Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1576962
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1 944. 
hat. Heller (Gesch. der Holzschneidekunst S. 128) und andere wollten 
dieses Werk dem Hans Burgkmair zuschreiben, woran aber nicht zu 
denken. Den Jörg Brue und den Jörg Brey führten wir zuerst in die 
Kunstgeschichte ein, und wenn Passavant einen Georg Brew festhält, 
so mag darunter unser J. Brue verborgen sein. Das Augsburger 
Handwerksbuch gibt einen urkundlichen Beleg. 
1944. Der Meister mit dem Vogel wird jetzt gewöhnlich Giovanni 
 Battista del Porto genannt, und man bringt ihn nach 
{B der Vermuthung des Abbe Zani (Maleriali drc. p. 134) 
' mit dem Modeneser dieses Namens in Berührung, dessen 
L. Vedriani in der Raccolta de? Pittori, Scullori ed Architem" M0- 
denesi 1662 erwähnt. Zaui verspricht den näheren Nachweis, hatte 
ihn aber nicht geliefert, und somit hann der Künstler eben so gut 
auch Joh. Baptist Osello, Uccello und Passera heissen, wie andere 
glaubten. Der Meister mit dem Vogel gehört der lombardisch-venetia- 
nischen Schule an, es mag nun im Vogel sein Name liegen oder nicht. 
Wenn dieser eine so grosse Bedeutung hätte, so könnte man sogar 
auf ein Mitglied der Familie Francia schliessen. Auf einem Gemälde 
von Jacopo und Giulio Francia. im Museum zu Berlin steht neben der 
Künstler-Inschrift noch ein, Specht. Diese Künstler blühten um 
1500-1540, und unser Meister tritt um 1503 auf. Man kennt Kupfer- 
stiche und Holzschnitte von diesem Künstler. Erstere verrathen die 
Bekanntschaft mit den Blättern des Albert Dürer, doch bildete er sich 
eine eigenthümliche Manier aus, indem er ätzte und mit der Schneid- 
nadel vollendete. Dass er den A. Dürer studirt, beweisen einige seiner 
landschaftlichen Hintergründe, welche Stichen dieses Meisters entnom- 
men sind. Das Blatt mit der Leda lässt auch schliessen, dass der 
Meister mit dem Vogel in Rom gewesen ist. Im Hintergrunde sind 
die Ruinen des Tempels der Minerva Medica abgebildet. Diese Corn- 
position stimmt ganz mit einem Gemälde von 1502, welches 1851 in 
Hannover aufgefunden und für ein Werk des Leonardo da Vinci er- 
klärt wurde. Es ist im deutschen Kunstblatt 1851 No. 8 beschrieben, 
die Aechtheit aber nicht allgemein anerkannt. Man könnte dieses Ge- 
mälde dem Meister mit dem Vogel zuschreiben, wenn auch die Ueber- 
einstimmung mit dem Kupferstiche nicht vollkommen ist. Das vierte 
Kind, welches den Hals des Schwanes umfasst, fehlt und der land- 
schaftliche Hintergrund ist ganz verschieden, da die Tempelruine weg- 
gelassen wurde. 
Bartsch XIII. p. 244 ii". beschreibt 7 Kupferstiche und 3 Holz- 
schnitte von diesem G. B. del Porto. Seine Blätter stehen in hohen 
Preisen. Jenes mit dem wilden Manne B. 7 bezahlte Woodburn aus 
dem Cabinet Sykes mit 8 L. Andere Blätter gingen bei der Auktion 
zu 3 L. 8 Sh. (B. 2), 2 L. 12 Sh. (B. 4), 1 L. 15 Sh. (B. 6) weg. 
Die Holzschnitte wurden mit 1 L. 6-10 Sh. bezahlt- Weigel werthet 
das Blatt mit dem Raub der Europa B. In auf 20 Thl. 
1) St. Sebastian mit beiden Händen an den rechts stehenden Baum 
gebunden, und ein Mann, welcher mit der Armbrust nach ihm zielt. 
In der Mitte unten das Zeichen. H. '7 Z. 7 L. Br. 5 Z. 3 L. 
2) Die nackte allegorische Figur der Prudentia mit Spiegel und 
Schlange in den Händen. Istantia earpendo praeleritis sequentia 
neclo. Unten I B mit dem Vogel. H. 23,74 Z. Br. 2 Z. 
3) Die Roma, oder Schutzgöttin Roms auf einem Haufen von Waf- 
fen der besiegten Völker sitzend. Unten sind die Buchstaben I B und 
der Vogel. H. 8 Z. 2 L. Br. 5 Z. 10 L. Diese Vorstellung hat 
Hieronymus Hopfer und ein anonymer alter italienischer Meister nach- 
gestochen.
        

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