Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1575672
HVB. 
1618. 
677 
zu erkennen, und sie stammen aus der Zeit von 1604-1611. Im fol- 
genden Jahre wurde noch ein zweiter Meister angestellt, und die 
geschickteren Gesellen wirkten ganze Stücke, so dass also van der Biest 
nicht mehr berechtigt war, die Arbeit für sich allein in Anspruch zu 
nehmen, und daher das Monogramm wegbleiben musste. Die Manu- 
faktur wurde 1616 aufgehoben, später aber wieder in Betrieb gesetzt, 
so dass sie sich bis zum Jahre 1810 fortschleppte. Die Geschichte 
dieses Instituts ist noch wenig bekannt, wir werden aber dieselbe bei 
anderer Gelegenheit aus authentischen Quellen liefern. Biest arbeitete 
nach 1616 auf eigene Rechnung, und somit können auch anderwarts 
Teppiche mit seinem bisher nicht bekannten Monogramme vorkommen. 
Ein solches Stück finden wir in einem Aumüllefschen Auktionskatalog, 
München 1858 No. 2410 angegeben. Es stellt in halben Figuren Susanna 
mit den beiden Alten vor, und trägt das Monogramm H VB. Diese 
Hautelisse ist in einem altgeschnitzten Rahmen gefasst, und man hielt 
sie für eine Arbeit aus der Zeit des Michel Angelo. H. 3 Sch. 2 Z. 
Br. 1 Sch. 11V; Z. Die Hautelisse-Tapeten in der k. Residenz zu 
München können grosse Wandiiächen füllen, und am Rande ist das 
Monogramm ungefähr 2 Z. hoch. 
1618. Johann Theodor de Bry, Kupferstecher, der Sohn des 1598 
in Frankfurt a. M. verstorbenen Kupferstechers Theodor 
  de Bry, hinterliess eine bedeutende Anzahl von Blättern, 
r IÄZB welche mit jenen seines Vaters Aehnlichkeit haben. Die 
1 gegebenen Zeichen findet man auf Kupferstichen und 
Mustern für Goldschmiede, an welchen aber auch der Vater, und 
Johann Israel de Bry, der Bruder unsers Künstlers, Theil haben. 
Das Monogramm bezieht sich wahrscheinlich auf Johann Theodor, so 
dass man Johann von Bry lesen muss. Es nennt sich auch der Vater, 
ein geborner Lütticher, zuweilen Dietrich von Bry. Diese drei de Bry 
waren Bürger in Frankfurt a. M., und hinterliessen eine grosse An- 
zahl von Blättern, worunter jene, welche in die Ornamentik einschlagen, 
selten geworden sind, besonders in ganzen Folgen. 
Theodor de Bry der Vater stach viele Portraite, deren man schon 
im ersten Theile der „Bibliotheca Chalcographica" von Janus Jakob 
Boissard 1569 findet. Für die späteren Theile arbeitete auch Johann 
Theodor de Bry, und auf ihn bezieht sich das zweite Zeichen auf dem 
Bildnisse des berühmten Juristen Hugo Donellus in Robert Boissard's 
Bibliothek. Auf die Ornamentenwerke der drei de Bry gehen wir hier 
naher ein, da auf Blättern derselben das Monogramm vorkommt, und 
man im Künstler-Lexicon nicht genügenden Aufschluss findet. Der 
alte Th. de Bry zeichnete zwar T. B. oder T. D. B., wir werden aber 
unter diesen Initialen auf das gegebene Monogramm verweisen, um das 
Verzeichniss der Ornamentenblätter nicht zu unterbrechen. Johann 
Theodor de Bry bediente sich ausserdem noch eines anderen, aus 
I TDB bestehenden Zeichens, wir werden aber nur auf diesen Artikel 
verweisen.  
1) Leben und contrafetten der Turckischen und Persischen 
sultanen, von Osmane, biss auff den ietztregierenden Sultan 
Mahumet II. Auch vieler anderer fur Trefflicher Helden und Hel- 
dinen historische Beschreibung, und eigentlicher Abriss. Alles 
dem Leben nach von metalien kunstlich fürgerissen, und Anfangs 
Rom. Keys. Ferdinando auff Constantinopel Offerirt: Ndvhmßl-F 
von dem hochgelerten h. J. J. Boyssardo in Latein Beschrieben 
und mit turcken Carminibus gezieret, ietzo aber in Teutsch bracht. 
Alles zierlich in Kupfer gestochen, und von newem an Tag geben.
        

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