Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1572130
915 
918. 
323 
915- Heinrich Fassner, Maler von Bern, gehört zu denjenigen 
alten Meistern, deren Namen man bisher in 
Q C. der Kunstgeschichte vergebens suchte. Ueber 
   die Deutung der Buchstaben auf ihn herrscht 
  o  gar kein Zweifel. Sie befinden sich mit einem 
S D K i Berner Batzen auf dem Gemälde mit der Geburt 
der Maria im Museum zu Basel, und aus derAb- 
G, bildung der Münze dürfte man schon schliessen, 
dass der Künstler aus Bern war. Das Bild der Geburt der hl. Jung- 
frau gehört zu einer Folge von sechs Gemälden aus dem Leben der 
Maria, welche unbezeichnet sind. Ueber den Namen des Meisters gibt 
uns indessen weniger der Berner Batzen, als das rothe Buch der Zunft 
zum Himmel in Basel Aufschluss. In diesem noch vorhandenen Buche 
sind von 1430 an alle Maler und Bildhauer eingetragen, welche in 
Basel zünftig waren, oder das Meisterrecht ausübten. Unter dem 
Jahre 1498 kommt auch Meister Heinrich Fassner, Maler von Bern, 
vor, und es ist wohl kein Zweifel, dass er unter den obigen Buch- 
staben seinen Namen angedeutet habe. Für die Kenntniss der alten 
schweizerisch-elsassischen Schule sind die Gemälde aus dem Leben 
der Maria im Museum zu Basel von Wichtigkeit, weil sie als nationale 
Werke zu betrachten sind. 
Brulliot II. No. 2856 gibt fast dasselbe Zeichen in Doppellinien 
mit der Jahrzahl 1501. Er Tand es auf einem Gemälde der Gallerie 
des Fürsten von Oettingen-Wallersteiu. Es ist sicher von dem Meister 
der Geburt der Maria im Museum zu Basel, da die Zeit für ihn stimmt. 
915- Unbekannter Erzgiesser oder Bildhauer, welcher in der 
ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts thätig war. Die 
 1D gegebenen Buchstaben mit- der Handmarke stehen auf 
 dem ehernen Epitaphium des Bischofs Sigismund von 
Lindau in der Vorhalle des Domes zu Merseburg. Der Bischof starb 
1544, und somit könnten sich die Initialen HF auf Hermann oder 
Hans Vischer beziehen. Beide waren Söhne des berühmten Peter 
Vischer in Nürnberg, und sie kommen nach dem Tode des Vaters als 
Verfertiger von Gusswerken vor. Der Vater schrieb allerdings Vischer 
und nicht Fischer, allein mit V und F nahmen die alten Künstler es 
nicht sehr genau. 
917. Hans Rudolph Fiissli, der altere Maler dieses Namens, war 
 in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Zürich thätig. 
H  Ueber seine Leistungen verlautete früher nichts, in neuester 
Zeit kamen aber Zeichnungen zum Vorschein, welche auf 
einen Glasmaler schliessen lassen. Sie bestehen in Wappen 
mit Figuren, in historischen und sinnbildlichen Vorstell- 
ungen 8m, mit der Feder umrissen, und auch getuscht. Diese Zeich- 
nungen, welche mit obigen Buchstaben, und auch mit einem aus HRF 
gebildeten Monogramme versehen sind, stammen nach den beigefügten 
Daten aus der Zeit von 1611-1634. 
913. Hans Furtenbach und Hans Frank nennt man den Meister 
mit dem Monogramm N0. 896, und hier han- 
QI-I F  H {J delt es sich um denselben Künstler. Brulliot 
N 'H'F II. N0. 1184 sagt, er habe die ersten Initialen, 
und dann die zweiten, bei ihm etwas abweichenden Buchstaben auf 
Holzschnitten mit biblischen Vorstellungen gefunden, bemerkt aber 
nicht, in welchem Buche. Kleiner kommen diese Buchstaben in der 
Bibel des Dr. M. Luther vor, welche 1572 bei Hans Luift erschien, 
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