Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1569940
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343. 
Auch die Blätter der Cosmographie bestehen in Ansichten und Plänen, 
wir. haben aber keinen Grund, sie dem Scharffenherg zuzuschreiben. 
Noch weniger können wir aber mit Heller für Sigmund Gelenius stimmen. 
Auf diesen gelehrten Baseler verfiel Christ in seinem Monogrammen- 
buche S. 203, gesteht aber, dass er nicht wisse, 0b er der Zeichen- 
kunst oder der Malerei kundig war. Es lebte aber auch ein Georg 
van Sichem in Basel, welcher vielleicht den ersten Anspruch hat, da 
ein Blatt mit dem Monogramme G VS mit jenen mit G S ganz überein- 
stimmt. S. daher unter" GS N0. 357 N0. 1 der Blätter. 
Christ verunstaltet das zweite der obigen Zeichen mit dem unter- 
gesetzten Messer. Brulliot I. No. 2258, und Heller, Monogn-Lexicon 
S. 160. geben dasselbe Monogramm, wir lassen es aber weg, da es in 
jener Form nicht vorkommt. Wir kennen nur drei Blätter mit den 
obigen Zeichen, dazu kommen aber noch andere mit den Initialen GS 
und dem Schneidmesser, über welche wir unten sprechen. Der Artikel 
bei Bartsch IX. p. 439 ist unklar, und die von ihm gegebenen Zeichen 
gehören zwei Künstlern an. 
1) Die Ansicht von Melun während der Belagerung durch den 
König Robert von England. Mit dem grossen Zeichen rechts unten. 
H.4Z.5L. Br.5Z.10L. 
2) Die Ansicht von Windsheim 1576. H. 4 Z. 7 L. Br. 5 Z. 8 L. 
3) Die Ansicht des Grabmales des römischen Königs Rudolph und 
seiner Gemahlin Anna in Basel. Mit dem kleineren Zeichen rechts 
zwischen den Säulen. H. 4 Z. 9 L. Br. 5 Z. 3 L. 
Dieses Blatt kommt in der Cosmographie von 1628 vor, wurde 
aber ursprünglich zu Wurstichens Baszler Chronik von 1580 benützt. 
343. Georg Schweigger, geb. zu Nürnberg 1613, nimmt unter 
den Plastikern des 17. Jahrhunderts eine hohe Stelle 
ein. Er zeichnete sich besonders in kleinen Bildwerken 
aus. Darunter sind Portraitmedaillons in Bronze und 
Stein, Büsten und Basreliefs. Diese Bildwerke sind von 
l zarter Vollendung, und auch in der künstlerischen Au- 
lage von grosser Bedeutung. Man findet deren in den öifentlichen 
Kunstsammlungen und in Privathausern. Eines seiner Hauptwerke ist 
die Kanzel der St. Sebalduskirche in Nürnberg von 1657. Die be- 
rühmte Erzgruppe mit Neptun und Seepferden kam gegen eine hohe 
Summe nach Russland. Von ausgezeichneter Schönheit sind vier Reliefs 
in Kehlheimer Stein in der k. k. Ambraser-Sammlung zu Wien. Das 
eine von diesen , mit dem ersten Zeichen, stellt diePredigt des Jo- 
hannes in der Wüste vor. Die zahlreichen Figuren erscheinen im Co- 
stüme des 16. Jahrhunderts, und die vordersten sind beinahe rund ge- 
arbeitet. Die rückwärts stehenden treten halb hervor, und obwohl sehr 
klein, so hat doch jeder Kopf seinen eigenthümlichen sprechenden 
Ausdruck_ H_ 71A Z" Br. 3 Z., in der Tiefe 11, Z. Im Jahre'1840 
entdeckte der k. k. Regierungsrath J. Arnethun der Schatzkammer der 
k. k. Burgkapelle zu Wien drei andere Reliefs in Kehlheimer Stein, 
welche jetzt ebenfalls mit der Ambraser Sammlung vereiniget sind. 
Hr. Arneth gab darüber im November-Hefte des Jahrgangs 1853 der 
Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Classe der k. Akademie 
der Wissenschaften (XI. S. 641 H.) Nachricht, und dieser Bericht ist 
auch einzeln abgedruckt. Das eine dieser Basreliefs, das schönste von 
allen, stellt ebenfalls die Predigt des Täufers Johannes vor, und auf 
der Rückseite ist die Schrift eingeritzt: Georg Schweig er l Bilthauerl 
In Nurenlberg den 8. Jully äAnno rrmlllFecit. Das zweite der 
aufgefundenen Basreliefs zeigt en Tempel, in welchem der Engel dem
        

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