Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1572454
987. 
355 
Gallerie der Uftizi zu Florenz ist eine Madonna mit dem Kinde unter 
einem prächtigen Thronhimmel, und mit St. Catharina, welche dem 
Jesuskinde eine Blume reicht. Die Hände, der Thron, der Teppich, 
die Halsbänder, die Perlen, die Diamanten und die Landschaft können 
nicht schöner gemalt werden, als hier geschehen. Im Palais Puccini 
zu Pistoja ist eine Madonna in der Engelglorie mit den Donatoren. 
Diese Tafel wird von-Flügeln geschlossen, auf welchen die Verkündig- 
ung grau in grau gemalt ist. Das Mittelbild ist mit dem Monogrammc 
versehen. 
In der k. Pinakothek zu München ist ein bezeichnetes Bild des 
hl. Johannes in der Wüste von 1472. Die übrigen Gemälde, welche in 
München diesem Meister zugeschrieben werden, sind nicht ächt. Auch 
die im k. Museum zu Berlin dem Hugo van der Goes zugeschriebenen 
Gemälde sind zweifelhaft, höchstens Nachahmungen eines Unbekannten. 
Im k. k. Belvedere zu Wien gelten ebenfalls Bilder für Werke des 
Hugo, ohne es zu seyn. In der Capelle des Palais de Justice zu Paris 
ist ein Gemälde mit Christus am Kreuze und Maria in Ohnmacht. Auf 
der einen Seite sieht man den Täufer Johannes und den hl. Ludwig, 
auf der anderen den Evangelisten Johannes mit St. Dionys und Ca- 
rolus magnus. In der Gebirgslandschaft des Grundes sind zahlreiche 
Figuren. Die Capelle de 1a Cour diAppel liess Ludwig XI. ausschmücken. 
Zu beiden Seiten des Altars wurden 1479 die Statuen des hl. Ludwig 
und des Charlemagne aufgestellt, und aus diesem Datum kann man 
auch auf die Zeit des Gemäldes schliessen. Für letzteres spricht 
jedoch kein gleichzeitiges Document, man schreibt aber das Werk 
dem Hugo van der Goes zu. Es ist in der Weise desselben behandelt, 
und kündigt theils den strengen Styl des Hubert van Eyck an. Der 
Heiland am Kreuze ist ein wahres Meisterwerk. Das Gemälde ist 
311530 hoch, und 2111,28 breit. Das Document über die Ausschmück- 
ung der Capelle s. La Renaissance des arts ä la cour de France, 
pur L. de Laborde p. 57. 
Die Bilder dieses Künstlers in Belgien gingen 1575 im Bilder- 
sturm zu Grunde, nämlich die Gemälde in der Kirche zu Vosselaere, 
die Geschichte der hl. Catharina in der Carmelitenkirche zu Gent, 
David und Abigail, und eine Madonna bei St. Jakob daselbst. Das 
Hauptwerk in letzter Kirche war Christus am Kreuze zwischen den 
Mördern. Es entging den Iconoclasten, üel aber bald darauf den Cal- 
vinisten in die Hände, welche das Bild mit einer Farbe überzogen, um 
die zehn Gebote darauf zu malen. Nachdem die Kirche dem katho- 
lischen Cultus wieder eingeräumt war, wurde die Ueberlage zwar ent- 
fernt, das Gemälde ging aber zu Grunde. 
937. Unbekannter Kupferstecher, dessen Name durch die ge- 
gebenen Buchstaben vielleicht nicht angedeutet ist. Börner 
b J fand sie in einem kleinen Blatte, dessen Zeichnung und Stich- 
weise auf einen Meister des 15. Jahrhunderts welset. Es zeigt 
ein Wappen, welches links von einer nackten Frau, rechts von einem 
nackten Manne gehalten wird. Der Schild ist von rechts oben schräg 
nach links herab durch zwei Balken getheilt, und auf demselben sitzt 
ein geschlossener Helm mit Krone, deren Zackeil lilienförmig, und von 
zwei Flügeln überragt sind. Ein runder Rahmen umgibt das Wappen 
und die Schildhalter in der Art, dass der linke Fuss der Frau, und 
jener des Mannes in den schmalen Rahmen treten, die Flügel aber 
über diesen hinaufreichen. Die Buchstaben leg befinden sich rechts 
und links von der mittleren lilienförmigen Zacke der Krone, und könnten 
desswegen auch die Person andeuten, deren Wappen adargestellt ist. 
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