Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1580108
1120 
HG 
2938- 
aber damals kein Gemälde mit demselben. Das gegebene, etwas ab- 
weichende Monogramm steht auf einem solchen im Besitze des Herrn 
Joseph Jacobson jun. in Stockholm. In einer Kneipe kommt ein Mahl 
von zwölf Figuren vor. Auf der rechten Seite wird gegessen, links 
spielen fünf Musikanten, der eine auf der mehrseitigen Laute, der 
andere auf dem Violon. Die Figuren sind etwas dick, und der Ton 
des Gemäldes geht in's Braune. Der Besitzer des Bildes erkennt darin 
den Einfluss der Schule des Rubens, niid glaubt es mit Sicherheit dem 
van Herp zuschreiben zu dürfen. Derselben Richtung gehören 'auch 
noch andere Gemälde mit diesem Zeichen an. Brulliot bezeichnet 
sie als Interioren, häusliche Sceneii, Schenken 8m. Wir dürfen daher 
an G. van Herp festhalten, da das Monogramm aus G H bestehen kann. 
Die Sylbe IN bedeutet entweder Invenit oder Junior, wenn je ein äl- 
terer G. v. Herp unterschieden werden muss. Der Maler G. Hoeck- 
geest wird daher No. 790 weichen müssen. 
2938. Heinrich Gärtner, Laiidschaftsmaler aus Mecklenburg, be- 
G R  suchte die Akademie der Künste in 
H-   1 l Berlin, kam alsdann nach Dresden 
MA  _{6Cß- und genoss Ludwig Richtefs Anweis- 
  '87 ung, und dieser Meister zählte ihn 
zu seinen talentvollsten Schülern. Er 
malte in Dresden auch einige Bilder. Darunter ist eine sehr poetisch 
gedachte Landschaft mit hübscher Statfage von Kindern, mit Schafen 
und einem Hunde. Auf diesem Gemälde kommen die vierten Buch- 
staben mit der Jahrzahl 1851 vor. Es befindet sich im Besitze des 
Dr. Jordan in Leipzig Auf der Kunstausstellung in München sahen 
wir 1854 eine sehr schöne Landschaft mit ländlichen Figuren, Som- 
merabend betitelt. Später begab sich Gärtner nach Italien, und wählte 
Rom zum Aufenthalte. In der Sammlung des Baron von Speck-Stern- 
burg ist ein Gemälde mit einer italienischen Waldpartie und einem 
Hirten bei der Schafheerde, welcher sich mit einem Mädchen iinter- 
hält. In Rom malte Gärtner auch Ansichten in Aquarell. Auf dem 
Blatt mit der Ansicht von I1 Sasso del diavolo in der Campagna steht: 
H. G. ROMA 1861. Die zweiten und die dritten Initialen mit dem 
Beisatze: ROMA 60 und 1861 findet man auf den schönen Aquarellen 
mit der Ansicht der Acqua acetosa und der Torre dei Sehiavi. Die beiden 
ersten Zeichnungen besitzt ebenfalls Dr. Jordan, wie wir durch die 
gefällige Mitthoiluiig des Kunsthändlers Hrn. A. Apell in Dresden 
wissen. Im Jahre 1862 betheiligte sich Gärtner bei der von Seite 
des Magistrats in Leipzig ausgeschriebenen Concurrenz zur Ausschmiiek- 
ung des dortigen Museums, und es wurde ihm der zweite Preis zu 
Theil. Der Künstler bediente sich auf Aquarellen und Gemälden häufig 
der Initialen. 
2939. Hans Holbein ist III. No. 1038 eingeführt, und es werden 
kjlk, ihm jetzt von Baron von Rumohr, Passavant u. A. eine 
Ueberzahl von Holzschnitten zugeschrieben, doch gesteht 
ihm letzterer mit Bartsch die Fähigkeit nicht zu, selbst 
das Schneidmesser zu führen. Wir haben darüber schon 
weitläufig gehandelt,_uiid erwähnen daher nur noch jener Titeleinfass- 
ung, welche unten die That des Mutius Scävola, oben spielende Kinder 
und zu den Seiten Qriiamente_ in Abbildung gibt. Links ist das ge- 
gebene Schildchen mit den Initialen, welche auf Hans Holbein gedeutet 
werden. Wir haben diese Titeleinfassung 1. c. No. 3 ebenfalls dem 
Holbeiii zugeschrieben, glauben aber jetzt, die Zeichnung dem Ma- 
ler Hans Herbst oder Herbster vindiciren zu müssen. Die Bor-
        

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