Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1569285
H4 
115. 
i) Die Büste des Heilandes mit dem Kreuze nach Michel Angela. 
Rechts unten das Zeichen. H. 3 Z. 3 L. Br. 3 L. 
2) Ein Apostel mit dem Buche in der Rechten, und mit der 
Linken an der Brust. Halbe Figur nach Michel Angele. Mit dem 
Zeichen. H. 3 Z. i L. Br. 2 Z. 4 L. 
114- Ercole Lelli, Bildhauer und Kupferstecher, soll nach Heller 
 (Monogn-Lexicon S. 155) durch dieses Zeichen seinen Namen 
Q5.  angedeutet haben. Wir haben über diesen Meister unter E L. 
N0. 1664 gehandelt, wissen aber nicht, 0b auf einem seiner Blätter 
das gegebene Zeichen vorkomme. 
115. Unbekannter Formschnaider, welcher in Lyon gelebt haben 
dürfte. Sein Zeichen findet man in einer fein geschnittenen ar- 
(5355 chitektonischen Titeleinfassung mit allegorischen Figuren, welche 
theils aufgeschlagene Bücher in den Händen haben. Solche sitzende 
Figuren sind oben rechts und links von einer Maske, und unten wieder- 
holen sich andere- In den Seitenleisten sind ebenfalls vier Figuren 
angebracht, alle getrennt durch Blumen- und Fruchtgewinde. Das 
Monogramm steht in der Mitte des Hauptgesimses unterhalb einer 
Maske. H. 7 Z. 10 L. Br. 5 Z. Diese Titeleinfassung wurde zu fol- 
gendem Werke benützt: M. Tulii Ciceronis Opera Omnia. Notis 
D. Lambini et D. Gothofredi. Lugduni Sumptibus Sybillae a Porta 
1588, 4. Dieselbe Composition, und dasselbe Zeichen enthält auch die 
kleinere Titelbordure zum Corpus juris cirilis D. Gothofredi. Aure- 
liopoli Sumptibus Joh. Vignon MDCIIII, 8. Sie wurde vielleicht schon 
zu früheren Druckwerken benützt. 
Brnlliot I. N0. 2194i! meint, dass dieses Blatt von Georg Liberal 
geschnitten sei. Dieser G. Liberal soll aus Meissen gebürtig seyn, und 
um 1560 in Sachsen "Seine Kunst geübt haben. Wenn dieses richtig 
ist, was wir bezweifeln, dann ist der berühmte Fischmaler Gennesio 
oder Genzio (richtiger Georgio) Liberale aus Udine eine andere Person. 
Vasari und nach ihm Ridolfi behaupten, dass dieser G. Liberale lange 
am Hofe des Kaisers Ferdinand in Wien gelebt habe, Graf Maniago 
(Storia delle belle am" Friulane p. 52) versichert aber, dass die 1817 
von Adam Bartsch in Wien unternommene Recherche ganz fruchtlos 
war. Der Name dieses Künstlers kommt weder in den Archivalien, 
noch in anderen Handschriften oder Büchern vor. Auch findet man 
weder einen Holzschnitt, noch einen Kupfersticli mit demselben. In 
Petri Andreae Mattioli Senensis Medici Epistolarum medicinalium 
Libri I7. Pragae 1561 p. 296 werden aber dem G. Liberale, und dem 
Wolfgang Meierpeck aus Meissen die trefliichen Holzschnitte in P. A. 
Mattiolz" Ser. Princ. Ferdinandi Arclzid. Austriae  Medici Com- 
mentarü in libros sea: Pedacii Dioscoridis de medica materia.   
Venetiis in officina Valgrisian-a 1559 fol., zugeschrieben. Es sind 
diess die grösseren Holzschnitte mit Pflanzen und Thieren, welche von 
den früheren kleineren Abbildungen in den anderen Ausgaben des 
Matthiolus verschieden sind. H.  Z. Br. 3 Z. Dieselben Holz- 
schnitte zieren auch die Ausgabe von 1570 und 1571, fol. In der 
deutschen Ausgabe des Matthiolus durch Joachim Carnerarius. Basel, 
J. J. Decker 1578 fol., sind dieselben Holzschnitte, doch wohl in Ab- 
klatschen. Auf keinem der Blätter kommt der Name oder irgend ein 
Zeichen des G. Liberale vor. Es ist auch nicht anzunehmen, dass er 
nur die erwähnte Titelbordüre der Lyoner Ausgabe des M. T. Cicero 
bezeichnet habe. Wir zählen daher den Monogrammisten GL zu den 
Unbekannten.
        

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