Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1569687
255 
256. 
255. Medailleure und Münzmeister, welche Stempel G. P. zeich- 
G P neten. Schlickeysen, Abkürzungen aufMünzen und Medaillen 8x0. 
  S. 127, geht kurz darauf ein. 
Giampietro Gastaudi, Münzmeister in Turin von 1517-1519, 
wird von Schlickeysen genannt. 
Georg Pfründt, Bildhauer, Architekt und Stempelsehneider, ist 
oben unter dem Monogramme No. 245 bereits als muthmasslicher Form- 
schneilder eingifüämrt. Nach Schlickeysen scheint er auch Stempel G. P. 
gezeic net zu a en. 
Giovaiini Pozzo von Mailand gilt als der Verfertiger einer Reihe 
von Medaillen mit den Bildnissen der Päpste von St. Petrus an bis 
gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Auf den meisten dieser handwerks- 
mässigen Produkte stehen die Buchstaben G. P., welche auf G. Pozzo 
gedeutet wurden. Eine Medaille von Sixtus IV. aus dieser Reihe ist 
aber mit G. PALADINO bezeichnet, und diess ist nun der Verfertiger 
der Medaillen. Die Mehrzahl dieser Bildnisse von Päpsten hat er nach 
guten Originalmedaillen gefertiget, sie haben daher grosse, wenn auch 
verzerrte Aehnlichkeit. Nur für wenige scheint er kein Original ge- 
habt zu haben, wie für die Medaille Pius II., dessen Züge erfunden 
sind. Andrea Guacialoti da Prato hat diesen Papst nach dem Leben 
modellirt, der Medaillon desselben ist aber sehr selten. Er lag auch 
den Bearbeitern des Tresor de {Vumzsmatzque et_ Glyptzque nicht vor, 
und sie nahmen daher die Medaille des G. Paladino iür Original. Es 
ist diess auch noch mit einigen anderen Bildnissen der Päpste der 
Fall, welche im Tresor nach den schlechten restituirten Dciikmünzen 
des G. P. abgebildet sind. Nach Schlickeysen lebte ein Medailleur 
Namens Gio. Pozzi in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Rom. 
Den handwerksmässigen Verfertiger der Series Imaginum Pontificum 
Romanorum setzt man gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Der jüngere 
Pozzo (wenn je der Alte gelebt hat) war der Zeitgenosse des Hame- 
rano, und wird ebenfalls G. P. gezeichnet haben. 
Gaetano Pignoni, Stempelschneider in Bologna von 1786-1795. Es 
werden sich Münzgepräge mit G. P. finden. Seiner erwähnt Schlickeysen. 
256. Unbekannter Formschneider oder Zeichner. welcher um 
G-B- 1710- 1740 in Venedig thätig war. In Druckwerken des Seba- 
9-2. stiano Coleti, der Balleoni u. s. w. findet man Vignetten mit den 
Initialen des Namens. Eine derselben mit den ersten Buchstaben Stellt 
die vor einer Tafel sitzende Minerva. vor. Diese Tafel, auf welcher 
ein Engel mit Kranz und Füllhorn vorgestellt ist, wird von Merkur 
und einem Genius gehalten. Zu den Füssen der Minerva sitzt ein 
Genius mit Buch und Griffel, und ein zweiter trägt den Caduceus. 
Diese Vignette findet man in Gattolaüs Werk: Ad Historiam Abbatiae 
Cassinensis Accessiones. Venetiis, S. Coleti 1734, fol., dann auch 
noch in Copie in Rupprechtls Notae histqricae in universum jus 
canonicunz. Venetiis, S. Coleti 1764, fol. Eine andere G. P. gezeich- 
nete Vignette zeigt innerhalb einer schnörkeligen Einfassung mit 
Adlern und Engeln eine gekrönte Frau hinter einem Engel mit dem 
aufgeschlagenen Buche. Diese Vignette ist auf dem Titelblatte von 
C. Guyeüs Hortologia sive de festis propriis  Veneliis, Balleoni 
1729, fol. , eingedruckt. Eine andere Vignette dieses Werkes zeigt 
zwei in einen Laubschnörkel ausgehende Tritonen , welche eine Larve 
bekränzen. Die zweiten Buchstaben, welche wohl demselben Künstler 
angehören, stehen unter einem Buchdrucker Signet mit dem innerhalb 
einer Schnörkeleinfassung in Flammen aufsteigenden Phönix. Auf dem
        

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