Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1571037
657  
7658. 
213 
4. Ein Mann mit zwei Knaben, und ein Weib mit zwei Mädchen, 
5. Ein Mann und ein Weib mit Kindern, wovon ein Mädchen 
den Knaben an den Haaren fasst. 
6. Einige häusliche Scenen. 
657. Unbekannter Maler, wenn nicht Hans Baldung, mit dem 
Beinamen Grien. Das erste Zeichen f'and Brulliot 
I. N0. 963 auf historischen Gemälden, gibt aber 
 den Inhalt derselben nicht an. Er verweist nur 
 auf Ch. von MechePs Verzeichniss der Gemälde der 
l-B 152, 0. k. k. Gallerie in Wien s. ass, wo v. Mechel dem 
Hans Holbein ein ähnliches Zeichen zuschreibt. Er fand es mit der 
Jahrzahl 1520 auf dem Bildnisse eines Mannes von mittleren Jahren 
in einem mit Pelz ausgeschlagenen Rocke und mit dem Rosenkranze. 
Dieses Bildniss ist aber nicht von H. Holbein gemalt, sondern wird 
jetzt muthmasslich dem Hans Baldung Grün zugeschrieben. Dieser 
Meister bediente sich zwar gewöhnlich eines aus HGB bestehenden 
Zeichens, liess aber zuweilen auch das G weg, wie auf einem Holz- 
schnitte, welchen wir unten N0. 669 beschreiben. Das erwähnte Bild- 
niss stimmt im Machwerk mit einem anderen H GB gezeichneten Por- 
traite in derselben Gallerie, und somit wird ihm das Bildniss mit dem 
Monogramme und der Jahrzahl1520 zuzuschreiben seyn. Eine andere 
Frage ist aber, ob ihm die historischen Bilder mit der Jahrzahl 1530 
angehören. Eines ähnlichen Zeichens bediente sich auch Hans Bro- 
samer, wie aus dem vorhergehenden Artikel zu ersehen ist. Dieser 
Künstler war Zeichner und lrlaler, und aus den vielen von ihm vor- 
handenen Holzschnitten und Kupferstichen könnte man ersehen, ob die 
Auffassung und Composition für ihn stimme. Er hält die Mitte zwischen 
Dürer und Holbein, nur sind aber seine Gemälde äusserst selten. Hans 
Baldung Grien nähert sich mehr dem A. Dürer, doch fehlt ihm die 
Gemessenheit dieses Meisters. Sein Colorit ist sehr lebendig, und in 
der Composition herrscht in der früheren Zeit etwas Uebertriebenes. 
Später wurde seine Phantasie nüchterner, und dieses spricht sich 
namentlich in seinen Holzschnitten aus, in welchen man aber noch 
immer den Einfluss Dürer's und Burgkmaiißs erkennt. Wir wissen 
nicht, wo sich jetzt die Gemälde von 1530 befinden. Ob Hans Bro- 
samer oder Hans Baldung Grien darauf Anspruch machen kann, bleibt 
'dahin gestellt. 
In der Sammlung des Professors Schildener war ein Gemälde mit 
Rebecka und Jakob, welches mit dem Monogramme und der Jahr- 
zahl 1545 bezeichnet ist. Der Besitzer wollte es dem H. Holbein jun. 
zuschreiben, es ist aber ein Bild aus der Schule des Cranach, vielleicht 
von Hans Brosamcr.  
658. Hans Blllm oder Blllm, Steinmetz von Lor am Main, liess 
sich um 1560 in Zürich nieder, und machte sich 
besonders durch ein Werk über die Säulenordnungen 
hie? bekannt. Es erschien unter folgendem Titel: Ein 
  Kunstrych Büch von allerley antiquiteten, so zum 
I-AB "T  Verstand der fünff Seulen der Architeotur ge- 
 hörend.  Gedruckt zu Zürich in der Froschow 
bey Christoffel Froschower. Ohne Jahrzahl, fol. In der Vorrede 
spricht der Künstler von einem anderen Werke über die Säulen- 
Ordnungen, aus welchem hervorgeht, dass jenes vor 1567 erschienen 1st. 
Dieser Tractat hat folgenden Titel: Von den fünff Sulen. Gründ- 
licher Bericht vnnd dereeigentliche comrefeyzeng, nach symmetrz- 
scher cffteilung der Archztectur. Durch den erfarnen und der funf
        

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