Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1575778
HVF. 
1639. 
687 
H VE scheint mit Jobst Denecker in Augsburg in Berührung gekommen 
zu seyn, indem sein Zeichen auf einem Blatte des Todtentanzes vor- 
kommt, welcher 1544 bei Denecker in Augsburg erschien. Allein es 
ist wieder zu berücksichtigen, dass es sich weniger um den Basler- 
Todtentanz, als um jenen des Nikolaus Manuel Deutsch in Bern han- 
delt, indem die weltlichen Stände den geistlichen nachgehen, wie im 
Berner Todtentanze. Die weiblichen Figuren setzte der Zeichner aber 
alle an den Schluss vor der Mutter und dem Kinde, und dem Wappen 
des Todes. Ueberdiess findet man in dem Todtentanze mit Denecker's 
Adresse von 1544 ein Blatt, wozu das Vorbild in keiner der bestehen- 
den Ausgaben des Todtentanzes vorliegt. Der Ehebrecher buhlt mit 
der Genossin seiner Lust im Bette, und der Ehemann stösst beiden 
das Schwert durch den Leib. Der Tod greift der Buhlerin mit der 
rechten Knochenhand in das Haar, und StöSSt mit der Linken den 
Schwertgriff tiefer hinein. Dieses grässliche Bild wurde vielleicht von 
der Zeit getadelt, und Jobst Denecker ersetzte es bei einer zweiten 
undatirten Ausgabe ohne seine Adresse durch ein anderes Bild, wel- 
ches sein Zeichen trägt, wie II. No. 901 zu ersehen. Der Zeichner 
zu den Holzschnitten des unter Deneckeüs Adresse bekannten Todten- 
Tanzes kann nicht wohl in Augsburg gelebt haben, und somit könnte 
jener Monogrammist mit dem verkehrten Zeichen H VE im zweiten 
Bande No. 1798 wohl Eine Person mit unserem Meister seyn, da dieser 
in Zürich gelebt hat, und also auch den Berner Todtentanz, und jenen 
des Hans Holbein vor Augen haben konnte. Derselbe Todtentanz mit 
den derb und sicher geschnittenen Bildern, mit Ausnahme der Holbeinü 
sehen Vorstellungen des Sterndeuters und des Kriegsmannes, welche 
aber auch in der Augsburger Ausgabe fehlen, wurde in St. Gallen 
nachgedruckt, so dass also auch daraus ein gewisses nationales An- 
recht hergeleitet werden kann. Dieser Nachdruck hat den abweichen- 
den Titel: Todtentantz l Durch alle Stendt l der Menschen l u. s. w. 
Gedruckt zu St. Gallen bey Leonhart Straub MDLXXzliL, 4. 
Das obige Zeichen mit dem Beisatze TIGVRTI, iindet man auf der 
Titelvignette folgenden Werkes: Rudimentorum cosmographicorum 
Joannis Honteri Coronensis libri tres cum tabellis geographicis ele- 
gentissimis. Ttgurt apud Froschoverum Anno MDXLVL, 8. Die 
Vignette stellt eine Hemisphäre vor, mit der Schrift: VINIVEBSALIS 
COSMOGRAPHIA. Derselbe Holzschnitt findet sich auch auf dem Titel 
einer späteren Sammlung von Landkarten vor: Landtaflen. Hterrinn 
findst du lieber Läser schöner recht und wolgemachter Landtaften 
Xllfnamltch ein Allgemeine Eurupae : demnach etltch reychs, und der 
allgemeinen Eygenoschafft etc. Getruckt zu Zürych in der Froschow, 
by Christoffel Froschmoer M.D.LXII., fol. Diese Karten sind gut 
geschnitten, im Uebrigen aber geographische Carrikaturen. Das Meer 
ist mit übergrossen Fischen und fabelhaften Seetbieren belebt. Häufig 
sind Wappen von Ländern und Städten angebracht. Auf dem zweiten 
Blatte ist das Wappen des schweizerischen Chronikschreibers Johannes 
Stumpf beigefügt. Das Blatt der ganzen Eidgenossenschaft enthält das 
Wappen des Christoph Froschower mit den Buchstaben C. F., II. No. 21. 
 1639. H. V. Fisch, Glasmaler in Solothurn, war um 1620-1645 
0 0 thätig, kam aber im Verlaufe der Zeit in Vergessen- 
W-M heit, da seine Glasmalereien vielleicht zu Grunde 
, gegangen sind. Man findet aber noch Zeichnungen, 
welche mit der Feder umrissen, und zuweilen leicht angetuscht sind. 
Auf solchen Zeichnungen kommt das Monogramm, und auch der Name 
vor, wodurch die Deutung möglich wurde. Die Glasmalerei war in der
        

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