Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1571721
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HCEA 
HCF. 
784- 
1786. 
784. Unbekannter Kupferstecher, welcher im 16. Jahrhundert 
 gelebt zu haben scheint. Brulliot I. N0. 1197 sagt, dass 
LGEÄÖE man diese Zeichen auf Copien der Dorfhochzeiten von 
Hans Sebald Beham finde. Diess sind also die Blätter B. N0. 154_163 
und No. 166-177. Wir haben die Copien nicht gesehen, und fanden 
sie auch in keinem der vielen uns zu Gebot stehenden Cataloge erwähnt. 
785- Hieronymus David, Zeichner und Kupferstecher, geb. zu 
W Paris um 1705, verlebte die grösste Zeit seines Lebens in Italien, 
und hinterliess eine grosse Anzahl von Blättern. Fast auf allen 
kommt der Name vor. Das gegebene, aus HDF bestehende Zeichen 
findet man auf einem Blatte mit der Ansicht des Grabmales des Petrarca. 
786- Hans Gollaert wird gewöhnlich der Träger dieser Zeichen 
 genannt, wir haben aber schon unter dem Monogramm 
IGFÄGLEW HC N0. 750 nachzuweisen gesucht, dass die Blätter 
mit den gegebenen Zeichen nicht von Hans Collaert, sondern von 
Herman Cobleut, einem Schüler des älteren Hans Collaert herrühren. 
Hans Collaert jun., der Zeitgenosse des Herman Coblent, war im Fache 
der Kunstindustrie thätig, und leistete hierin Vorzügliches. Von ihm 
können die historischen und biblischen Blätter mit dem Monogramme 
HCF nicht wohl herrühren, wenn sie auch in der Weise der Collaerts 
gestochen sind. In keinem Falle aber kann sich das Monogramm auf 
Hieronymus Cock beziehen, wie man auch geglaubt hat. Was dieser 
Meister geleistet, haben wir unter No. 759 angegeben, und es bleibt 
uns daher nur Herman Coblent übrig, welcher um 1575-1590 ge- 
arbeitet hat. Blätter mit seinem Namen findet man selten, sie sprechen 
aber für die Deutung des Monogramms. Coblenüs Blätter sind sehr 
schön und sorgfältig behandelt. Er bediente sich auch der Initialen 
HC und HCF, so dass der Artikel HC No. 750 und der folgende 
sich ergänzen. Ein jeder trägt den Namen Hans Collaert an der Spitze, 
weil man früher den H. Ooblent theils nicht kannte, theils nicht be- 
rücksichtigte. Wohl zu bemerken ist, dass der ältere Hans Collaert 
1581 vom Schauplatz trat, die Blätter mit dem Monogramm datiren aber 
aus späterer Zeit. Es könnte nur der jüngere Künstler dieses Namens 
eintreten , welchen wir aber nur durch seine Musterblätter für Gold- 
schmiede kennen. Auf folgenden Blättern kommt das Monogramm vor: 
1) Eine Folge von kleinen Blättern mit einzelnen Figuren in 
Nischen, unter welchen der Name der betreffenden Figur steht, wie 
David (zweimal), Judith, Lucretia, Vulcan, Marius Saevola (Mercus 
Muiitcius genannt) etc. H. 2 Z. S L. Br. 1 Z. 6 L. 
2) Mehrere Blätter mit Darstellungen aus dem alten Testamente 
in folgendem Werke: Thesaurus Sacrarum Historiarum Veteris et 
Novi Testamenti. Antverpiae, G. de Jode 1585, fol. 
Der Künstler illnstrirte den Propheten Daniel 8m. 
i) Die Fjlulsswaschung des Herrn. Mit der Adresse des Hans van 
Lu c , qu. o. 
y 4) Marcus Curtius, von Frenzel im Catalog Sternberg erwähnt, qu. fol. 
5) Eine Klosterscene. Der Prior sitzt am Kamine und ordnet 
einer Nonne die Speisen au, während letztere einem hinter ihr sitzen- 
den jungen Mönch das Kinn streicht. Im Hintergründe rechts bemerkt 
man spinnende Nonnen, und vorn steht das Monogramm. H. 9 Z. 
Br. H Z. 3 L. i 
Dieses seltene und treifliche Blatt ist in der Weise des Anton 
Wierx gestochen. 
6) Eine Gruppe von Bettlern oder Lazaronis, im italienischen Style 
gehalten, 12.
        

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