Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1576364
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1775. 
25) Zwei nackte Männer mit Streitäxten im Kampfe gegen einen 
von fünf Pfeilen durchbohrten Centauer, welcher sich mit Schild und 
Keule vertheidigt. Dieses Blatt beschreibt Bartsch X. pag. 60 No. 42 
unter den Stichen unbekannter Meister. In Ottley's Catalog No. 896 
wird es dem sogenannten Meister mit der Weberschütze zugeschrieben. 
H.5Z.6L. Br.7Z.10L. 
26) Vier stehende Männer in bizarem Costüme, von welchen einer 
rechts die Keule auf den Boden stützt. Links unten in der Ecke ist 
das Zeichen. H. 5 Z. 7 L. Br. 4 Z, Cabinet Gicognara II. No.l585_ 
1775. Giovan oder Zoan Andrea Vavassoro, genannt Guadagnino 
oder Vadagnino, Holz- und Metall- 
schneider, entwickelte in den ersten 
Decennien des 16. Jahrhunderts zu Ve- 
 nedig grosse Thätigkeit. Er schnitt eine 
   A Ä, A -  grosse Anzahl von Blättern, und besass 
-I-  auch eine Druckerei. Werke mit seinem 
Namen haben wir schon im Künstler- 
Lexicon XIX. S. 482 aufgezählt, hin- 
sichtlich der Bezeichnung waren wir 
aber damals noch nicht ganz im Klaren. Dieser Künstler signirte, 
wie oben gegeben, ZA bediente sich aber auch ein Kupferstecher, 
dessen Blätter von jenen des Vavassore in Zeichnung und Schrafirung 
sehr verschieden sind. Diese Kupferstiche entsprechen denen des Man- 
tegna, und sind zum Theil wenigstens nach Zeichnungen dieses Meisters 
gestochen. Andere Blätter verrathen Vorbilder von Leonardo da Vinci, 
Albr. Dürer und Giovanni Antoino da. Brescia. Einige der von Bartsch 
XIII. p. 295 dem Meister Z A zugeschriebenen Blätter sind ganz in 
der Weise des Zoau Andrea da Brescia. behandelt. Duchesne ainä irrt 
aber, wenn er die Stiche dieser beiden Meister einemund demselben 
Kupferstecher zuschreibt. Der Meister Z A, welchen man ebenfalls Zoan 
Andrea nennt, war nur ein untergeordneter Künstler, und meist, wenn 
nicht immer, Copist. Er ist aber doch nicht der Copist der unten er- 
wähnten apocalyptischen Bilder nach Albrecht Dürer, welche I A, Z A, 
)Z4 A1 D4 , und zum vIDREA: gezeichnet sind. Diese Metallschnitte 
sind von der Hand des nicht ausgezeichneten Zoan Andrea Vavas- 
sore detto Vadagnino oder Guadagnino, welcher auch IOG. 
zeichnete. Im Künstler-Lexicon I. S. 144 sind die Holz- und Metall- 
schnitte mit den gegebenen Zeichen dem Kupferstecher Zoan Andrea 
muthmasslich zugeschrieben, was dadurch berichtiget ist. 
Vavassore scheint sich in seiner späteren Zeit zum Bücherverlage 
hingewandt zu haben. erzschild mit Z A V kommt in der Sedez- 
Ausgabe des Offictä h ade.  Venetiis in aedibus lucantonü 
iunti 1524 die 12 Jan iy vor. Etwas abweichend ist der Schild 
mit diesen Buchstaben in: D5 Buggero di Bartolomeo lwrivolo canli 
qualro, kl. 8. Complicirter in Verbindung mit dem oben gegebenen 
Schilde, und einem beigefügtem Castelle, ist dieses Verlagszeichen in 
einem Bändchen mit 523Blättern Oltave rime, mit der Adresse am 
Ende: Per giovanni Andrea Vavassore detto Guadagnino et Florio 
fratello Ne Anno del Signore MDXXXXIIII. Nach 1544 dürfte 
Vavassore nicht lange mehr gelebt haben, da er schon zu Ende des 
15. Jahrhunderts thätig war. Er ging wohl aus der Kaste der Brief- 
maler oder Briefdrucker hervor. Auf die mit dem Namen bezeichneten 
Werke gehen wir hier nicht ein, und verweisen in dieser Hinsicht auf 
das Künstler-Lexicon XIX. p. 482 d". Unter Z A werden wir nur auf 
diesen Artikel verweisen, dem Kupferstechcr aber seine Stelle sichern.
        

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