Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1573425
452 
1202. 
wir seine ersten Werke schon vor 1558 viermuthen. Der Herzog kam 
1554 zur Regierung, und in diesem Jahre gelangte vielleicht das Kreuz- 
bild mit dem Monogramm in den Besitz der Churfürstin Sibylla, welche 
am 21. Februar desselben Jahres starb. Dass die Churfürstin Sibylla 
das Gemälde mit Christus am Kreuze besass, geht aus der Beischrift 
des zweiten Druckes des Kupfcrstiches von 1559 hervor, und dieses 
Blatt konnte den Herzog JohannFriedrich den Mittlern bewogen haben, 
den Hans Lange nach Antwerpen zu schicken, um sich in der Malerei 
noch weiter auszubilden. Schuchart geht auf die Werke seines Johann 
Lange nicht ein, wir werden aber nicht weit irren, wenn wir ihn unter 
dem gegebenen Monogramm vermuthen, da es sich entschieden um 
einen sächsischen Meister handelt. 
1) [B. 1] Christus am Kreuze zwischen den Mördern. Am Fusse 
des Kreuzes, an welchem links der Schächer hängt, steht Maria, und 
gegenüber am zweiten Kreuze Johannes. Links unten ist das erste 
Zeichen, im Hintergründe eine Stadt, und im Rande steht: Christum 
gwn istum, sed Christum crede per istum 1559. H. 10 Z. Br. 
Z. 8 L.  
Die Platte wurde 1656 wieder abgedruckt. Sie kam in den Be- 
sitz des sächsischen Dichters Johann Frenzel, wovon Bartsch keine 
Kunde hatte. Frenzel lies an den Seiten oben und unten im Rande 
des Papiers deutsche Reime beidrucken. Oben steht: A etSZ l Vnsers 
ewigen verdienten Herrn und Heylandes Jesv Christi, an Creuze 
gesprochene l Sieben Letzte Wort, i Nebenst einem, vor hundert 
Jahren fast gefertigten, Creutz-Bilde  der Durchlauchtigsten  
Frauen Magdalenen Hertzogin zu Sachsen  Churfürstin  von 
Preussen etc. unterthänigst zugeeignet am Ifarfreytage des 1656 
äahres  Am Schlusse die Adresse: In Leipzig druckts Johann 
auer. 
2) [B. 2] Der Heiland-mit der Weltkugel, in halber Figur nach 
links. Er erscheint nach byzantinischem Style mit der Krone auf dem 
Haupte und im bischöflichen Ornate. An der Weltkugel steht: ASIA, 
EUROPA und AFRICA, und mit der rechten Hand segnet der Erlöser. 
Links oben liest man: Vivo ego nolo mortem peccatoris, sed ut 
magis concertatur et vivat. Ezech. 18. 33. Daran schliesst sich 
das Künstlerzeichen, und unten in der Mitte ist die Jahrzahl 1. 5. 58. 
eingestochen. H. 8 Z. 4 L. Br. 6 Z. 2 L. 
Bartsch erwähnt eines Abdruckes, in welchem unten gegen rechts 
steht: M. Frentzel Possessor. Dieser Magister Frentzel ist der spä- 
.tere Herausgeber des obigen Blattes von 1656. 
3) [B. 3] Die Charitas, halbe Figur eines Weibes, welches mit 
den Händen aus den Brüsten Milch über das auf dem steinernen Tische 
liegende Kind drückt. Auf demselben Tische liegt auch ein Todten- 
kopf und ein Knochen. Das Kind ist dem Stiche des B. Beham, 
B. No. 5, entnommen. Den Grund des Blattes bildet Architektur, und 
rechts unten ist ein Täfelchen mit der Jahrzahl 1558 darüber. Oben 
steht: Charitas. H. und Br. 4 Z. 
4) Die Marter der hl. Catharina. Mit dem Zeichen, kl.4. Dieses 
Blatt wird von Huber erwähnt. 
5) Das Urtheil des Paris, Gruppe aus einem Stiche des Marc 
Anton nach Rafael. Paris sitzt rechts und reicht der von Amor be- 
gleiteten Venus den Apfel. Hinter diesen Figuren sieht man zwei 
geflügelte Genien, und ein dritter schwebt mit der Lorbeerkrone in 
der Luft. Rechts unten steht: IUDICIUM PARIDIS, und etwas tiefer 
das Zeichen mit dem Beisatze: leytzen. Links bemerkt man die Jahr- 
zahl- 1558. H. 8 Z. Br. 5 Z. 10 L.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.