Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1570433
501. Unbekannter Maler, welcher um 1485 in Bamberg gelebt 
haben dürfte. Es handelt sich hier um ein Gemälde und 
um einen Holzschnitt. Auf dem Gemälde, welches die Ma- 
 donna mit dem Kinde auf Goldgrund vorstellt, und vor eini- 
gen Jahren zu München im Kunsthandel vorkam, steht 
däö das erste Zeichen, welches im Wesentlichen jenem auf dem 
Hdzschnitte gleicht. Dieses Blatt stellt Christus am Kreuze mit Maria 
und Johannes vor. Am Fusse des Kreuzes sind Feldsteine angehäuft, 
und an dem grösseren und vordersten bemerkt man das zweite Zeichen. 
H. 9 Z. 10 L. Br. 6Z. Dieses Kreuzbild ziert den Titel des Missale 
Bomanum. Babäbergae, Johannes Sensenscltmid 1487. Wir können 
also annehmen, dass der Künstler in Bamberg gelebt habe. Von dem 
Briefmaler Hans Sporer, welcher sich auch einfach Hans Briefmaler 
nennt, wird wohl keine Rede scyn, obgleich dieser Nürnberger Künstler 
1487 in Bamberg auftritt, und zwar mit einem "Fisirbüchlein." Die 
sogenannten Briefmaler malten gewöhnlich nur mit Wasserfarben, 
waren also Coloristen, und befassten sich auch mit der Formschneide- 
kunst. Wenn Sensenschmid ihm den Auftrag zum Kreuzbilde gegeben 
hat, dann wird das Gemälde mit dem ersten Zeichen von einem anderen 
Meister herrühren, weil es in Oel gemalt ist. Gleichzeitig ist in Bam- 
berg ein Maler Hans Wolf, welcher 1508 an die Stelle des Wolf Katz- 
heimer zum bischödichen Hofmaler ernannt wurde. Auch dieser Meister 
könnte H gezeichnet haben. Jack nennt in seinem Pantheon der 
Künstler Bambergs einen Heinz Katzendorf, welcher aber 1486 bei der 
vereinigten Künstlerzunft in Würzburg als Gesell aufgenommen wurde. 
502. Unbekannter Formschneider, oder Briefmalerü), welcher im 
15. Jahrhundert in Deutschland lebte. Das gege- 
 bene Zeichen steht im oberen Rande einer Spiel- 
karte, welche einen Mönch vorstellt, der vor einer nach links gewen- 
deten Jungfrau kniet. Sie hebt den langen Schlepp ihres Kleides mit 
der linken Hand empor, und vom Munde des Knieenden schlingt sich 
ein Zettel aufwärts, dessen Worte aber keinen Sinn geben. Ueber bei- 
den Figuren sind zwei Sarazenen Säbel gekreuzt, und in den Winkeln 
schweben Vögel. H. 4 Z. 11 L. Br. 2 Z. 6 L. 
Diese Karte ist wohl nicht die einzige, indem man auf ein ganzes 
Spiel schlicssen kann. Von dem Blatte mit dem obigen Zeichen haben 
wir durch Herrn Baron von Löifelholz in Wallerstein Kunde, Die 
fürstliche Sammlung in Maihingen besitzt einen neuen Abdruck, so 
dass die Platte noch vorhanden ist. Den Verfertiger können wir unter 
dem obigen Zeichen nicht vermuthen, indem es wahrscheinlich den 
Werth der Karte (II) bedeutet.
        

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