Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1576418
1781. 
751 
reits im Kampfe mit dem von rechts eindringenden Feinde ist. Zwischen 
beiden spielen die Kanonen. Dieselbe Darstellung, welche nur in 
Nebensachen verschieden ist, radirte Amman schon 1564, und die Platte 
von 1566 diente demnach nur zum Ersatz. Die frühere Platte trägt 
das Monogranim I A, und ist also leicht zu erkennen. H. 10 Z. 3 L. 
Br. 20 Z. 3 L. Die Initialen mit dem Kreuze und dem Dolche, über 
welchen wir am Schlüsse naher handeln, findet man auf dem Blatte, 
welches den Anfang einer Schlacht versinnlichet. Zwei Armeen rücken 
gegen einander, die Geschütze vor der Front spielen, und Plänkler zu 
Fuss und zu Pferd sind im Kampfe. Am Oberrand der Platte sieht 
man Städte am Flüsse, und unten in der Mitte das Zeichen, doch et- 
was kleiner. H. 3 Z. 8 L. Br. 13 Z. 8 L. Die Angabe der Masse 
bei Bartsch N0. 12 ist irrig, indem man überhöhte Vorstellungen an- 
nehmen muss, während sie in die Breite gehen. Becker zeigt die 
Blätter mit den Schlachten bei der Beschreibung des Fronspergeüschen 
Kriegsbuches S. 30 unter den Holzschnitten an, darunter auch jenes 
von 1566 ohne Massangabe. Die erwähnte Radirung von 1564 ist ihm 
nicht vorgekommen. Wir haben unter dem Monogramme I A die Radir- 
ungen in Fronspergeüs Werk aufgezählt, und das Mass der einzelnen 
Blätter angegeben. 
Schliesslich kommen wir noch auf den Dolch zurück, welcher auf 
Holzschnitten und Radirungen vorkommt. Man nimmt gewöhnlich an, 
dass dieses Instrument auf Holzschnitten für ein Schneidemesser gelte, 
und glaubt, dass dadurch der zeichnende Künstler die Eigenhändigkeit 
des Schnittes andeuten wollte. Dagegen eifert Passavant in Dr. Nau- 
mann's Archiv für die zeichnenden Künste VII. S. 86, und er will ge- 
funden haben, dass es bei den jungen Schweizern, namentlich im sech- 
zehnten Jahrhundert, sehr üblich war, als Landsknechte in fremde 
Dienste zu treten, und dass daher dieselben durch das Dolchmesser 
beim Namenszeichen ihre Bravour der Nachwelt verkünden wollten. 
Jobst Amman kam schon frühe nach Nürnberg, niemand aber weiss 
von seinen Diensten als Landsknecht der alten Reichsstadt. Der Dolch 
ist nur auf ein paar Radirungen beigefügt, und er vertritt daher sicher 
die Stelle der Radirnadel, so wie wir unter dem Monogramme I A 
gesehen haben, dass das Schneidemesser sich nur auf ihn als Form- 
Schneider beziehen kann. Dieses Monogramm kommt ebenfalls auf Holz- 
schnitten in Fronspergefs Kriegsbuch vor, und wenn es dem Künstler 
zu thun gewesen wäre, sich als Soldaten kund zu geben, so würde 
er nicht ermangelt haben, dem Monogramme auf Holzschnitten den 
Dolch beizufügen. Die Hypothese Passavanüs scheint zu hinken. 
1781. Jobst Amman, der vorhergehende Meister, deutete auch 
durch. diese Initialen seinen Namen an, doch muss man 
z!  AK den Ludwig Frig genannten Meister L F als Formschneider 
nehmen. So wie hier gegeben, steht das Zeichen auf der 
von C. Becker nicht genannten Titelvignette des Züricher Buchdruckers 
Froschover, welche wir unter dem Monogramme Amman's nicht er- 
wähnt habenp In einem reich verzierten Oartouche, oben mit den 
allegorischen Figuren des Glaubens und der Hoffnung, und unten 
mit zwei nackten Knaben, steht ein Weidenbaum, an desen Fuss ein 
nackter Knabe auf dem Frosche sitzt. In der Landschaft sind noch 
zwei andere Frösche._ Unten in der Mitte des Zierrahmens bemerkt 
man das Zeichen. Die Vignette wurde zu folgendem Werke benutzt: 
Consensus Orthodowus S. Scripturae et Veteris Ecclesiae de Sen- 
tentia et Veritate Verborum Coenae Dominicae. Tiguri, Froschover 
1685.
        

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