Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1569199
GL. Nr. 9c. 29 
Jahrzalil 1539 sahen wir in der Sammlung des Herrn Develey zu 
München. Brulliot I. No. 2182 gibt ebenfalls ein Monogramm mit 1539, 
es gleicht aber in der Form mehr unserm ersten Zeicherl- ET fand 93 
ebenfalls auf landschaftlichen Bildern, wie jenes mit der Jahrzahl 1542. 
Das mittlere Zeichen, und dann auch ein dem ersten ähnelndes Mono- 
gramm kommt auch auf Kupferstichen in der Manier des Hans B01 vor. 
Sie enthalten reiche Landschaften mit biblischen Scenen und der 
Adresse des Hieronymus Cock, qu. fol. 
Das Geburtsjahr dieses Künstlers ist unbekannt. Jakob Binck hat 
1529 (nicht 1559, wie bei Brnlliot, im Künstler-Lexicon, bei Immerzeel 
u. A. zu lesen) das Bildniss dieses Meisters gestochen, und zwar in 
reifen Jahren. Es hat die Inschrift: Imago Lucae Gasse! Ab Jacobo 
Binco. Ad Vioam Effigiem Delineata. Honos. Alit. Artes. In der 
Bildnisssammlnng des H. Cock ist eine Copie mit dem Lobgedichte 
des Lampsonius. Der Stich ist von H. Wierx, und eine Copie nach 
diesem von der Gegenseite (nach rechts) ohne Namen des Stechers 
und ohne Verse. Eine andere Copie des Blattes von Binck hat im 
späteren Drucke die Adresse: S. Iflocting ewc. del. II, und eine zweite: 
J. B. v. Tienen. Beide Nachbildungen sind von der Gegenseite, indem 
der Kopf nach rechts gerichtet ist. L. Gassel war also 1529 schon 
ein renomirter Künstler. In der k. k. Gallerie zu Wien ist eine 
Gebirgslandschaft mit Juda und Thamar mit dem Monogramme und 
der Jahrzahl 1548 bezeichnet. Der Künstler war also jedenfalls um 
1529 -1548 thätig, und noch später, da die Blätter aus dem Verlage 
des H. Cock nach 1550 fallen. Ganz unrichtig ist die Angabe bei 
Bryan-Stanley, nach welcher Gassel 1480 zu Brüssel geboren wurde 
und 1528 starb. Das Gemälde der k. k. Gallerie in Wien ist ächt, 
und dieses löst alle weiteren Bedenken des Hrii. Ch. Kranim, welcher 
die Jahrzahl auf dem Bildnisse des Künstlers von Jakob Binck richtig 
gelesen hat. Er glaubt, dass Gassel 1460 geboren seyn müsse, damit 
verträgt sich aber die Jahrzahl 1548 sicher nicht. 
96- Ludwig Gruner, Maler und Kupferstecher, geb. zu Dresden 
 den 24. Februar 1801, machte seine Studien auf der 
Qiä-Qäl Akademie daselbst, ging dann zu gleichem Zwecke 
0:3, nach München, und sah sich 1824 als k. Pensionär 
QUQ in den Stand gesetzt, in Italien unter Longhi und 
Anderloni seine Ausbildung zu vollenden. Gruner verblieb bis 1832 
in Italien, und besuchte dieses Land später zum zweiten Male. Auch 
in England hielt er sich auf. Gegenwärtig lebt der Künstler in Dresden, 
wo ihm nach dem Tode des Direktors Frenzel die Stelle eines In- 
spektors des k. Kupferstich-Cabinets anvertraut wurde. 
Gruner hat eine ziemliche Anzahl von schönen und interessanten 
Blättern geliefert, deren mit dem Monogramme bezeichnet sind. Nach 
Brulliot I. No. 2184er findet man die beiden ersten Zeichen auf ver- 
schiedenen Bildnissen in Aquarell, welche der Künstler in Italien und 
m SPanien gemalt hatte. Dieselben Zeichen, doch kleiner gebildet, 
kommen aber auch auf Kupfersticheii vor. Wir haben einen Theil 
seiner Werke im Künstler-Lexicon (1837) V. S. 408 verzeichnet, dar- 
unter_ sind aber nicht seine späteren Hauptblätter, und somit liefern 
wir einen Nachtrag, da zugleich auch auf das Monogramm hingewiesen 
Werdßll kann. Es kommt aber meistens nur in Probedrücken vor. 
1) Christus an der ltfartersäule mit architektonischen Arabesken. 
Nach Andrea Mantegna, Rom 1839, kl. fol.   
2) ChHStuS m halber Figur nach der Auferstehung, mit dem Mantel 
über dem erhobenen Arme. Links unten B. V., rechts das kleine Zeichen,
        

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