Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1569189
94  95. 
sind 29 Blätter darin enthalten, und dazu kommen noch 30 mit dem 
ganz leeren Täfelchen, oder mit Spuren von Buchstaben. Höhe 4 Z. 
3 -4 L. Br. 5 Z. 1-3 L. Der Meister G. L. , welcher Gottfried 
Leigel heissen mag, ist nicht ausschliesslich als Formschneider zu be- 
trachten, sondern als Erfinder und Zeichner der Bilder, dessen leiten- 
der Geist sowohl in den bezeichneten, als in den unbezeichneten Blättern 
in einer, der Schule des jüngeren L. Cranach verwandten Richtung 
auftritt. Es ist besonders der landschaftliche Theil der Bilder, welcher 
die Leistungen des G. L. vor anderen auszeichnet, doch nicht so sehr 
durch besondere Schönheit und Wahrheit der Formen n. s. w., als 
vielmehr durch das Bizarre und Verworrene derselben. Der Augen- 
schein lehrt, dass alle diese Blätter der Composition nach von einem 
und demselben Künstler herrühren, wenn er sie auch nicht alle ge- 
schnitten hat. Ein anderer Theil der Blätter ist-von Hans Brosamer, 
welcher Sein-Zeichen beifügte. 
Dann finden wir diesem Künstler auch eine Copie nach A. Dürer's 
Kupferstich mit St. Anton B. N0. 58 zugeschrieben. Der Heilige sitzt 
links auf dem Boden, und somit ist das Bild von der Gegenseite ge- 
nommen. Bartsch und Heller beschreiben mehrere Copien nach diesem 
Blatte, aber keine mit dem Monogramme GL. Vergl. auch den fol- 
genden Artikel.  
94. Gottitied Leigel, der oben erwähnte Meister, hat wahrschein- 
lich auf die gegebenen Monogramme Anspruch, wodurch 
(E4  er sich namentlich als Zeichner erweiset. Man findet sie 
nämlich auf Zeichnungen in der Weise des älteren Lnkas 
 Cranach, welche aber letzterem zugeschrieben werden. Wir 
haben desswegen im Artikel des Lukas Cranach II. N0. 310 
S. 114 darüber gehandelt, und einige Zeichnungen nach dem Inhalte 
angegeben. Derydort erwähnte Biograph des L. Crauach senior, Oh. 
Schuchardt, ist nicht geneigt, solche Zeichnungen, deren sich in der 
Sammlung des Erzherzogs Carl in Wien, und im grossherzoglichen Ca- 
binet zu Weimar finden, dem L. Cranach unbedingt zuzuschreiben, 
und das erste Zeichen erregt um so mehr Bedenken, als es deutlich 
aus GL besteht. Auch das zweite Monogramm ist aus diesen Buch- 
staben zusammengesetzt, und vielleicht auch das dritte. Eine der Zeich- 
nungen in der Sammlung des Erzherzogs Carl stellt die Parabel vom 
Balken und Splitter im Auge vor, und ist mit der Jahrzahl 1532 ver- 
sehen. Sie rührt jedenfalls von einem Schüler des älteren Cranach 
her, und dieser mag nun Gottfried Leigel hcissen. Vgl. übrigens auch 
den vorhergehenden Artikel. Wir vcrmuthen zwei Künstler GL, viel- 
leicht Vater und Sohn. Dem älteren würden demnach die Zeichnungen 
mit den gegebenen Monogrammen angehören, und dann die mitden 
Initialen G. L. und MJLXXVII bezeichneten Holzschnitte der Ueber- 
setzung des neuen Testaments von H. Emser. Der Illustrator der 
LutTPschen Bibelausgabe von 1550, nämlich der vorhergehende Künstler, 
dürfte ein ahderer G. L., vielleicht der jüngere Gottfried Leigel seyn, 
wenn man ihn so nennen.will. 
95- Lukas Gassel von llelmond gehört zu denjenigen holländischen 
Meistern, welche in der ersten Hälfte des 16. Jahr- 
G16, hunderte das Fach der landschaftlichen Malerei mit 
l 4'539 bestimmter Absicht pflegten, und daher die meist bib- 
.75 42, liscbe Staffage unterordneten. Seine Bilder sind aber 
noch alterthümlich, und in den über einander gethürmten Felsenmassen 
öfter düster. ,Gassel malte Bilder in Oel und Wasserfarben, sie gind 
aber selten geworden. Ein Gemälde mit dem Monogramme und der
        

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