Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1573574
1209. 
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Holbein zugeschrieben. Ob diese Uncialen früher zur Ausführung 
kamen, als der grössere Todtentanz, ist nicht zu bestimmen, es erregte 
aber die Idee des einen zu dem anderen Werke. Wir möchten glauben, 
dass das Alphabet vorausgehe, da schon in Druckwerken von 1524 an 
derlei Buchstaben vorkommen. Den Impuls zu diesen Initialen gab 
wohl der Todtentanz des Predigerklosters in Basel, und Holbein führte 
dann die Todeshilder in. grösserem Formate aus. Wer die Uncialen 
geschnitten, der hat auch die grösseren Bilder geschnitten, und im 
Kleinen grosse Meisterwerke geliefert. Die Originalblätter sind 11 L. 
hoch und breit, und variiren nur um V2 L. in der Höhe, wenn nicht 
das Papier einer Dehnung oder Zusammenziehung unterliegt. Die 
Originalblatter des Tbdtentauz-Alphabets kommen zuerst im griechi- 
schen neuen Testament: Basel, Bebelius 1524, 8., vor; dann im 
griechischen Galen (Falnuov änmlra  Basileae 1538, fol.) und in 
anderen Basler Drucken. Im Gallenus ist ein lateinisches und ein 
griechisches Alphabet, letzteres aber nicht complet. Dieses gebrauchte 
auch der Drucker des griechischen Lexicons von Valentin Curio 1.538. 
Die schwächeren Todtentanz-Buchstaben in der griechischen Bibel, 
Strassburg 1526, 8., gehören nicht hieher, sowie die verschiedenen 
Copien und Abklatsche in anderen Druckwerken. 
Die Probedrücke auf einem Bogen, oder auch zerschnitten, sind 
äussersl; selten. Das von R. Weigel (RumohWs H. Holbein S. 104) 
erwähnte Exemplar bei H. H. Füssly erwarb in letzter Zeit Hr. Fidelis 
Butsch in Augsburg. Es fehlt der Buchstabe Y. Wo sich das voll- 
ständige Exemplar mit deutschen Bibelstellen aus dem Winkledschen 
Cabinet jetzt beiinde, wissen wir nicht. Douce (Dance of death of 
the celebrated Hans Holbein) verzeichnet die Copien und Nachahm- 
ungen am vollständigsten. Er besass alle 24 Blätter mit Stellen der 
Vulgata als Buch, und dann auch einen Bogen mit den Buchstaben allein. 
Zu unterscheiden ist das Todtentanz-Alphabet des Hans Lützel- 
burger oder mit dessen Adresse. Auf einen Bogen gedruckt kommt es 
in den Museen zu Dresden und Basel mit dem Namen desselben in 
beweglichen deutschen Typen vor: 539111113 ßütgelburger änrmimnbber, 
ge Quant grauer. Die Uncialen Lützelburgews sind in neuen Copien 
vor anden: Hans Holbeirüs Initial-Bitchstaben mit dem Todtentanz. 
Nach Hans Lutzelburgerts Original-Holzschnitten im Dresdner 
Kabinet zum ersten Male treu copirt von Heinrich Loedel. Mit 
erläuternden Denlwersen und einer geschichtlichen Abhandlung 
über die Tcdtentänze von Adolf Ellisen. Göttingen 1849, 8. LödcPs 
Stöcke wurden auch zu folgendem Werke benützt: Trois Danses de 
Morts (Le celebre Alphabet de la mort düzpres Holbein  Danse 
des morts en maniere cribläe  Danse des morts du commence- 
ment du XVI. Siecle). 72 granures en bois par M. H. Loedel 
(et Leon Le Maire) acec des quatrains et des scntences des Saints- 
Peres. Publie par A. de Montaiglon. Parts 1856, 8. Auch englisch: 
The celebrated Hans H0lbein's Alphabet of Death etc, und italienisch: 
lfAlfabetto della morte di Hans Holbein etc. 
Von guten Abklatschen der Stöcke des H. Lödel kommen die 
Buchstaben in der Ausgabe: Holbenii pictoris alphabetum mortis. 
Des Malers Hans Holbein Todtentanz-Alphabet, in 24 Holzschnitten 
tjon H. Lödel und Randzeichnungen von G. Osterwald. 15 Blätter 
m elegantem Umschlag. Cöln 184.9, 8. Auch auf einen Bogen in 
Querfolio abgedruckt kommt Holbein's kleiner Todtentanz vor: Leipzig 
bei R. Weigel, und Göttingen bei H. Lödel. 
Wir hatten lieber die Original-Holzschnitte der Buchstaben ohne 
Lützelburgeüs Adresse in so treffiichen Nachbildungen gesehen, Lödel 
30b
        

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