Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1579678
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1646 ist in der Tribune der iiorentinischeu Gallerie. Im Jahre 1648 
wurde er Mitglied der Akademie von St. Luca in Rom, dann Hof- 
maler des Herzogs von Savoyen, und 1664 starb der Künstler in 
Turin. J. Miel malte Landschaften mit Thieren, historische Darstell- 
ungen und Genrebilder. Sehr geistreich sind seine kleineren Ge- 
mälde mit komischen Scenen nach Art des Peter de Laer. Weniger 
glücklich bewegte er sich im höheren Fache der Kunst. Aber gerade 
solche Werke bezeichnete er mit dem Namen, nur auf kleineren Ge- 
mälden kommt das Monogramm vor. 
Bartsch I. p. 338 E. beschreibt 9 radirte Blätter von "J. Miele, 
welche den Namen des Meisters tragen, R. Weigel, Supplements an 
Peintre-graveur p. 43, bringt aber das Verzeichniss auf 14 Nummern. 
Darunter fehlt das sehr Seltene Blatt mit dem Hirten, welcher rechts 
sitzend ein nach links hin gerichtetes Schaf melkt. Daneben liegen 
zwei kleinere Schafe. H. 3 Z. Br. 4 Z. 6 L. Dieses Blatt ist wenig 
ausgeführt, und ohne Bezeichnung, aber sicher von Miele, Die Platte 
besass Rossi in Rom, und in seinem Cataloge ist sie als Arbeit dieses 
Meisters aufgeführt. Im Catalog des Baron Verstolk van Soelen ist 
ein Blatt unter dem Titel Ferblantier genannt, welches bei Bartsch 
und Weigel nicht beschrieben ist, wir kennen aber dasselbe nicht, 
und wissen daher nicht, in welcher Lage sich der Klempner befindet. 
In derselben Sammlung waren auch zwei kleine Köpfe von Aposteln. 
Im Catalog Weber ist ebenfalls ein den genannten Schriftstellern 
unbekanntes Blatt beschrieben. Es stellt die h]. Jungfrau mit dem 
Kiude auf dem Schoose an einem Felsen sitzend vor. Die Ränder 
der Platte sind unregelmässig, die obere rechte Ecke abgerundet. 
Aeusserst selten. H. 130 m. Br. 167 m. 
Zu den von Bartsch beschriebenen Blättern mit der Belagerung 
und Einnahme von Maastricht und der Einnahme von Bonn bemerken 
wir, dass sie nur in folgendem Werke des Famianus Strada: De Belle 
Belgico Decades duae-. Romae 1640, vorkommen. In der Aus- 
gabe des Willem van Aelst, Antwerpen 1645, sind Copien von F. van 
Wyngaerde. 
2792. Mlchiel Janszen Miereveld oder Mierevelt, der berühmte 
Bildnissmaler, war der Sohn des Jan Michielszen Miereveld, 
 eines Goldschmiedes 1n Delft, und wurde den 1. Mai 1567 
im Bereiche dieser Stadt geboren. Er malte alle Männer, 
welche zu seiner Zeit an der Spitze des Staates standen, die grossen 
historischen Portraite sind aber mit dem_Namen bezeichnet. Auf jenem 
des Grafen Wilhelm Ludwig von Nassau, welches B. a. Bolswert ge- 
stochen hat, ist er italienisirt: Michaela Johannis Mirereldio. Die 
meisten Bildnisse dieses Meisters sind gestochen, und auf Blättern 
von Simon de Passe kommt das obige Zeichen vor. Der Künstler wird 
es daher auch auf die Gemälde gesetzt haben. Die Gallerie im Haag 
besitzt das Bildniss des Prinzen Moriz von Nassau, welches Mirevelt 
den General-Staaten überreicht hatte, wofür er am 1. April 1608 eine 
Gratiticatiou von 200 Gulden erhielt. Das im Haag vorhandene Bildniss 
des Grafen Heinrich überreichte er 1611, und in diesem Jahre übergab 
er auch die in Kupfer gestochenen Bildnisse des Prinzen Moriz und 
des Grafen Heinrich Friedrich an die General-Staaten. Dafür wurde 
ihm eine Belohnung von 135 Gulden und '10 St. zu Theil. Ausser 
den genannten Bildnissen sind in der Haager Gallerie auch noch die 
Portraite des Hugo Grotius, des Dichters Cats, des Oldenbarneveld, 
u. s. w. Auch in auswärtigen Gallerien sind Bildnisse von Mierevelt 
aber meistens solche von unbekannten Männern. Der Künstler war
        

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