Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1571985
308  HER. Nr. 884. 
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Falle nicht an H. Holbein denken, obgleich ihm ein ähnliches Zeichen 
zugeschrieben wird. Der Formschneider Herman kam mit Hans Bald- 
ung Grien mehr in Berührung, als mit Hans Holbein. Ob er jener 
Saint Herman ist, welcher unter den Formschneidern von Burgkmaifs 
Triumph des Kaisers Maximilian erwähnt wird, können wir nicht be- 
stimmen. In seinen Blättern beurkundet sich die Richtung des Hans 
Baldung Grün. 
Das Bildniss des Dr. Martin Luther als Augustiner-Mönch. Ueber 
ihm schwebt der hl. Geist in Gestalt einer Taube, und in der Linken 
halt er ein halb geöffnetes Buch, auf dessen Deckel das Monogramm 
des Hans Baldung Grien mit der Jahrzahl 15210) steht. Auf dem 
Rande des Buches bemerkt man in kleinen lateinischen Versalien den 
Namen HERMAN. H. 5 Z. 10 L. Br. 4 Z. 3 L.  
Die Jahrzahl auf dem Buchdeckel ist etwas undeutlich, und daher 
ist vielleicht nicht 1521 zu lesen. Uebrigens trug Dr. M. Luther in 
diesem Jahre noch den Augustiner Habit. Das Interdikt wurde am 
26. April 1521 auf der Versammlung in Worms ausgesprochen, und 
am 4. Mai kam er heimlich auf der Wartburg an. Dr. Luther konnte 
also noch im April 1521 als Augustiner-Mönch vorgestellt werden. 
2) Die Titeleinfassung zum Index in quingue Tomos operum 
divi Joamiis Chrysostomi episcopi Constinopo ilani. E0: inclyta 
Germaniae Basilea per And. Cratandrum. Anno M. D. XXII. Höhe 
10 Z. Breite 6 Z. 9 L. In dieser Einfassung sind verschiedene kleine 
emblematische Vorstellungen. Der Weg des menschlichen Lebens von 
der Kinderschnle an durch den Hof des Glückes, breit durch allerlei 
Lüste und Gefahren, schmal, rauh und steil zum Ziele und zur end- 
liehen Krönung führend. Links unten ist der Name nennum, und etwas 
weiter nach rechts das Monogramm H H. Dieselbe Bordüre kommt 
auch mit einigen Abänderungen mit dem Monograrnme H H vor, man 
schreibt sie aber dem Hans Holbein zu, und zwar als Originalform- 
schnitt, was uns etwas bedenklich scheint. 
3) DieTiteleinfassung zu Jakob Spiegel: In Aurelii Prudenlii 
Clementis  De miraculis Christi Hymnum ad omnes horas inter- 
pretatio. Selestadii, L. Schur 1520, fol. In der architektonischen 
Einfassung sind oben die Brustbilder von David, Esaias, Paulus, Jo- 
hannes, neben der Titelschrift jene von Hieronymus, Ambrosius, Augu- 
stinus, Gregorius, und unten zwei Genien mit einem leeren Schilde, 
von welchem beiderseits die oben gegebenen Spruchzettel mit dem 
Namen HER MAN ausgehen. 
4) Eine kleinere Titeleinfassung in Strassburger-Drucken von 1522, 
1525 und 1526. Sie stellt ein von zwei Säulen getragenes Portal vor. 
An jeder Seite klettert ein nackter Knabe, unten sind ebenfalls zwei 
Kinder, und in der Mitte geht eine weibliche Gestalt in rankende Blu- 
men aus. Oben ist ein Mascaron, und über dem Portal halten zwei 
bärtige Männer fliegende Bänder. Links unten steht auf dem Bande 
nnmvmv. H. 4 Z. 9 L. Br. 3 Z. 1 L. 
Diese Bordüre beschreibt Wiechmann-Kadow in Naumann's Archiv 
VI. S. 153. Wir fanden sie in: Ratio seu metodus compendio per- 
veniendi ad veram Theologiam, per Erasmum Roterodamum. In 
foelici Argentina An. M. D. XXII., 8. 
884. Hermann llilullexgf gewöhnlich Müller genannt, hintiä-liess 
viee Kup erstiche, deren auch mit einem ono- 
Herman MM" gramme versehen sind. Die gegebene Schrift steht 
scul- et 9x9 auf Blättern, welche in Runden mythologische Vor- 
stellungen nach Abraham Bloemaert enthalten, 4. 
HER. 
884.
        

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