Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1575994
1663. 
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war, so dass esbald hier, bald anderswo druckte.. Heller sagt in seiner 
Geschichte der Holzschneidekunst S. 123, dass Hans Wurm 1491 zu 
Regensburg als Geistlicher und Notar lebte, und dass er von 1501 an 
in Landshut als Buchdrucker erscheine. Ob Hans Wurm dem geist- 
lichen Stande angehört habe, bleibt dahingestellt, Priester war aber Hans 
Weyssenburger, welcher in Landshut die erste ständige Druckerei er- 
richtet hatte, wie aus dem vorhergehenden Artikel zu ersehen ist. 
Uebrigens ist Hans Wurm in Landshut documentirt, und wohl jener 
N. Wurm, von welchem Aretin im literarischen Handbuche für bayer- 
ische Geschichte die 1501 in Landshut gedruckte Chronik des Ebran 
von Wildcnberg nennt, 4. Dieser N. Wurm kann Hans Wurm seyn, 
indem statt des Taufnamens, welchen man nicht kennt, öfter N gesetzt 
wird. Oefele kennt indessen dieses Druckwerk nicht, sondern sagt in 
den Scr-iptores rerum boirarum geradezu, dass enselbst die in deut- 
scher Sprache verfasste Chronik des Ebran von Wildenberg zuerst an 
das Licht gestellt habe. Von Hans Wurm ist aber ein äusserst seltenes 
xylographisches Ringerbuch in 12 Quartblättern vorhanden, welches 
Sotzmann im Serapeum 1844 S. 39 beschreibt. Auf dem ersten Blatte 
steht: Das ist ein hybsclt l ring byechlin, und auf dem zweiten be- 
ginnt derText. Am Ende liest man in grossen deutschen Buchstaben: 
Gedruckt zu Landshut  Hanns Wurmm. 
Zwischen der oben und unten stehenden Zeile des ersten Blattes 
ist das Wappen von Landshut mit drei Helmen eingeschnitten. 
Diess ist das Wappen der niederbayerischen Stadtliandshut, nicht 
Landshut in Mähren, wohin man auch den Kupferstecher Mair von 
Landshut versetzen will. Einen Kupferstich des letzteren, das soge- 
nannte gothische Haus, unter dessen Thüre die Frau mit einem Manne 
spricht, beschreibt Bartsch VI. pag. 370. Rudolph Weigel nennt einen 
Holzschnitt mit derselben Vorstellung im Kunstkataloge N0. 9453. Das 
Exemplar, welches er besass, ist auf braunes Papier gedruckt, und mit 
dem Pinsel weiss geliöht, so dass das Blatt für ein Clair-obscui- ge- 
golten hat. Unten links steht der Name HANS, rechts WVRM; Höhe 
8 Z. 4-5 L. Br. 6 Z._ Der Maler und Kupferstecher Mair, dessen 
Name auf dem Kupferstiche steht, lebte zu Landshut, und somit ist 
der Formschncidei- Hans Wurm, der Drucker des Ringerbuches, welches 
leider kein Datum tragt, der Verfertiger des Holzschnittes. Westen- 
rieder, Beiträge zur bayer. Geschichte I. S. 404, spricht von einem 
grossen Holzschnitt mit der Hochzeit zu Cana, auf welchem der Name 
des Hans Wurm vorkommen muss, da er sagt, dass dieser Meisterver- 
muthlich ein alter deutscher Formschneider sei. Von einem Buchdrucker 
dieses Namens hatte Westenrieder keine Kunde. 
Ausserdem handelt es sich _hier_noch um einen Holzschnitt mit dem 
gegebenen Zeichen, welchen wir mit grosser Wahrscheinlichkeit dem 
Hans Wurm zuschreiben können. Dieser Holzschnitt gibt auf drei 
Blättern die Leidensgeschichte des Heilandes, welche nach der Länge 
zusammengefügt ein Tableaii mit vielen Scenen bilden, nach alter Weise 
von unten nach oben geordnet. Auf dem Blatte links sitzt unten in 
einem geöffneten Gebäude Christus mit den Jüugern beim Abendmahle, 
über diesem Gebäude erscheint er am Oelberge, und weiter oben ist 
seine Gcfangennehmuug vorgestellt. Rechts oben wird er vor den 
Richter geschleppt, in der unteren Abtheilung ist Jerusalem überein- 
andergebaut, und vom Mittelpunkte aus zieht Christus auf dem Esel 
durch das Thor der Stadt. Auf dem mittleren Blatte entwickeln sich 
in ähnlicher Weise die Gerichts-Scenen, und gehen nach rechts hin- 
über. Die Stadt ündet auf dem dritten Blatte durch eine Mauer den
        

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