Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1575607
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1595  1596. 
6. Ein Weizenhalxn mit 15 Aehren, {liegendes Blatt mit der Schrift: 
Ein uaunderbare doch fröliche gestall nnd gezoechs, eines halmen 
zimlichen dickin eines geraden Mannes hoch, mit fünlfkehen Ehren 
 bey Malsch am Bruckrein, Im 1541 _jar gewachsen. Von Hein- 
rich Voglherrn conlerfeit, fol. 
Unten steht ein Gedicht: 
Secht zu -ir Christen all zu gleich 
Was Gott fürbildt von himelreich etc. 
Diese beiden Blätter beschreibt Wichmann-Kadow in Naumamfs 
Archiv I, S. 134, und er fragt, ob sie dem jüngeren Vogtherr angehören. 
Der ältere Meister dieses Namens war, wie oben bemerkt, 1537 bereits 
nicht mehr am Leben, und nach dem Loosbuche kann man den jüngeren 
Vogtherr auch als Dichter annehmen. 
7. Ausslegung onnd beschreibung der Analhomie oder Abconter- 
felung eynes inwendigen cörpers des manns vnnd weibes, mit! er- 
klerung seiner innerlichen gelider, wie vü wo hin ein jedes von 
gott erschaffen und geordnet, das menschlich leben zu uffenl hallen. 
Dem gemeinen menschen zu einem Kurtzen cnnd oerstenllichen 
bericht. Gedruckt zu Slrdssburg durch Heinrichen Vogtherren. 
Anno MD XXXLY, 4.   
Auf dem Titel und am Schlüsse dieses Werkes ist das Wappen 
des H. Vogtherr eingedrückt, und im Text kommen kleine Holzschnitte 
vor. In demselben Jahre erschienen auch zwei grosse Holzschnitte 
mit der Anatomie eines Mannes und eines Weibes mit Aufklappungen, 
und das obige Werkchen scheint die Erklärung zu enthalten. Man 
schreibt diese Holzschnitte dem älteren Vogtherr zu, sie können aber 
nur von dem jüngeren herrühren. 
8. Wappen von Patriziern der Reichstadt Augsburg, in Stahl ra- 
dirt. Siehe den foigenden Artikel. 
1596- Heinrich Vogtherr kann auf den ersten Blick für den Träger 
dieses Zeichens gehalten werden, da das obige Mono- 
gramm fast dieselbe Form bietet. In keinem Falle han- 
 delt es sich aber um den älteren Künstler dieses Namens, 
"W  und von dem jüngeren ist noch kein Gemälde bekannt 
geworden. Nach der gefälligen Mittheilung des Herrn E. Harzen findet 
man das gegebene Zeichen auf einem Oelbild, welches ein Weib mit 
Schwert und Buch in einer felsigen Landschaft vorstellt. Der Maler 
zeigt sich als schwacher Zeichner, und das Colorit ist kalt. Uebrigens 
aber ist das Bild trefflich behandelt. Harzen sah es in einer Privat- 
sammlung zu Brüssel, und zweifelt, ob es von Vogtherr herrühre, ob- 
gleich das Gemälde aus dem 16. Jahrhundert stammt. Wir kennen 
übrigens noch einen anderen Heinrich Vogtherr. Er lebte 1554 in 
Wien, und es kann sich nicht um den Strassburger Meister handeln. 
Mit dem Jahre 1541 verlieren wir dessen Spur, dagegen tritt aber in 
Augsburg 1545 ein H. E. Vogtherr auf, und zwar mit Hans Burgkmair 
junior. R. Weigel nennt im Kunstkataloge No. 8745 eine Folge von 
23 Wappen, welche von H. Burgkmaier und H. E. Vogtherr auf Stahl 
geätzt sind. Weigel hatte ein Exemplar mit dem geschriebenen Titel: 
Wappen und desselben Wappenhaltern einiger Adelichen Geschlechte 
in des heil. Böm. Reichsstadl Augspurg. Dabei ist auch das Wappen 
der Stadt mit Vogtherns und Burgkmaiüs Namen und der J ahrzahl 1545. 
Dieser H. E. Vogtherr kann nicht der jüngere Heinrich Vogtherr 
in Strassburg seyn, er wird aber ebenfalls Heinrich geheissen haben, 
indem P. von Stetten I. S. 279 sagt, dass 1541 ein Heinrich Vogtherr 
in Augsburg sich aufgehalten habe.
        

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