Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1579883
1098 
IMA 
IMB. 
2845- 
2845. Unbekannter Zeichner und liadirer, welcher um 1612 in 
I; M a W Prag oder Wien gelebt haben dürfte. Ein gut radirtes 
Blatt mit diesem Zeichen stellt die Apotheose des Kaisers 
F- Rudolph II. vor. Letzterer fährt auf einem mit Löwen 
und Adlern bespanuten Wagen nach dem Olymp: Binae aquilae etc., fol. 
2846. Jan Gossaert, von seinem Geburtsorte Maubeuge van Mabuse, 
 Mabusius, Mabugius, Malbodius, Mabog io, de Maubeuge 
und Maubuge genannt, wurde nach dhr jetzt gewöhn- 
lichen Annahme 1470 geboren, und wenn wir daher 
lesen, dass der Künstler 1496 geboren, und 1562 ge- 
storben sei, ist es als Irrthum hinzunehmen. Das älteste bekannte 
Malwerk des Jan oder Jannyn, Jamyn Mabnse ist von 1495, und somit 
kann man seine Geburtszeit um 1470 annehmen. Der Künstler hielt 
sich ungefähr 10 Jahre in Italien auf, besuchte auch England, und 
kehrte 1505 von da nach dem Vaterlande zurück. Albrecht Dürer 
traf ihn auf seiner Reise 1520 auf 1521 in Middelburg. A. Pinchart, 
Archives des arts. Gand 1860 p. 180, ersah aus Archivalien, dass 
der Künstler den 3. April 1516 für das Bildniss der Madame Lenoir 
und für andere Malwerke vom König Carl 40 flandrische Livres er- 
halten hatte. Man findet in den verschiedenen Sammlungen noch gegen 
30 Gemälde, welche dem Jan van Mabuse zugeschrieben werden. Sein 
Hauptwerk ging aber 1568 durch Brand zu Grunde, nämlich der Hoch- 
altar der Abteikirche in Middelburg, an welchem der Künstler 15 Jahre 
gearbeitet haben soll. Nach einem von Pinchart mitgetheilten Docu- 
mente bot der polnische Gesandte für dieses Werk 80,000 Dukaten. 
J. Mabuse wohnte noch 1526 in Middelburg, und nach der Aufschrift 
seines von Galle gestochenen Bildnisses starb er den 1. Oktober 1532 
in Antwerpen. 
Wir haben hier nur einige feste Data bestimmt, und verweisen 
im Uebrigen auch auf das Künstler-Lexicon, sowie auf Ch. Kramm. 
Ein Gemälde mit dem gegebenen Monogramm können wir nicht nach- 
weisen, man findet es aber auf einem Kupferstiche, angeblich nach der 
Zeichnung unsers Künstlers. Dieses Blatt stellt die Hagar in der Wüste 
vor, wie ihr der Engel die Quelle zeigt. Sie sitzt mit gefalteten Händen 
neben dem Baume, welcher in den oberen Rand reicht. Vor ihr ist 
der Engel mit grossen Flügeln, und zu den Fitssen bemerkt man eine 
aus einer grotesken Figur gebildete Vase. Am Gewande des Engels 
ist das Monogramm angebracht. H. 9 Z. Br. 5 Z. 8 L. Brulliot I. 
No. 1031 konnte sich nicht überzeugen, dass dieses Blatt nach der 
Zeichnung des Jan Mabuse gestochen sei, indem in der Composition 
mehr ein italienischer, als ein vlämischer Charakter herrscht. Es ist 
aber zu bedenken, dass Mabuse mehrere Jahre in Rom lebte, und dass 
seine späteren Werke den italienischen Einfluss kundgeben, sogar sehr 
manierirt erscheinen. Man nimmt jetzt auch an, dass J. Mabuse selbst 
in Kupfer radirt, und sogar gestochen habe. Weber die Blätter dieser 
Art handeln wir aber unter den Initialen IM S, und verweisen auf 
jenen Artikel, welcher in Verbindung mit diesem dasjenige ergänzt, 
was Passavant III. p. 22 über J. Mabuse mangelhaft gibt. Dieser Schrift- 
steller lässt unsern Meister um 1527 aus Italien zurückkehren, diese 
Rückkehr erfolgte aber viel früher, nicht erst gegen Ende seines Lebens. 
Das letzte datirte Werk mit dem Namen des Meisters ist von 1527. Er 
mag auch noch später in Utrecht und in Amsterdam gemalt haben, und 
vielleicht stammen aus dieser Zeit die so sehr manierirten Bilder des 
Meisters. In der Gallerie des k. Museums zu Berlin ist ein solches 
Gemälde mit IM S 1528 bezeichnet, nämlich das Urtheil des Salomou, 
und man kann annehmen, dass es von Johannes Malbodius herrühre.
        

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