Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1579761
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2806. 
sondern Kupferstiche zu verstehen, welche zu Wimpheling's Zeit (1594) 
bereits in hohem Werthe standen. Auch M. Qnad, Teutscher Nation 
Herrlichkeit S. 426, wusste nur von Kupferstichen. Heinecke bildete 
seine zwei Israel aus eben so vielen Kupferstichen des Meisters heraus, 
und ihm hat es Merlo zunächst zu verdanken, dass er den angeblichen 
Maler Israel van Meckenen sen. in sein kölnisches Künstler-Lexicon 
bringen konnte, obgleich es noch lange nicht ausgemacht ist, dass der 
sogenannte Meister der Lyversberg'schen Passion wirklich in Cöln ge- 
lebt hat. Den alten Israel van Meckenen, den Maler, wollte Heinecke 
im Kupferstiche B. N0. 1 erkennen. Dieser enthält die Büsten eines 
Mannes und einer Frau mit der Inschrift: Fiiguracio facierum Israhelis 
et Ide ejus uworis. I. V. M. Ein zweites Blatt gibt den Kopf eines 
bärtigen Mannes mit Turban und der Unterschrift: Israhel mm Mekenen 
Goltsmit. Das Bild dieses Orientalen nahm Heinecke für das Portrait 
des Goldschmiedes und Kupferstechers Israel van Mecken, und somit 
waren beide Israel fertig. Allein das zweite Blatt gibt nur einen 
Phantasiekopf, welchen J. van Meckenen gestochen hat. Dass das 
Blatt mit den beiden Büsten das Bildniss des einen und desselben 
Israel van Mecken mit jenem seiner Frau enthält, beweist eine Rech- 
nung im Archive zu Bocholt von 1492. In dieser wird auch Yede 
Israels husfrou genannt, nämlich die Ide, deren Name auf dem 
Kupferstiche steht. Das Stadtarchiv in Bocholt hat C. Becker durch- 
geforscht, und er machte das Resultat im Kunstblatt 1839 S. i4i' be- 
kannt. In den Rechnungen kommt schon 1407 ein Johes van Mechgele 
vor, doch nicht als Maler. Im Jahre 1458 tritt ein Heinrich Mecken 
auf, vielleicht der Vater unsers Meisters. Unter dem Jahre 1482 ist 
Meister Israhel genannt, u. s. f. Israel van Meckenen heisst er nur 
in einer Rechnung von 1493 und in einer solchen von 1498. Den 
15. März 1503 starb der Künstler. Seine Grabschrift lautet: 
Indä. Jaer. enses. heeren. m. v. en izji vp. sinte. mertyns. avent. 
starf de. erber. meistern Israltel. cä. nzeckrüe. sy. siele. raste. in. crede. 
Auf dem Grabsteine sind zwei Wappenschilde mit gekrönten und 
geschlossenen Heimen. Diese Schilde kommen auch auf Kupferstichen 
vor, und haben in diesem Falle die Bedeutung eines Monogramms. 
Unter dem gothischen Buchstaben 1 III. No. 1741 ist darüber gehandelt, 
und wir verweisen daher auch auf jenen Artikel. 
Israel van Meckenen hinterliess, wenn nicht auch Gemälde, doch 
eine grosse Anzahl von Kupferstichen, die je nach der Zeit und den 
Vorlagen mehr oder weniger Kunstwerth haben. In eigenen Com- 
positionen zeigt er sich arm an Eründung, und schwach in der Zeich- 
nung. Er hatte aber auch gute Vorbilder, theils Zeichnungen, theils 
Stiche älterer niederdeutscher Meister. In dieser Hinsicht verdanken 
wir ihm die Erhaltung von Compositionen alter Künstler, welche im 
Original zu Grunde gingen, oder wenigstens nur sehr selten vor- 
kommen. Wenn nicht durchhin in der Conception, so herrscht doch 
in der Behandlung eine gewisse Gleichmässigkeit, und man wollte 
daher mit Unrecht die Blätter unter verschiedene Meister vertheilen. 
Man erkennt immer den Goldschmied, welcher aus Profession, und 
nicht als freier Künstler arbeitete. Die alten Goldschmiede hatten 
sich aber nach Musse und Laune auch mit dem Pinsel versucht, und 
daher könnten Sich auch Gemälde von ihm erhalten haben. Dazu 
dürfte er sich leicht einer fremden Gomposition bedient haben. In 
jedem Falle müssen aber jene Gemälde ausgeschlossen werden, welche 
man hietzt als Produkte des Meisters der Lyversbergkchen Passion be- 
zeic et.
        

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