Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1572765
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1038. 
und dem Beisatze: H. H. in. angegeben, wesswegen wir das Portrait 
des Erasmus hier erwähnen. Wir kennen nur Abdrücke ohne den 
Beisatz H. H. in. 
R. Weigel gibt im sechsten Hefte seines Prachtwerkes: Holz.- 
schnitte berühmter Meister etc. Leipzig 1852, eine trefiliche Copie 
dieses im alten Drucke sehr seltenen Bildnisses. Weigel erklärt es 
als eigenhändige Arbeit des Hans Holbein, Baron v. Rumohr (H. Hol- 
bein der jüngere 8m. S. 73) erkennt aber nur im Kopfe, in den Händen, 
im Gewande, im Terminus die Hülfe H0lbein's, die architektonische 
Umgebung, nämlich das Portal, unter welchem Erasmus steht, hält er 
für Arbeit eines Formschneiders von „gemischt italienisch-tramonter 
Bildung". Er findet in der Einfassung nichts, was an deutsche Schulen 
erinnert, also auch nicht an Holbein, sondern etwas dem Style fran- 
zösischer Bildhauer am Hofe Franz I., sogar der Schule von Fontaine- 
bleau sich Näherndes. Nach der superfeineu Distinktion des Baron 
v. Rumohr kann also Holbein das schöne Portal, unter welchem Erasmus 
steht, nicht gezeichnet haben, wir linden aber einen solchen unmittel- 
baren Zusammenhang mit der Basis des Terminus und jener der Säulen, 
dass Holbein die Portraitfigur entweder nicht, oder die architektonische 
Einfassung mit derselben gezeichnet hat. Eine fremde Zeichnung hat 
er sicher auch nicht in Holz geschnitten, und die architektonische Um- 
gebung hält wohl nur Frhr. v. Rumohr allein für französische Arbeit. 
Die Figur des Erasmus ist so sehr in der Weise Holbeinis gezeichnet, 
dass man annehmen kann, er habe im Beiwerke gegen seine sonstige 
Gewöhnung den Styl der französischen Plastik der Renaissance-Periode 
nachgeahmt. Dann mag er an der Figur auch mit dem Schneidmesser 
nachgeholfen haben. Man kann dieses eher annehmen, als dass Hans 
Lützelburger das Blatt geschnitten habe. Einige wollen es ihm auch 
zuschreiben, und sie haben viel mehr Grund als diejenigen, welche 
allenfalls an Bernard Salomon in Lyon denken möchten, wo sich die 
Platte nie befand.  
2) Die Holzschnitte in dem äusserst seltenen Catechismus des Erz- 
bischofs Granmer: CATECHISMVS. That is lo say a short Inslruction 
into Christian Religion or the singulor commoditie und profyle of 
childce und young people  Gualterus Lynne ewcutebat 1548. 
Am Ende: Enprynted at London in S. James streete by Nicolaus 
Myll for Cwalter Lynne dwelling an Somers lcaye by Ifyllings gate. 
H.4Z.6L. Br.3Z. 
Auf dieses Werk geht Frenzel im Kunstblatt 1832 S. 105 ein, 
und auch R. Weigel beschreibt im Anhange zu v. Rumohüs Schrift S. 95 
die angeblichen Originalblätter von Holbein. Im Ganzen enthält der 
Catechismus 31 Holzschnitte, welche grösstentheils an die Schnitt- 
weise des Salomon Bernard in Lyon erinnern. Die Buchstaben H H 
kommen nur auf einem einzigen Blatte vor, nämlich auf jenem mit 
dem Gebete im Tempel. Das Facsiinile gibt Frenzel, wie unser 
drittes Zeichen zeigt, aber wahrscheinlich viel zu gross, da die Blätter 
klein sind. 
i. König Edward VI. übergibt die Bibel der hohen Geistlichkeit. 
Auf der Rückseite des Titels. 
2. Moses empfängt die Gesetztafeln auf dem Sinai. II. Moses 
1.9, I9. H. 2 Z. 2 L. Br. 2 Z. 3 L,  R. Weigel gibt 
im sechsten Hefte der Holzschnitte berühmter Meister eine 
Copie. 
3. Kain's Brudermord. Genesis III.
        

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