Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1569932
342. 
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deutet, so kann diess Vavassore selbst seyn, und das Monogramm gibt 
die Adresse: Guadagnino Scultore oder Stampatare Ewcudit. Er war 
nicht allein Holz- und Metallschneider, sondern auch Buchdrucker. 
Bartsch gibt die Blätter der Folge mit den Arbeiten des Herkules 
nicht einzeln an, sondern setzt nur ihre Zahl auf zwölf fest. Sie sind 
nach seiner Angabe 7 Z. 3 L. hoch und 5 Z. 5 L. breit. Die Breite 
ist aber nicht immer gleich, indem auch Blätter 5 Z. 3 L. messen. 
Vollständig scheinen sie äusserst selten vorhanden zu seyn. Die erwähnten 
Blätter liegen im k. Cabinet zu München, aber beschnitten bis an den 
Rand, so dass die französischen Inschriften fehlen. Die Monogramme 
sind darnach copirt. Ein ähnliches Zeichen findet man nach R. Weigel, 
Kunstkatalog No. 19,750, auch auf einem Kupferstiche in dem Gedichte : 
Le blazon des Heretiques, von Pierre Gringoire, dem Wappenherold 
des Herzogs Anton von Lothringen, 1524 herausgegeben. Dieses Buch 
wird in Dr. Naumaun's Serapeum 1840 N0; 23 besprochen, wir haben 
aber kein Exemplar gesehen, und fanden auch kein Facsimile des 
Zeichens auf dem Kupferstiche vor. Möglicher Weise ähnelt es dem 
ersten, da Christ von Holzschnitten und Kupferstichen spricht. Es 
frägt sich aber wieder, ob das Blatt von G. Tory herrührt, welchem 
man es zuschreiben will. Dieser Künstler war 1524 mit dem Drucke 
seiner illustrirten Gebetbücher beschäftiget, wie II. N0. 2617 zu ersehen ist, 
Die uns bekannten Metallschnitte mit Scenen aus der Mythe des 
Herakles sind folgenden Inhalts, aber ohne Nummern. 
1) Der Kampf mit dem nemäischen Löwen. 
2) Der Kampf mit dem Riesen Autäus. 
3) Herkules mit den Säulen.  
4) Der Kampf mit dem Ceutaur Nessus. 
5) Herkules bringt-den Cerberus aus der Unterwelt. 
6) Herkules erschlägt den erymanthischen Eber. 
7) Herkules überwältiget den wilden Stier. 
8) Der Raub der Rinder des Geryon. 
9) Der Kampf mit den Söhnen des Proteus. 
10) Herkules auf dem Scheiterhaufen sich selbst verbrennend. 
342. Unbekannter Formschneider, welcher um 1575 thätig war. 
 Er arbeitete für die bei Henricpetri erschienene Gos- 
wäEQG mographey von Sebastian Münster, welche mit einer 
 "W-"Jß Unzahl von Holzschnitten illustrirt ist. Blätter mit 
g diesem Zeichen findet man in der Ausgabe von 1578, 
ÄICTQ" und auch im späteren Drucke in jener von 1628, fol. 
Die meisten Blätter erscheinen aber noch früher in Nik. Höniger's 
Hofhaltung des Türkischen Kaisers  Basel 1578, fol. Aus diesem 
Werke, und dann aus Christian Wurstichems Bastler Chronik. Basel, 
Sebastian Henricpetri 1580, fol., wurden sie für die spätere Ausgabe 
der Cosmographie bestimmt. Die Cosmographie erschien zu Basel, und 
somit könnte man meinen, dass der Formschneider daselbst gelebt habe. 
Allein im rothen Buche der Zunft zum Himmel daselbst kommt kein 
Künstler vor, auf welchen die Buchstaben G S passen. Uebrigens sind 
in das Verzeichniss nur Maler und Bildhauer eingetragen , und man 
könnte daher annehmen, dass der Meister GS als Formschneider von 
Profession nicht zur Zunft gehörte, da auch Ursus Graf nicht einge- 
zeichnet ist. Brulliot_ I. No, 2257 glaubt, dass das Zeichen sich auf 
Georg Seharifenberg von Görlitz beziehe. Dieser Formschneider ar- 
beitete um 1574 zu Frankfurt an der Oder, und dann für Thurneisser 
in Berlin.  Er fertigte einen grossen Plan ßvon Görlitz in mehreren 
Blättern: Abcontrafailvng der Stadt Goerlitz im 1565 iar, betitelt.
        

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