Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1571060
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665 
668. 
 Unbekannter Knpferstecher. welcher in der ersten Hälfte 
  des 16. Jahrhunderts thätig war. Bartsch VIII. p. 536 be- 
lt schreibt zwei Blätter, welche das Glück und das Unglück vor- 
stellen, enthält sich aber jeder weiteren Bemerkung über die Schule 
des Meisters.  
1) Das Glück, als nacktes Weib, welches auf einer geflügelten 
Kugel mit dem Segel in beiden Händen das Meer durchschneidet. 
Links obcn verbreitet die Sonne ihre Strahlen, und auf der anderen 
Seite ist ein Täfelchen mit dem Worte Forluna und dem Zeichen. 
H.4Z.4L. Br.2Z.10L.' 
2) Das Unglück, als nacktes Weib, welches auf der geflügelten 
Kugel rücklings durch die Sonne schreiten will, was durch den links 
neben der Kugel angebrachten Krebs angedeutet ist. Der Dämon er- 
fasst das Weib am Gewandstück über dem Rücken, während rechts 
von oben herab ein Regen mit Elagel fällt, und den Schleier schwillt, 
welchen dasselbe in beiden Händen hält. Links oben steht auf einem 
Tafelchen das Wort Infortunium und das Zeichen. H. 4 Z. 4 L. 
Br. 2 Z. 10 L. 
3) Der weibliche Satyr mit der Bockpfeife, links des Blattes sitzend 
nach rechts. Gegenseitige Copie nach H. S. Beham, B. N0. 110. 
H.1Z.6L. Br.1Z.3L. 
Der Künstler hat wahrscheinlich auch den Satyr mit der Lyra 
copirt, B. N0. 109. 
666. Unbekannter Eupferstecher, welcher um 1605 in Deutsch- 
land thatig war. Man Endet Bildnisse mit diesem Zeichen, wie 
ß Brulliot I. N0. 974 behauptet. 
667. Unbekannter Formschneider, welcher um 1514 in Strass- 
o burg thätig war. Wir fanden das gegebene Zeichen auf einem 
B]? schön geschnittenen Blatte, welches die Madonna mit dem Kinde 
an der Brust in starker Büste auf Wolken vorstellt. Das Kind stützt 
sich mit dem Rücken auf den Halbmond. Links ist das Wappen eines 
Cardinals, und rechts unten bemerkt man das Monogramm. Oben 
steht: Chrislzpare Virgini Marias mundissimoque eius conceptuz", 
Leclor humilis Ave pium dicas. H. 4 Z. 8 L. Br. 3 Z. 2 L. 
Wir fanden dieses Blatt am Schlüsse folgenden Werkes: Enchi- 
ridium poeticum Haec Habet Epitheta seu opposita substanti- 
uorum   RarumiEt Frvctuosvm. Am Ende: Joanne Schotte 
Argen. pressore lahortllum 17 Julii. Anno Chri. opt. max. 
M. D. XIIII. Das Blatt mit der Madonna scheint aber schon vor 1.514 
ausgegeben worden zu seyn, da der uns vorliegende Abdruck nicht 
mehr die volle Schärfe zeigt. Man könnte es dem Hans Baldung Grien 
zuschreiben wollen, welcher zu jener Zeit für Knoblauch und Grüninger 
in Strassburg arbeitete, allein die Aehnliehkeit mit dessen Blättern in 
den Werken des Geiler von Kaisersberg ist gering, und wir müssen 
daher den Holzschnitt zu den Produkten der unbekannten Meister zählen, 
 668. Hans Burgkmair bediente sich gewöhnlich der Initialen H. B., 
und man kann ihm mit Sicherheit kein aus denselben gebildetes 
m Monogramm zuschreiben. Dennoch gilt er als der Verfertiger der 
Holzschnitte mit diesem Zeichen in folgendem Werke: Das leiden 
Jesu l Christa" vnnsers erlösers l Senders andächti er l lere Nutz- 
parlicher Be l trachtung auss den y hier Euangelgsten l entliehen 
durch l Wolffgang Man l in gesatz weiss be l zwangen. I] Augs- 
purg, durch den Junngen Hannsen Schönnsperger 1515, und dann 
1525, 4.
        

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