Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1573592
1214. 
469 
zu Fileten für Buchbinder. Dann stach er Stammbuchblatter, Blätter 
für Almanache, und zahlreiche andere Arbeiten für Buch- und Kunst- 
händler, selbst grössere Stiche folgten nach. Besondere Uebung er- 
langte Lödel auch im Formschnitt durch seine Aufträge für anatomische 
und naturgeschichtliche Werke. Geradezu meisterhaft ist aber der Nach- 
schnitt des Todtentanz-Alphabetes nach Hans Holbcin. Wir haben darüber 
im Artikel dieses Meisters No.1209 S. 467 ausführlich gehandelt, und 
verweisen daher nur auf die bezeichnete Stelle. Für das Prachtwerk 
R. WeigePs: Holzschnitte berühmter Meister etc VIII. copirte er zwei 
Initialen von Albrecht Dürer. Von besonderer" Schönheit und Treue 
sind seine Facsimiles der Clair-obscurs des Meisters Johann Ulrich, 
genannt Pilgrim. Er brachte zehn Copien zu Stande, und wollte diese 
mit einer Monographie über jenen alten Formschneider bekannt machen. 
Lödel identificirte den sogenannten Meister mit den Pilgerstaben (zwei 
gekreuzten Schneidemessern) mit dem Maler und Formschneider Hans 
Wächtlin, oder Viiechtlixi (H. Wächtle in Strassburg). die Holzschnitte 
des letzteren sind aber so verschieden von den Clair-obscurs des 
Meisters Johann Ulrich (I?  dass an die eine und dieselbe Hand 
gar nicht zu denken ist. Die schönen Nachschnitte sind aber höchst 
erwünscht, da die Originalhlätter sehr selten geworden sind. Lödel 
befasste sich auch mit der Kunstgeschichte. Als Resultat seiner Studien 
erschienen: Kleine Beiträge zur Kunstgeschichte. Ueber die Copie 
eines Kupferstichs des llIBtSl21K? E. S. von M66. Berichtigungen 
über die Arbeiten des Daniel Spechlin als Kupfersteclzer, und über 
den Namen Hans Memling. Erläutert durch vier treue Nachbild- 
ungen in Kupferstich von H. Lödel. Cöln 1857, roy. 4.  
Auf den Copien nach I-lolbein und Johann Ulrich kommt das 
Monogramm nicht vor, man findet es aber auf anderen Holzschnitten, 
wie auf der schönen Vignette der Antiqnariats-, Buch- und Kunst- 
handlung von J. M. Heberle in Cöln. Sie stellt eine alte gothische 
Kunstkafnmer mit zwei Männern im Costüme der Zeit vor. H. 2Z.3 L. 
Br. 2 Z. 10 L.  
Das grössere Monogramm deutet vielleicht den Namen des H. Lödel 
nicht an. doch nur, wenn man es in folgendem Werke findet: Biblio- 
graphische und zrylograplzische Versuche von H. Lempertz. I. Heft 
1834, und in zweiter Auflage: Beiträge zur älteren Geschichte der 
Buchdruck- und Holzschneidekunst von H. Lempertz. Cöln 1839, 
gr. 4. Links unten auf dem Titel steht das Monogramm weiss auf 
Goldfarbe. Lempertz ist der Besitzer der Firma Heberle in Cöln, und 
ausserdem rühmlich bekannt durch die Herausgabe der Bilderhefte 
zur Geschichte des Bücherhandels, und der mit demselben ner- 
wandten Künste und Gewerbe. Bisher neun Jahrgänge von 1853 
bis 1861. Lödel lieferte Abbildungen für dieses interessante Werk. 
H. Lödel wurde nach Riepenhausews Tod zum Universitäts-Kupfer- 
Stecher in Göttingen ernannt. und starb am 23. November 1861 im 
62. Jahre. Sein Sohn H. Lödel ist Kupferstecher in Leipzig. 
1214. Medailleure und lllünzmeister, welche sich zur Bezeich- 
H? nung der Stempel eines Monogramms, und auch der Initialen HL 
' bedienten. Schlickeysen nennt folgende: 
Heinrich Lambert, Münzmeister in Deutz um 1608-1616. 
Hans Lachentress, Münzmeister zu Moritzburg bei Hildesheim 
1608-1611. 
_ Heinrich Latfert, Münzmeister in Posen, dann von 1612-1615 
m Driesen.
        

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