn 1631 111 Kupfer radirte, fol. Sie zeigt 
noch die Beschädigungen, und 1st somit vor der Restauration gezeich- 
net. Im Künstler-Lexicon kommt dieses seltene Blatt im Artikel des 
älteren J. de Gheyn vor, was Ch. Kramm übersehen hat; dagegen lie- 
fern wir ihm hier andere Supplemente. Das Todesjahr des Künstlers 
kennt weder der genannte Schriftsteller, noch Immerzeel. Letzterer 
sagt, dass derselbe vor dem Jahre 1650 nichts Besonderes geleistet zu 
haben scheint. Darüber wünschten wir noch näheren Aufschluss. 
2226. Johann David da Heem, richtiger Jan Davidszoon de Heem, 
 der eminente Meister in Darstellung von Blumen und 
JE Früchten, wurde 1600 zu Utrecht geboren und starb 1674 
. . in Antwerpen. Er kommt im Register der St. Lukas- 
gilde der letzteren Stadt 1636 als angehender Meister vor, scheint 
aber später wieder nach Utrecht zurückgekehrt zu seyn, wo er wenig- 
stens 1670 lebte, wie Ch. Kramm aus einem Transportbrief von dem- 
selben Jahre ersah. Dieser Schriftsteller fand im Register von St. 
Lukas zu Utrecht unter den Jahren 1668 und 1669 auch einen an- 
deren Kunstmaler Jan de Heem erwähnt, welchen er für einen Neffen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.