Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1573438
1203 
11204. 
453 
Auf dieses Blatt macht Brnlliot, I. N0. 238i aufmerksam, und er 
glaubt, dass der Künstler allenfalls Leytzen heisse. In diesem Falle 
wäre aber der Buchstabe l überflüssig, indem man Lleytzen lesen 
müsste. Unter Leytzen ist wahrscheinlich ein Ortsname zu vermuthen. 
1203. Hans Liefrinck, oder ein unbekannter Formscbnaider, be- 
H diente sich einer Platte des Hans Burgkmair, jener mit dem Ant- 
- litze des Heilandes auf dem Schweisstuche B. No. 21, und fügte 
über demselben das Bild der Veronika bei, welche nun das Schweiss- 
tuch hält. Auf den Abdrücken der Platte von Burgkmair stehen unten 
rechts am Rande die Buchstaben H. B., welche aber nach dem Auf- 
satze mit der Veronika weggenommen wurden. Der Meister H L liess 
beide Platten auf einen Bogen abdrucken, und auf solchen Exemplaren 
steht unten in der Mitte das gegebene Monogramm. Das Schweisstuch 
ist 7 Z. hoch und 5 Z. 7 L. breit, die Platte mit der Veronika 5 Z. 
7 L. hoch, 3Z. 10 L. breit. Bartsch VII, pag. 208, scheint zu glauben, 
dass der Aufsatz noch zu Lebzeiten Bnrgkmaifs hinzugekommen sei, 
letzterer wird aber die Platte mit dem Schweisstuche nicht in der Art 
preisgegeben haben, dass der Meister H L das Zeichen desselben ent- 
fernen durfte. Es könnte sich auch um eine Gopie des Schweisstuches 
handeln, da die Abdrücke mit H. B. nicht zu den Seltenheiten ge- 
hören. Hans Liefrinck hat auch A. Dürerls Platte mit dem Rbino- 
ceros "copirt, und wahrscheinlich ist dies auch mit dem Schweisstuch 
der Fall. Die Zeichnung der Veronika deutet nicht auf die Augs- 
burger Schule, sondern erinnert mehr an Hans Holbein. Mit grösserem 
Rechte behauptet Liefrinck den folgenden Artikel. 
1204. Hans Llelrinck, Maler, Kupferstecher und Formschneider, 
PL arbeitete von 1539-1580 in Leyden, noch länger aber in Ant- 
 werpen, wo er wahrscheinlich starb. Man zählt ihn zu den 
ELLE], sogenannten Kleinmeistern, er hat aber auch grosse Blätter 
hinterlassen, welche an Feinheit des Stiches den kleinen wenig nach- 
stehen. Er stach Portraite, worunter jenes des Kaisers Carl V. von 
1550 zu den Seltenheiten gehört. Auch die Bildnisse des Grafen 
Maximilian von Bueren 1543 fol., des Königs Heinrich II. von Frank- 
reich 1554 fol., und das Philipp's de Lalaing, Grafen von Hoogstraeten, 
1554 fol., kommen nicht häufig vor. Dann stach Liefrinck auch eine 
Anzahl von historischen Compositionen, Zierblätter nach Franz Floris, 
Friese mit Kindern, Jagden und Vögeln in Laubwerk u. s. w. Die 
Blätter letzterer Art sind sehr fein gestochen und zum Gebrauche für 
Goldschmiede bestimmt. Auf solchen Blättern kommt das erste und 
dritte Zeichen vor. H. 1 Z. 9 L., Br. 2 Z 9 L. Brnlliot I. N. 2377 
schreibt das zweite und ein dem dritten ähnliches Monogramm dem 
Goldschmied Hans Lenker von Nürnberg zu, wir erkennen aber dar- 
unter den Hans Liefrinck. Das zweite Zeichen findet man auf einem 
Blatte mit Pyramus und Thysbe. Es steht rechts oben mit der Zahl 
43, d. i. 1543. Diese Jahrzahl streitet entschieden gegen H. Lenker, 
da dieser Meister erst um 1570 thätig war. H. 1 Z. 7 L. Br. 
2 Z. 9 L. s 
Hans Liefrink hatte auch einen ausgebreiteten Kunsthandel. Die 
VOII Julius Goltzius gestochenen Blätter nach Anton Blocklandt von 
Montiert bezeichnete er als Verlagsartikel mit den Cursiven H L Ex.- 
Sle stellen die Evangelisten vor. Ein grosser Prospekt von Antwerpen 
1I1_vier Blättern, nach der Zeichnung des Lambert van Noord, hat die 
Initialen H L zu den Seiten eines Ringes. Dieser Prospekt wurde 
1569 von Peter a Merica, dem Monogrammisten AM E P im ersten 
Bande N. 959. in Kupfer gestochen. Auf anderen Verlagsartikeln
        

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