Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568969
und Buchten mit Fahrzeugen bedeckt. In der Färbung ist Grifiier 
wärmer als Saftleven, aber nur selten erzielte er jene harmonische 
Wirkung, wie sie in den Bildern des genannten Meisters anspricht. Er 
ist häufig bunt, besonders in seinen Themse-Ansichten. Griffier lebte 
lange in England, und befuhr die Themse nach allen Richtungen. 
Ausserdem ahmte er auch dem Rembrandt, Poelenburg, D. Teniers 
und Ruysdael täuschend nach. Auf Gemälden dieses Meisters kommt 
das erste Zeichen mit geringer Abweichung vor. Das zweite findet 
man auf einem Schwarzkunstblatt, welches wir unten näher beschreiben. 
Eines ähnlichen Zeichens scheint sich aber auch Jan Gele, der Zeit- 
genosse unsers Künstlers, bedient zu haben. Derselbe Fall ist auch 
mit einem aus G I F bestehenden Zeichen, unter welchem wir auf 
Grifiier zurückkommen.  
Folgende Blätter können wir diesem Meister zuschreiben: 
i) Landschaft mit Geflügel und. anderen Hausthieren. Im Vor- 
grunde sind zwei Gänse, welche ihre Brut gegen den rechts angreifenden 
Hund vertheidigen. F. Barlow del. J. Griffier fecit F. Cooper ex. 
H. 8' Z. Br. 11 Z. Dieses Blatt ist leicht und geistreich radirt, kommt 
aber selten vor.  
2) Landschaft mit einem Adler, welcher einen Hasen in den Klauen 
hält, wahrscheinlich nach F. Barlow. J. Grifßer fec. J. Smith ex. 
H. 5 Z. 5 L. Br. 7 Z. 7 L. Dieses Blatt ist geschabt und nicht hauüg 
zu finden.  
3) Der Eingang eines Gartens, vor welchem  ein Affe auf dem 
Hunde sitzt. J. Griffier. P. Tempest ex. H. 5 Z. 2 L. Br. 6 Z. 6 L. 
Ebenfalls in Schabmanier. 
4) Ein altes Weib mit_ Brillen auf der Nase, wie es den Amor in 
den Topf pissen lässt. In Schabmanier, links unten dss zweite Zeichen, 
und im Rande die Adresse von J. Smith. H. 5 Z. 1 L. Br. 3 Z. 9 L. 
Dieses Blatt erinnert an G. Poelenburg, und wird von Brulliot No. 2157, 
und nach ihm von Mr. Laborde p. 349 beschrieben, aber ohne das 
Zeichen zu deuten.  
5) Das nngenannte Bildniss des Malers und Musikers Daniel Boon. 
Dieses Schabblatt beschreiben wir unter dem Monogramme G I F. N0. 35. 
ll. Jan Georg van Vliet, Maler" und Radirer von Delft, ist nach 
ß seinen Lebensverhältnissen unbekannt. Man weiss nur, 
ß, dass er Schüler von Rembrandt gewesen, und um 1631 
Üjjo ß bis 1635 geblüht habe, da diese Jahrzablen auf seinen 
ß ß Blättern vorkommen. Bartsch (Cataloyue de toutes les 
estampes qui forment l' oeucre de Rembrandt et ceum de ses prin- 
cipaug; imimgeurs II. p. 61 d.) beschreibt deren 92, geht aber auf- die 
verschiedenen Plattenzustande. und Abdrucksgattungen nicht ein, deren 
Kenntnjgg jedoch erfordert wird, da nicht. jeder Druck von gleicher 
Schönheit und Vollkommenheit ist. Bartsch spricht sich im Allgemeinen 
über die Leistungen dieses Meisters nicht sehr günstig aus. Sie stehen 
auch den Radirungen des Rembrandt, B01 und Livens nur entfernt zur 
Seite, da, sie, sowohl was Zeichnung und Freiheit der Nadel betriiTt, 
die Arbeiten derselben nicht erreichen, und ihnen auch, b_ei schnei- 
dender Beleuchtung und schwarzen Schatten, jener harmonische Zauber 
abgeht, welcher die Werke. der genannten Meister auszeichnet. Indessen 
ist doch ein grosser Theil seiner Blätter, namentlich die nach Rem- 
brandüschen Bildern "und Zeichnungen gefertigten, von so ansprechender 
Wirkung, dass sie in den Sammlungen der Liebhaber einen bevorzugten 
Platz gefunden haben. Hinsichtlich der Abdrucksgattnngen und der 
Seltenheit der Blätter sind die Bemerkungen und Zusätze zu dem
        

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