Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1569298
116 
118. 
116- Unbekannter Formschneideroder Zeichner, dessen Lebens- 
G L zeit die beigefügte Jahrzahl bestimmt. Man findet einen 
- Holzschnitt mit der Uebcrschrift ; BACVLVS JACOB. Rechts 
I in der Hälfte des Blattes schiesst ein Mann mit der 
' (1 O Z - Amhrust gegen einen Thurm, und im Mittelgrunde ist 
ein anderer Schütz. In der linken Hälfte des Blattes ist die Schrift 
eingeschnitten: Bacvltas Jacob Ist um Instrument gezogen aus der 
Kunst Gevmetria  Am Schlusse folgen die obigen ßuchStßbßil 
mit der Jahrzahl 1502. qu. a1. Durch die Initialen a1. könnte auch 
der Geometer seinen Namen angedeutet haben. 
In Georg Lang, Formschneider von Nürnberg, scheint der Ver; 
 fertiger eines grossen Formschnittwerkes 
zu seyn, welches in acht Blättern dle 
G b! i Sündfluth von ihrem Beginne bis zu 
l ihrem Ende vorstellt. In der Mitte ruht 
 die Arche noch auf dem festen Lande, 
k y, und die Thiere werden in dieselbe ge- 
b f, ß v1 ' trieben. Links vorn geht Noah mit den 
 oY' ' Seinigen in die Arche, und rechts wer- 
 den Menschen und Thiere bereits von 
f?" den Wogen fortgerissen, während andere 
das feste Land suchen. Vom Himmel fällt Regen, und das Schiff schwimmt 
in ziemlicher Ferne. Links steigt das Land hoch empor, und der 
Regenbogen spannt sich über die auf dem Berggipfel ruhende Arche. 
Eine colossale Taube fliegt heran, und die Thiere verlassen die Arche. 
Noah opfert mit drei Familiengliederxi dem Herrn, welcher sich links 
oben 1n einer strahlenden Wolke zeigt. H. 23 Z. 7-4) L. Br. 38 Z. 3L. 
Diese Composition hat auffallende Aehnlichkeit mit jener von zwei 
kleinen Holzschnitten in den [Veuwen Biblisohen Figuren  durch 
Johann Bocksperger und Jost Amman. Frankfurt am Main 1564, 
Becker S. 9 N0. 1. Das eine dieser Blätter schildert den Einzug der 
Thiere, das andere die Sündfluth. Die Zeichnungen zu den Blättern 
in dem genannten Werke sind von H. Bocksberger; Jost Amman 
hatte sie wahrscheinlich nur auf die Holzplatten übergetragen. Es ist 
daher nicht denkbar, dass die grosse Oomposition nach einer Zeichnung 
von J. Amman geschnitten sei. In seinem Atelier arbeitete ein Form- 
schneidcr G. L., welcher mit Unrecht Gottfried Leigel genannt 
wird. Letzterer lebte 1587 wohl nicht mehr, oder wenn auch, so hätte 
er doch bessere Arbeiten geliefert, als der Schnitt der grossen Sünd- 
flnth ist. Hr. Börner, welchem wir die Kunde von diesem Werke ver- 
danken, möchte den Formschneider Georg Lang von Nürnberg für 
den Verfertigcr halten. Die Bedeutung des I an der Seitenwand ist 
unklar. Inventar kann sich Lang nicht nennen, da die kleinen Blätter 
von Bocksberger und Jost Amman zu Grunde liegen, und das Ganze 
nur als Compilatioil zu betrachten ist. 
Die alten Abdrücke der acht Platten scheinen sehr selten zu seyn. 
Es kommen aber neue auf ranhes und hartes Papier vor, so dass das 
Bild ungleich kam. Ueber Georg Lang handeln wir auch NO- 118 und 119- 
118. Georg Lang, der muthmassliche Verfertiger des grossen, oben 
erwähnten Formschnittwerkes, könnte auch durch 
 die gegebenen Buchstaben seinen Namen angedeutet 
haben. Man findet sie auf einem roh behandelten, 
 in acht Blättern bestelgenden Holzschnitt, welcher 
zusammengefügt 34 Z. L. hoch, und 24 Z. breit
        

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