Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1579747
1084 
2805. 
Hans Memling war aber 1499 nicht mehr am Leben. Vgl. III. N0. 503. 
Wir-deuten die Buchstaben I M nicht auf den Verfertiger der Gemälde, 
da sie einen zu grossen Raum einnehmen, für so geringe Dimensionen. 
Wie öfter der Fall, ist unter I M der Name Jesus und Maria zu ver- 
muthen. Wir halten die Bilder für Arbeit des ausgezeichneten Minia- 
turmalers Gerhard Horebout, wie II. N0. 107 bereits bemerkt ist. 
2805- Israel van Meckenen, der Goldschmied und Kupferstecher, 
 welcher die folgende Stelle einnimmt, galt 
von jeher für den Verfertiger der Ge- 
 mälde mit diesen Initialen, in neuester Zeit 
 ist man aber ganz von der Meinung ab- 
gegangen, dass dieser Künstler zu gleicher 
Zeit auch Maler gewesen sei. In keinem 
Falle könnnen die in der k. Pinakothek 
i m zu München ihm zugeschriebenen Gemälde 
ihm angehören, indem sie mit der Zeich- 
nung in den Kupferstichen nicht im Ge- 
a . i. A. ringsten stimmen, und nichts weniger als 
die hässlichen und gemeinen Gesichter 
zur Schau tragen, wie sie uns in den Blättern von Meckenen begegnen. 
In der Gallerie des Museums zu Basel befinden sich zwei interessante 
kleine fleissig ausgeführte Gemälde auf Goldgrund, welche von jeher 
dem Israel van Meckenen zugeschrieben wurden, weil man keinen 
anderen Namen für den Verfertiger hatte, der Vergleich mit den Kupfer- 
stichen zerstört aberjede Illusion. Diese Bilder sind Geschenk der Fräulein 
Emilie Linder in München, und stammen aus der reichen Kunstsamm- 
lung ihres verstorbenen Grossvaters, des Stieftschatfners Dienast in 
Basel, welcher werthvolle Bilder aus der altdeutschen Schule hinter- 
lassen hatte. Das eine dieser Gemälde stellt das Einsammeln des 
Manna in der Wüste, das andere den Genuss des Osterlammes beim 
Auszuge der Israeliten vor. Durch gefällige Mittheilung des Herrn 
E. His-Heusler in Basel, welcher 1862 einen Catalog der städtischen 
Kunstsammlung angefertigt hatte, wissen wir, dass auf der Rückseite 
beider Gemälde die ersten der obigen Buchstaben sich befinden, und 
zwar in den vier Ecken der roth bemalten Tafeln mit Goldfarbe wieder- 
holt. Die Rückseite mit den Buchstaben ist gleichzeitig bemalt, und 
und somit kommen diese Bilder im Catalog Nr. 90 und 91 unter dem 
Namen des Israel van Meckenen vor, der Verfasser hielt aber nur 
die frühere Taufe fest, ohne an die Richtigkeit zu glauben. 
In der Sammlung des Kaufmanns Benedikt de Anton Mäglin 
zu Basel ist ein merkwürdiges sogenanntes Rosenkranzbild von beson- 
ders reicher Composition, welches Dr. Waagen, Kunstwerke und Künstler 
in Deutschland II. S. 301, beschreibt. In der Mitte wird Maria von 
der hl. Dreieinigkeit, wobei auch der hl. Geist in menschlicher, dem 
Vater und Sohne gleicher Gestalt erscheint, gekrönt. Umher in ver- 
schiedenen Feldern sind zunächst Engel, dann Erzväter, Propheten, 
männliche und weibliche Heilige, die Geistlichen und Laien. Dieses 
besonders in den Köpfen treliliche Gemälde wurde immer dem Israel 
van Meckenen zugeschrieben, Waagen findet es aber in vielen Stücken 
mit dem Meister der Lyversbergischen Passion verwandt. Diesen 
Meister nannte man früher Israel van Meckenen, die Werke desselben 
stimmen aber in der Zeichnung nicht mit den Kupferstichen des Gold- 
schmiedes. Das Rosenkranzgemälde trägt die zweiten Initialen mit 
der Jahrzahl. Herr His-Heusler hat sie auf dem etwas unebenen Firniss 
durchgezeichnet_, während Waagen nur die Versalien IM gibt. Die
        

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