Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1573223
432 
11481 
1150. 
1148. Unbekannter Formschneider, welcher in der ersten Hälfte 
des 16. Jahrhunderts thätig war. Bartsch VII. p. 484 
beschreibt ein Blatt mit Johannes auf Pathmos, wie er 
die Apokalypse schreibt. Links unten im Täfelchen ist 
 das Zeichen. H. 12 Z. 5 L. Br. 8 Z. 9 L. Der ge- 
 nannte Schriftsteller geht, wie so oft, über diesen Meister 
leicht hin, und enthält sich sogar der Bemerkung über die Arbeit des 
Blattes. Heller, Geschichte der Holzschneidekunst S. 216, schreibt 
dasselbe dem Hans Klim zu, welcher um 1560-1603 zu Wittenberg 
und in Jena gearbeitet haben soll. Wenn dieses Blatt je von einem 
Künstler dieses Namens geschnitten ist, so müsste es der Metallarbeiter 
und Freund DÜIBIJS gewesen seyn, welcher um 1550 starb. Wir können 
aber für diesen Meister keinen Holzschnitt nachweisen, nur ein paar 
Kupferstiche mögen ihm angehören. Der Träger des obigen Mono- 
gramms ist und bleibt ein unbekannter Künstler. Wenn er mit dem 
folgenden Meister Eine Person seyn sollte, so ist seine Thätigkeit in 
Mecklenburg zu suchen. 
1149. Unbekannter Formschneider, welcher um 1:260 thätig war. 
Das Zeichen hat Aehnlichkeit mit jenem des vorhergehenden 
i? Meisters, wir können aber nur vermuthen, dass es sich um den 
einen und denselben Künstler handle. Das Blatt des obigen 
Meisters haben wir jedoch nicht gesehen, und daher mag ein anderer 
aus dem, was folgt, den sicheren Schluss ziehen. Das gegebene Zeichen 
findet man auf einer aus zwei Blättern bestehenden Karte von Deutsch- 
land in runder Form in einem Rahmen mit den Monatszeichen, dem 
Kalender und den Namen der Monate. Oben in dem überhöhten Viereck 
steht der Titel: Die gemeine Landtaffel des deudtschen Landes, 
Elwan durch Herrn Sebastian Münster-um geordnet, nun aber ver- 
newert und gebessert durch Tilemanum Slellam von Sigen. Unten 
in der Mitte ist auf einem Täfelchen das Mecklenburgische Wappen, 
und innerhalb eines Rahmens die Dedication an den Herzog Albrecht 
von Mecklenburg von 1560. H. 20 Z. Br. 13 Z. 6 L. Dieses schriften- 
reiche Kartentableau ist mit grosser Sicherheit geschnitten, doch ist 
der figürliche Theil ohne Geschmack behandelt. 
115i). Hans Knapp, Buchdrucker in Erfurt, gehörte Wahrscheinlich 
1,- zur Zunft der Briefmaler, und war als solcher auch Form- 
Schneider. Er besorgte 1511 eine deutsche Ausgabe des Vege- 
 tius, welche in 90 Druckblättern und Holzschnitten besteht, fol. 
Der kräftige und saubere Schnitt ist zu loben, nur sind die mensch- 
lichen Figuren weniger gelungen. Das Monogramm und ein aus MS 
bestehendes Zeichen kommt nur auf wenigen Blättern vor. In einen 
Wappenschild gestellt ündet man es auf Blatt 12 und 14, und dann 
am Ende mit der Jahrzahl 1.5. 11. 
.  Derselbe Hans Knapp ist wahrscheinlich auch der Verfertiger des 
von Brulliot App. I. N0. 279 erwähnten Holzschnittes, welcher den 
Heiland im Prätorium verspottet, und links den Judas vorstellt, wie er 
den Lohn für seinen Verrath erhält. Rechts unten ist das Monogramm. 
H. 5 Z. 8 L. Br. 3 Z. 10 L. Dieser Holzschnitt gehört in ein Druck- 
werk über das Leben Jesu, und der Holzschnitt bildet das Schlussblatt. 
Die drei letzten Zeilen des Textes in gothischen Lettern enthalten die 
Adresse: Slaneis litteris ewpressa per Joannem Canappum Anno 
1. 5. 1. 5. Dieser Canappus ist wahrscheinlich Hans Knapp; und das 
Zeichen bezieht sich auf 11m.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.