Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1572347
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970  971. 
In. der Ofiizin des H. Grau war auch noch eine zweite Titel- 
Einfassung vorhanden. Sie ist aus Ornamenten gebildet, und mit 
Genien geziert. Oben halten zwei Genien einen Feston, über welchem 
zwei Delphine hervortreten. In der unteren Leiste sieht man zwei 
andere Genien mit den Schilden der Druckerei des H. Grau. Der eine 
mit den Initialen H G und den gekreuzten HackenFweicht hvon dem 
obigen ab. Er hat die gewöhnliche altdeutsche orm 0 ne Aus- 
scliweifung, und die Buchstaben mit den Hacken erscheinen weiss auf 
schwlarzem Grunde. Im Schilde des zweiten Knaben ist einer aufäeä 
broc ene Nelke, ebenfalls in die Tiefe geschnitten. Brulliotl  o. 2 3 
gibt eine gute Nachbildung, welche wiir untlerlassend, dai) die Initialen 
und die Hacken mit dem Bäumchen iesel en sin  er genannte 
Schriftsteller fand die Bordure mit dem Titel des Buches: Sermöes 
Gabrielis Biel Spiräsis de festiuitatib. glor-iose eirginis Marie. 
Den Druckort und das Datum gibt Brulliot nicht an, indem er wahr- 
scheinlich nur das Titelblatt vor sich hatte. H. 6 Z. Br. 4 Z. 1 L. 
Dieselbe Einfassung dient auch zum Dictrmzarzum quod gamma gem- 
marum vocant. Am Ende: Vocabularzus gamma gemmarum dm- 
genter reuisus   impressusque in imperiale" oppido Hagenmv: 
per industrium HenricumalGran inibi incolam, impensis Joannis 
Rynman  Anno 1518,  
970. Hans Grieninger, oder der Meister mit dem Monogramm H G 
N o. 944, deutete durch diese Initialen seinen Namen 
H ( i an. Das Blatt mit denselben ist sicher von dem frag- 
lichen Monogrammisten, denn es kommt in einem 
Druckwerke der GrüningeNschen Offizin vor. Dieser Titelholzschnitt 
stellt einen dreieckigen Spiegel vor, durch welchen drei Bänder gehen 
mit den Inschriften: von nun cEnorIE,  von 1mm TOD.  von mm BICHT. 
H. 3 Z. 11 L. Br. 3 Z. 4 L. Der Spiegel ist auf dem Titel folgen- 
den Werkes eingedruckt: Der dreieckeclzt Spiegel, von Geiler von 
Kaysersper. Strassburg, o. J., 4. Dieses Buch stammt aus der 
Druckerei (Yces Hans Grieninger oder Grüninger, und die Buchstaben HG 
auf der Titelvignette scheinen den Namen des Buchdruckers anzudeuten. 
Als Formschneider können wir ihn nicht betrachten, und wenn daher 
die Initialen sich auf einen solchen beziehen, so kann nur der er- 
wähnte Mouogrammist es seyn. 
971. Hans Guldenmundt, Briefmaler, Formschneider  und Buch- 
 drucker von Nürnberg, war um 1520-1546 thätig, 
H und publicirte eine bedeutende Anzahl von Holz- 
schnitten, welche grösstentheils als Verlagsartikcl 
zu betrachten sind. Darunter haben die Gelegen- 
heitsbilder, oder die sogenannten fliegenden Blätter einen mehr histo- 
rischen, als artistischen Werth, sie gehören aber zu den Seltenheiten. 
Hans Sachs fertigte ihm Reime, welche aufgedruckt sind, häufig aber 
mit der Adresse des H. Guldenmundt abgeschnitten wurden. Gewöhnlich 
geschah dieses mit Ahdrücken von älteren Platten, welche Guldenmundt 
auf irgend eine Weise erworben hatte. Sein Name steht auf dem Holz- 
schnitte mit der Ruhe der hl. Familie von _Lukas Cranach, B. No. 3, 
auf jenem mit Christus am Kreuze, angeblich nach A. Dürer, Heller 
N0. 1974, und auf einem solchen mit der gekrönten hl. Jungfrau und 
dem auf einem Kissen stehenden Kinde, angeblich von A. Dürer, Heller 
N0. 1998. Diese Blätter wurden aus Spekulation beschnitten , um sie 
dem Dürer zu unterstellen, welchem sie nicht angehören. Doch steht 
es sehr im Zweifel, ob Guldenmundt die Platten geschnitten habe. 
Derselben Oategorie gehört auch die allegorische Vorstellung au, welche
        

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