Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1575613
1597- 
4599. 
671 
Diess mag nun jener H. E. Vogtherr seyn, welcher mit H. Burgk- 
mair die Wappen der Patrizier und der Stadt radirt hat, und dieser 
Meister könnte später nach Wien gekommen seyn, wo er 155d ur- 
kundlich erscheint. Zum Ueberiiuss kommt auch noch ein Heinrich 
Vogtherr aus Wimpfen vor. Sein Name steht auf einem grossen Holz- 
schnitte mit Christus, welcher einem nackten Menschen die Hand reicht, 
mit beigedruckten Schriftstellen. Unten trägt Christus das Schaaf, und 
rechts tst die Kreuzigung vorgestellt. Der Titel lautet: Der oergottet 
Mensch, und unten zeichnet der Künstler: Hainricus Vogther Maler 
zu Wimpffkn, gr. roy. fol. 
Hier scheinen wir nun zwei Künstler Namens Heinrich Vogtherr 
zu haben, und die beiden anderen behaupten den vorhergehenden Artikel. 
Von dem alten Heinrich Vogtherr in Strassburg kann hier keine Rede 
seyn, und auch der jüngere lebte noch 154i daselbst. Es ist nicht 
anzunehmen, dass er nach Augsburg gezogen sei, und daselbst die 
untergeordnete Stelle eines Wappenradirers behauptet habe. Er war 
Maler, Dichter, Buchdrucker und Bürger in Strassburg. Der Träger 
des obigen Zeichens könnte ebenso wohl der erwähnte H. E. Vogtherr, 
oder der um 1554 in Wien lebende Heinrich Vogtherr seyn. Das Ge- 
mälde mit dem Zeichen ist nicht vor 1560 entstanden, und somit könnte 
der eine oder der andere der erwähnten jüngeren Vogtherr der Sohn des 
älteren Strassburger Künstlers seyn. 
1597. Hieronymus Victor von Liebethal war um 1515 Buchdrucker 
in Wien, und scheint aus der Kaste der Brief- 
 maler hervorgegangen zu seyn. Er schnitt 
 1 daher die Titelverzierungen seiner Druckwerke 
l _?Ä  wahrscheinlich selbst in Holz. Eine solche 
   Bordüre enthält Ornamente, oben den deut- 
lfd  scheu Reichsadler und im unteren Theile be- 
f '   merkt man zwischen zwei in Laubwerk aus- 
x.  gehenden Figuren den grossen Schild mit dem 
Monogramme H V. Diese Titelverzierung ist angewandt zu: Odeporicon 
id est Itinerariü Reuerendissimi Dml D. Mathei Sancti Anyeli Cardi- 
nalis Gurcensis  quaeque in conuentu Maximiliani Caes.  Rege? 
Vladislai Sigismundi ac Ludouici memoralu gesla sunt per [Zic- 
cardum Bartolinü perusinum edita. Am Schlusse: Hieronymus Victor 
hoc opus impressit Viennae MDXIC, 4. 
Das zweite Zeichen schreibt Denis in seiner Buchdruckergeschichte 
Wien's dem Vietor zu, und es muss daher auf anderen Titelverzierungen 
vorkommen. 
1598. Unbekannter Elfenbeiuarbeiter, welcher in der zweiten 
Hälfte des 16. Jahrhunderts thätig war. Wir kennen ein sehr 
M schönes kleines Schnitzwerk, welches Christus vorstellt, wie ihm 
T" die Mütter die Kinder bringen, und er die Hand auf den Säug- 
ling einer solchen legt. Links reitet ein Knabe auf dem Steckenpferde, 
und dabei steht ein Mädchen mit der Puppe. Das Monogramm bemerkt 
man rechts unten. Man wollte diese Arbeit dem Hermann Vischer, 
dem Sohne des Peter Vischer von Nürnberg zuschreiben. Diese Com- 
position erinnert allerdings an die Dürerische Schule, H. Vischer kann 
aber der Verfertiger des Reliefs nicht seyn. 
1599. Unbekannter Kupferstecher, welcher in der zweiten Hälfte 
M des 16. Jahrhunderts thatig war. Sein Zeichen findet man auf 
 radirten Blättern, welche in Ovalen je zwei Thiere vorstellen, 
anscheinlich nach Zeichnungen von Jobst Amman. Wir kennen drei 
Blätter mit dem Zeichen, sie scheinen aber zu einer grösseren Folge
        

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