Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1571652
HOB. 
775. 
275 
erwähnt. Der Verfasser schreibt die drei Titelblätter, so wie die 103 
biblischen Vorstellungen dem Meister mit dem Monogramme H JB zu. 
Man kann in der gegebenen Form des Zeichens diese Buchstaben auch 
mit gutem Grunde vermuthen, und desswegen ist man nicht selten auf 
Jakob Binck verfallen. Dieser Meister hatte aber weder mit M. Lother 
in Magdeburg, noch mit Hans Luift in Wittenberg etwas zu schaffen. 
Man findet nämlich auch in Dr. M. Luther's Auslegung der Epistel 
und Evangelien, welche 1544 bei Hans Lufft erschien, dieses Zeichen 
mit dem anscheinlieh verkehrten C. Ein Holzschnitt mit demselben 
Stellt die Erweckung des Jünglings zu Naini vor. 
775. Jakob Binck, MaleibnKupferstecher und FormschneiderC?) 
 von ö n, nach eini en 1490 nach anderen 
  1504 geboren, gingg aus A. ,Dürer's Schule 
  hervor, was aus seinen Blättern erhellet, doch 
 ,   wurde er nicht in Nürnberg geboren, wie 
  einige Schriftsteller geglaubt haben. Auf dem 
 ÄGB, 5 Kupferstiche mit dem Saturn aus der Folge 
der Gottheiten nach Jakob Caraglio, B. 1510.26, steht deutlich: IOCOBVS 
BINCK COLONIENSIS FECIT 1530. J. Binck war also in Cüln geboren, 
und darauf deutet auch der Buchstabe C im Monogramme. Letzteres 
besteht aber nicht aus den Initialen H C B, sondern aus I C B, nur ist 
gewöhnlich das I durch einen Querstrich mit B verbunden, so dass 
sich H herausstcllt. Man findet aber auch etliche Blätter, in welchen 
der Querstrich fehlt. Wie lange sich Binck in Nürnberg aufgehalten 
habe, ist nicht bekannt, man kann aber annehmen, dass er daselbst 
die Copien nach A. Dürer und Hans Sebald Beham ausgeführt habe. 
Diehfrühesten Jahrzahlen auf seinen Kupfeiistichen äind 133i und güä 
doc ma er schon vor 1525 mit dem Stic el gear eitet a en. ac 
Sandrart? Akademie II. 234, hielt sich Binck auch einige Zeit in Rom 
auf, und dieser Schriftsteller behauptet geradezu, Marc Anton habe 
von ihm mehrere Blätter nach Rafael stechendassen, die er dann 
unter seinem eigenen Namen herausgab. Dass Binck nach guten itali- 
enischen Vorbildern sich gebildet, ist offenbar, und er kann auch "III 
Rom gelebt haben. Unter den dem Marc Anton zugeschriebenen Blat- 
tern erinnern einige entschieden an J. Binck's Manier, und Sandrart 
wird recht haben, Wßillfl (Isar ihä  ltlatxic Antolilit iln Berühiiung llriäigt. 
Nach 1530 dürfte sic a er er üns er nic ange me r nu em 
Grabstichel bescläaftilget habämMEIJr tgat lilnf andere Väarhallgnissif, in 
welchen er als eiciner un aer esc ätige wur e. inc war 
schon vor 1546 Hofmalär des Iiönigs OhristlianBIläI. von Dälitnemagk, 
und hielt sich zu Copen agen au , wo er vie e i nisse ma e. er 
Künstler wurde aber auch von Herzog Albert von Preussen beschäf- 
tigct, und im Juli 1551 scheint er ganz in Dienste des letzteren über- 
gegangen zu seyn. Von dieser Zeit an wählte Binck Königsberg zum 
Aufenthalte, wo die Bildnisse des Herzogs Albert und seiner Gemahlin 
noch vorhanden sind. Nach Oopenhagen kam der Künstler nicht mehr 
zurück. Der König ersuchte zwar unter dem 19. September 1559 den 
Herzog Albert, Binck auf kurze Zeit zu ihm zu senden, Letzterer ver- 
sprach aber die Abreise erst für das kommende Jahr, und sie unter- 
blieb. Die Angabe hderjeräigän, wellfhe den Künstlär 115601 in äönligstberg 
sterben lassen, sc eint a er ric tig zu se n. e er as er ä n1_SS 
zu den beiden genannten Fürsten gibt deryBriefwechsel derselben im 
Nye Danske Magazin I. p. 322-360 Aufschluss. J. G. Meusel liess 
diese Briefe in den Neuen Miscellaneen VIII. S. 1021-71039 _ab- 
drucken, und Merlo, Kunst und Künstler in Cöln S. 35, basirte weiter 
18'"
        

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