Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568937
haben Kupferstiche und Holzschnitte mit diesem Zeichen aufgezählt, 
welchedemnach alle "später fallen müssen, als die Blätter mit obigem 
Zeichen, in welchem das Prädikat De nicht ausgedrückt ist.  Der Bei- 
satz ALION, d. i. A LYON, deutet auf den Aufenthalt des Künstlers in 
Lyon, und in dieser Stadt scheinen alle jene Blätter gestochen zu seyn, 
welche das eine oder das andere der gegebenen Zeichen tragen. Wann 
sich der Künstler in Paris niedergelassen habe, ist unbekannt, wenn 
aber unser Monogrammist mit dem Jean de Gourmont II. No.1110, wie 
wir glauben wollen, wirklich Eine Person ist, so war er schon vor 
1574 in Paris ansässig, da eine No. 5 beschriebene, in Holz geschnit- 
tene Titeleinfassung die Jahrzahl 1574 trägt. 
Früher nannte man den Träger des gegebenen Zeichens J. G. Alion, 
und auch J. Galion, weil das Wort ALION missverstanden wurde. Auch 
im Künstler-Lexicon I. S. 58 sind die Blätter des Künstlers unter 
diesem Namen aufgezählt, doch mit der Bemerkung, dass dadurch der 
Aufenthaltsort des Meisters angedeutet sei. Als einen damals noch 
unbekannten Monogrammisten hätten wir ihn in dem genannten Werke 
gar nicht einführen können, wenn nicht ein Aushängschild gewählt 
worden wäre. Der alte Füssly hatte wahrscheinlich keine Kunde von 
ihm, so wie diess mit Christ der Fall ist. Frenzel hat sich (1842) im 
vierten Bande des Sternbergwchen Catalogs No. 4 einen eigenen Namen 
geschaffen, einen J. G. Alliou von Lyon, welchen wir der Phantasie 
des Verfassers des Cataloges überlassen. Andere verwechselten diesen 
Meister mit Jacques Granthomme von Heidelberg, oder wollten wenig- 
stens einen älteren, in Lyon lebenden Meister dieses Namens heraus- 
finden. Dieser Granthomme ist ein jüngerer Künstler, und hatte wohl 
nie in Lyon gelebt. Auch besteht sein Monogramm aus moderneren 
Cursiven GJ, und die zuweilen beigefügte Adresse: Ewcud. Haidel- 
bergae, lässt keinen Zweifel übrig. Er trat gegen 1590 auf, und lebte 
um 1600 zu Frankfurt a. M. im Hause des Theodor de Bry, also zu 
einer Zeit, in welcher J. de Gourmont nicht mehr am Leben war. Die 
Thätigkeit des Letzteren in Lyon fällt um 1560-1570. Die oben gegebenen 
Zeichen des J. de Gourmont haben wir nach Originalblättem copirt, 
bis auf das verkehrte, welches Bartsch gibt. Ein dem ersten ähnliches 
Monogramm schreibt Christ, Monogr-Erklärung S. 260, dem J. Graut- 
homme (Grandhomme) zu, und ist daher der erste, welcher den Heidel- 
berger mit dem französischen Meister verwechselt. Ch. le Blanc nennt 
Ihn in seinem Manuel de l' Amateur d' Estampes ebenfalls J. Granthomme. 
Bartsch IX. p. 143 E. beschreibt sechzehn Blätter von diesem ihm 
unbekannten Monogrammisten. Robert-Dumesnil VII. p. 18 11'. bringt 
aber das Verzeichniss auf 23 Kupferstiche. Fast auf allen Blättern 
kommt das Monogramm vor, den, Beisatz ALION fand aber Bartsch nur 
auf einem, nämlich auf jenem mit der Stallruine in Bethlehem. Rechts 
vorn in dieser betet Maria knieend das auf Stroh am Boden liegende 
Jesuskind an, und links bemerkt man Joseph bei den beiden Thieren. 
Das Wort ALION mit dem verkehrten Zeichen ist unten in der Mitte. 
Rund. Durchmesser 7 Z. 3 L. B. N0. 1,  N0. 2. Ein anderes 
Blatt mit dem Monogramme und dem Worte ALION stellt zwei sich 
raufende Goldschmiede in ihrem reich ausgestatteten Ateläer vor. Höhe 
3_Z. Breite 4 Z. Die von Bartsch beschriebenen Blätte haben wir, 
wie bemerkt, im Künstler-Lexicon aufgezählt, und somit gehen wir 
nicht weiter ein, da auch Robert-Dumesnil, und nach ihm Ch. le Blanc 
ein Verzeichniss geliefert haben. Nachträglich erwähnen wir nur noch 
8m sehr seltenes Blatt, welches Vulkan am Ambos in einer grossen 
Sßhmiedhalle, und rechts Aeneas sitzend vorstellt. Unten am Ambos 
lSt das kleinere Zeichen. Durchmesser 3 Z. Dem Verzeichnisse des 
1a:
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.