Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1577389
848 
2074- 
2074. Unbekannter Radirer, welcher im 18. Jahrhundert den 
J C F 2 ersten und den letzten Versuch mit der Nadel gemacht 
' ' 8m ' haben dürfte. Man findet ein Blättchen, welches einen 
vor der Hütte auf dem Fasse sitzenden Bauer vorstellt. Neben ihm 
steht ein Krug, und an der Mauer ist ein Kästchen mit Geräthschaften 
befestigt. Dieses Blatt ist skizzenhaft und ohne Verständniss behandelt. 
20751 Daniel Ghodowiecki legte sich manchmal einen fremden 
I. C. del, Namen bei, wie Huquzäzr, J. Vogel, und auch mit den 
 Buchstaben J'C' zeichnete er ein satyrisches Blatt. Ein 
elegant gekleideter französischer Cavalier mit dem Ludwigsorden steht 
auf kothigem Wege bei Regenwetter vor einem Dorfe, und hält den 
dreispitzigen Hut unter dem Arme. Seine entknöpfte Weste zeigt, 
dass er hemdlos ist. Einer seiner Bedienten ist barfüssig, der andere 
stillt verstohlen seinen Hunger, und der ebenfalls strumpf- und schuh- 
lose Kammerdiener und Leibfriseur reicht ihm mit tiefem Bückling 
eine Prise Tabak. Ein deutscher Michel trägt dem hohen Herrn 
Hemd und Kappe an, und verwundernde Dorfbewohner begaiien die 
Fremdlinge. Ein im Vorgrunde mit seiner Frau stehender Landmann 
liest aus dem Buche die Deutung dieser seltsamen Erscheinung: Die 
Franfofe komt ins Teütsch land hals keinhemde an. Im Hinter- 
grunde bemerkt man die Zelte eines Lagers. Im unteren Rande steht: 
I' 0' del:  W. Forz: Scul. London.  The Coming of the French 
in Germany. An Ifumft die Frdnlzofera in Teütsch Land. H. 6 Z. 
7L. Br.8Z.4L. 
Dieses radirte pseudonyme Blatt gehört zu den frühesten Arbeiten 
des D. Ohodowiecki. F. v. Bartsch (die Kupferstichsammlung in Wien 
S. 157) beschreibt es, und verkennt darin nicht die Hand dieses Künstlers. 
2076. Jakob Gallot scheint durch diese Buchstaben seinen Namen 
J C E dcl angedeutet zu haben. Man findet sie auf einem Blatte 
' ' q" ' von Israel Silvestre, welches eine Ansicht am Nil gibt. 
Unten in Mitte des Randes steht: Deifout Et Sindion, vues en des- 
cendant le Nil. H. 4 Z. 2 L. und 5 L. Rand. Br. 8 Z. 6 L. 
2077- Juriaan Gootwyck, Goldschmied und Kupferstecher, geb. 
J- C f Ä zu Amsterdam 1714, hinterliess eine bedeutende 
ja" 77 7 Anzahl von Blättern, welche Zeichnungen nach- 
ahmen, und daher von besonderem Interesse sind. 
Im Gatalog der Sammlung des Baron van Leyden 
 e] van Vlaardingexi war sein Werk mitProbedrücken 
(7 in 175 Blättern, welche aus der Hand des Künst- 
KOLÜ] ' lers stammen. R. Weigel, beschreibt im Kunst- 
katalog N0. 11,375 ein Exemplar von 60 Blättern, zum Theil in mehr 
oder weniger vollendeten Abdrücken. Da das vollständige Verzeichniss 
im Künstler-Lexicon fehlt, geben wir hier dasselbe, obgleich das Zeichen 
nur auf wenigen Blättern vorkommt. 
1) Das Bildniss des Meisters, in Kreidernanier. H. u. Br. 2 Z. 11 L. 
2) Der Knabe mit der Hand am Backen beim Lehnstuhl, nach 
Rembrandt, in Bistermanier. H. 7 Z. 7 L. Br. 5 Z. 4 L. 
3) Der sich kratzende Bauer, nach A. van Ostade, in Kreide- 
manier. H. 3 Z. 4 L. Br. 1 Z. 7 L. 
4) Derselbe Gegenstand von einer anderen Platte, blaufarbig ge- 
druckt. In derselben Grösse. 
5) Dasselbe Blatt mit dem Pinsel colorirt. 
6) Dasselbe Blatt farbig gedruckt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.