Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1574980
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1488. 
2) Der untere Theil einer Monstranz von schöner gothischer Form. 
Es ist nur noch der runde Behälter für die hl. Hostie angedeutet, 
alles Andere sehr vollendet. In der Mitte unten steht das abweichende 
zweite Zeichen, es handelt sich aber um den einen und denselben 
Meister.  H. 14 Z. 6 L. Br. ii ZK? 
1481-  Schöpfer, Bildniss- und Historienmaler von München, 
 ist oben unter dem Monogrumm H S N0. 1450 einge- 
WS fühlrt, uni wlifrlliefern hier nur einen Nachtrag zum 
rü eren rti e . Das egebene Mono ramm findet 
NIÖWFXJ man auf dem Bildnisse eines Pinzenauerg in der Gal- 
75 Jg lerie zu Schleissheim. Schöpfer malte mehrere Bild- 
nisse von Patriziern Münchens, auf welchen entweder das Monogramm 
oder die Initialen mit dem Schöpflöffel vorkommen. Man schrieb sie 
früher dem Hans Schäufelin zu. 
1483. Unbekannter Knnstschreiner, welcher in der ersten Hälfte 
des 16. Jahrhunderts thätig war, 
vielleicht in Augsburg, oder in 
 einer anderen Stadt Schwabens. 
 Bartsch (Peintre-grav. X. pl. 13 
N0. 154) schreibt dieses Zeichen 
in kleinerer Form dem Hans 
Schäufelin zu, es geht aber aus dem von ihm gegebenen Verzeichnisse 
der Holzschnitte desselben nicht hervor, auf welchen Blättern er das 
Zeichen gefunden habe. In keinem Falle handelt es sich aber um 
Schäufelin, da sich dieser Meister mit Musterblättern zu Wandvertäfel- 
ungen und anderem architektonischen Einbau im Renaissancestyl nicht 
befasst hat. Der Drucker hatte wahrscheinlich Mangel an Papier, denn 
auf der einen Seite der Blätter in fol. und qu. 4. sind die Dessins für 
Schreiner, und auf der anderen historische Vorstellungen, welche in 
keiner Beziehung stehen. Das obige Zeichen entnahmen wir einem 
Holzschnitte, welcher einen Portikus im Umriss vorstellt. Auf der 
Kehrseite ist eine Vorstellung von Hans Burgkmair, Kaiser Maximilian 
zu Pferd, abgedruckt. Bartsch fand vielleicht ein solches Muster für 
Tischler auf der Rückseite eines Holzschnittes von Hans Schäufelin, 
undnahm desswegen das Ganze für letzteren in Anspruch. Ueber die 
Lebenszeit des Meisters H S lässt sich nichts Genaues bestimmen; 
man weiss nicht, ob Papier mit historischen Vorstellungen zu den 
Mustern zuerst, oder umgekehrt benutzt worden ist. Gleichzeitig sind 
die Papierseiten nicht bedruckt, da der Grund dafür fehlt. Die Muster- 
blätter scheinen für ein eigenes Werk bestimmt gewesen zu seyn, 
welches aber nicht zu Stande kam, da sich kein vollständiges Exem- 
plar findet. Wir wissen von Blättern mit der Geschichte des ver- 
lornen Sohnes, mit der Verspottung des Propheten Elisa durch die 
Knaben und dessen Himmelfahrt, und ein Blatt mit dem Kaiser Maxi- 
milian zu Pferd ist oben erwähnt. Dann findet sich auch ein Holz- 
schnitt. auf welchem ausser dem Winkelmasse mit H S auch die Ini- 
tialen HG No. 973 vorkommen, so dass also an diesen Musterblattern 
zwei Künstler Theil haben. Dieser Holzschnitt gibt in Umrissen den 
portalähnlichen Vorbau einer Wand, in welchem eine Nische für eine 
Statue, oder ein Waschbecken angebracht ist. Oben in Rundungen 
sind die Künstlerzeichen eingeschnitten. Der Zeichner der architek- 
tonischen Verkleidungsstücke verräth Bekanntschaft mit italienischen 
Bauwerken der Renaissance-Periode. Seine Blätter sind frei von den 
Ueberladnngen und Seltsamkeiten, wie man Jsie bei deutschen und 
niederländischen Meistern in der Mitte des 16. Jahrhunderts findet.
        

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