Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1573064
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HI 
HIA. 
Nr. 1104- 
1105. 
Erfinders der Schrottmanier, für welchen man den Bernhard Milnet 
hielt. Letzteren nahmen die Franzosen in Anspruch, Graf Leon de 
Laborde hat ihnen aber durch die genaue Entzifferung des Namens 
auf einem Schrottblatt desselben den Boden entzogen. Er lautet: 
brrnbarüznue milnit. Der Franzose hatte im ersten Namen das h weg- 
gelassen, und der zweite lName ist nicht französisch. M1t der fran- 
ääiäischäi tEriindung der vällaniere criblee, oder der Maniere de Bernard 
i ne a es aso gute 'ege. 
H04- Unbekannter Goldschmied, welcher in Nürnberg thätig war, 
   d der Zeit nach mit Johann Hell Eine 
fatal "  Ü   grdrson seyn könnte. Hell leistete aber in 
deiä von illäm bekannten Bllättern Besseres, und somit wird man einen 
an eren ünst er verrnut en müssen. Die gegebenen Initialen fand 
Bölrlner aufleinamhBlättchen, welches eine sprossende Ranke zeigt, die 
sic in ova er ic tung über die Platte a sbreitet und aus der ver- 
schiedenartige Blumen hervorkommen. H.u1 Z. 10,L. Br. 2 Z. 5 L. 
Dieses Blatt ist selten. Die Platten dieser Art wurden im Archive 
der Zunft der Goldschmiede niedergelegt, und gingen später zu Grunde. 
IIÜÖ. Hendrick Jaililssen, Goldschmied, Zeichner und Kupfer- 
ff.  3; stec er, war um 1630 in Amsterdam thätig indem 
 Jmß 6:696 seine Blätter bei Claes Jansz. Visscher daselbst 
(Wß- 1471- erschienem Janssen war ein origineller Künstler, 
l0_ welcher seine Compositionen mit groäser Zartheit 
 auf Kupfer überzutragen wusste. ie von ihm 
vorhandenen Blätter sind demnach sehr gesucht, da im Fache der 
Ornamentik im 17. Jahrhundert nicht viel Schöneres geleistet worden 
ist. Janssen war aber in figürlichen Vorstellungen ebenfalls auf der 
Höhe seiner Kunst. Er schrieb seinen Namen gewöhnlich aus, aber 
nicht Janssens, wie Brulliot angibt. Nur auf etlichen Blättern steht 
Hlin., und das oben No. 1098 gegebene, aus den Cursiven HJ be- 
stehende Monogramm kommt wahrscheinlich nur in Verbindung mit 
dem Namen vor. Ch. Kramm dreht sich in seinem neuen Werke über 
holländische und vlämische Künstler um die Angaben bei Brulliot 
II. N0. 1202 und III. N0. 536, nennt aber fast nur die wenigen Blätter, 
welche diesem Schriftsteller und seinem Nachbeter Immerzeel bekannt 
waren. Im Catalog Reynard kommen die meisten vor, alle mit dem 
Namen. Sie gehören zu den Seltenheiten, und wir fügen hier das 
Verzeichniss bei. 
1) Der Täufer Johannes auf einer Treppe, wie er zu dem vor der 
Palastruine versammelten Volke spricht. Dieses Blatt enthält fast 
40 Figürchen. In der Mitte unten: H. Janssen fecit. H. 2 Z. 1 L. 
Br. 2 Z. 8 L. 
2) Alexander vor Diogenes im Fasse unter Bäumen. Er ist von 
Heerführern und Soldaten begleitet. H. Janssen fecit. Claes Jansz. 
Visscher ex. H. 2 Z. 11 L. Br. 3 Z. 8 L. 
V läiesesAgeistreich hbehandelte Blättchen hat im ersten Drucke 
issc ers (resse nic t. 
3) Die Hochzeit zu Cana, in einem reich verzierten Ovale. Die 
Handlung geht in einem vom Kerzenlichte beleuchteten Saale vor sich. 
Im Rande: H. Janssen fecil. J. C. Visscher ervcu. Höhe 6 Z. 5 L. 
Br. 5 Z. 3 L.  
Die schöne Copie erkennt man an der Zahl der Kerzen. In dieser 
bemerkt man drei, im Originale vier Lichter. Oben sind drei kleine 
Blumen eingestochen, welche im Originale nicht vorhanden sind. Diese 
Copie ist seltener als letzteres.
        

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