Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1576956
1942  1943. 
805 
diesen Meister oben No. 703 gehandelt, und verweisen im Uebrigen 
auf jenen Artikel. 
1942- Jean Boulanger, Zeichner und Kupferstecher von Amiens 
W oder Troyes, fand oben unter H B N0. 705 eine Stelle, da 
f man auch diese Buchstaben im Monogramme vermuthen kann. 
Der Künstler wollte aber J B zeichnen, was nicht ganz klar hervor- 
geht. Im Uebrigen verweisen wir auf N0. 705 dieses Bandes. 
1943. Jörg Brue und Jörg Brey werden im Malerhandwerksbuche 
der Stadt Augsburg zwei Maler genannt, wovon der erstere 
1536, der andere 1547 starb. Wir haben es hier mit dem 
älteren und mit dem jüngeren Meister zu thun, da der 1536 
1 , verstorbene Jörg Brue das Fornischnittwerk mit der Geschichte 
der Susanna von 1540 nicht gefertiget haben kann, was wir 
gegen Passavant P. gr. III. p. 294 bemerken. Der genannte 
I Schriftsteller hält den Namen Georg Brew fest, weil auf dem 
Gemälde der Schlacht von Zama in der k. Pinakothek zu 
München ausser dem Buchstaben b I. N0. 1603 auch der Name IOBG 
BREW (PBEW) steht. Wir halten diesen J. Brew oder Prew mit 
unserm Jörg Brue für Eine Person, da die wechselnde Orthographie 
bei den Alten in keinen Betracht kommt. Derjenige, welcher den Jörg 
Brue 1536 in,s Zunftbuch eiutrug, konnte eben so wohl Breu statt 
Brue schreiben, und die Lesart Brew stimmt ganz mit Breu. Von dem 
älteren Jörg Brue oder Brew ist dann das Gemälde mit der Anbetung 
der Könige im Spital zu Coblenz, auf welchem das erste Zeichen 
zwischen der Jahrzahl 15 18 steht. Ein zweites Gemälde, welches die 
halbe Figur der Madonna in einer Landschaft vorstellt, enthält das- 
selbe Zeichen mit der Jahrzahl 1523, wie wir es I. N0. 1604 gegeben 
haben. Im Museum zu Berlin ist ebenfalls ein Bild der Madonna mit 
dem Kinde, auf welchem ein dem ersten ähnliches Zeichen mit der 
Jalirzahl1512 vorkommt. Im Cataloge No. 597a wird es dem H. Bnrgk- 
mair zugeschrieben. Diese Gemälde, wie jenes mit der Schlacht von 
Zama, erinnern viel an Hans Burgkmair, und die gegebenen Zeichen 
wurden und werden noch immer diesem Meister zugeschrieben, von 
welchem sie aber nicht herrühren. 
Wir haben über den Jörg Brue schon im ersten Bande unter b 
N0. 1606 gehandelt, {da man IB nicht _leicht lesen wird. Wir haben 
auch Holzschnitte beschrieben, welche wir jetzt für Jörg Brey (1- 1547) 
in Anspruch nehmen, während Passavant nur einen Georg Brew, un- 
sern Brue oder Brey, annimmt. Dieser Brey, dessen das Zuuftbuch 
erwähnt, wäre dann der Georg Brey, welchem Paul Behaim in seinem 
handschriftlichen Gataloge von 1618 die Verspottung Christi zuschreibt. 
1) Die Verspottung Christi im Prätorium, B. VII. p. 448. In 
Wolfgang von Man's Passion. Ygl. I. N0. 1606. 
2) Christus am Kreuze mit Maria und Johannes. Ad famulil 
tuum dcc. Links unten am Steime das Monogramm. H. 8 Z. 11 L. 
Br. 5 Z. 3 L. Passavant N0. 2. 
3) Die Geschichte der Susanna 1540. Vgl. I. No. 1606. 
4) Ein grosser Formschnitt in fünf Blättern mit der Ueberschrift: 
Römischer kaiserlich Majestät Caroli des fünften Belelmung über 
das Haus Oesterreich. Unten ist längerer Text mit der Adresse: 
Gedruckt zu Aulqspurg bey Hainrich Stayner und verlegt bey Hans 
Tyrol MDXXXV   
Auf dieses Werk geht Passavant nicht ein. Es ist mit den Initia- 
len bezeichnet, und von der Hand desjenigen Meisters, welcher die 
Geschichte der Susanna und die Verspottung des Heilandes geschnitten
        

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