Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1579550
ILO. 
2748. 
m85 
ügürliche Zeichen, und auch die Buchstaben b. G. findet man auf einem 
grösseren Holzschnitte mit der ganzen Figur des Philipp Melanchthon 
im Pelzrocke mit Buch und Mütze in den Händen. Oben rechts ist 
sein Wappenschild und unten links die geflügelte Schlange mit der 
Jahrzahl 1561. Unten zu den Füssen ist das oben gegebene figürliche 
Zeichen und b. G., ähnlich ILC. H. 9 Z. 2 L. Br. 5 Z. 7 L. Dieses 
Bildniss findet man im Chronicon Carionis earposilum et auclum a 
Philippo Melanthone et Casparo Peucero. Wittenbergae, H. Luffl 
1572, 1578, 1580, 1589, F01. Dieses Blatt ist aber auch angethan, 
den J. Lucius von der Theilnahme am Schnitte auszuschliessen, indem 
er 1572 in Nordteutschland lebte, und mit Hans Luift kaum mehr in 
Verbindung stand. Das Kleeblatt komnit aber auch auf Holzschnitten 
in der Luüüschen Bibel von 1560 1T. vor, und für dieses Werk könnte 
Lucius gearbeitet haben, da er erst 1564 Wittenberg verliess. In der 
erwähnten Bibel sind auch Blätter mit dem Monogramm IVC. resp. 
IL C, dem Messer und dem Klecblatte bezeichnet. Dieses Monogramm 
kann aber nur auf J. Lucius deuten, man mag nun Jakob "von Gren- 
stadt oder Jacobus Lucius Corona lesen. Wenn das Kleeblatt und ein 
anderer Schnörkel nicht dem Lucius angehört, so begleitete ihn ein 
unbekannter Formschneider, welcher dieselbe Hand führte, wie er. 
An J. Thüfel oder Teufel können wir nicht denken. In der Geschichte 
der Formschneidekunst figurirt auch ein Kleemann, welcher um die 
Mitte des 16. Jahrhunderts nach L. Cranach gearbeitet haben soll. 
Auf ihn führte nur das Kleeblatt unter dem Monogramm I VC. mit 
dem Messer. 
2748. Jean le Olerc, Kunsthändler und Formschneider in Paris, 
I  publicirte um 1590-1615 eine Anzahl von Kupfer- 
" stichen und Holzschnitten, sowie andere Werke, 
 (s, deren wir unter dem Monogramm I. C. L. N0. 2132 
aufgezählt haben. Wir verweisen daher auf jenen Artikel, und bemer- 
ken hier nur, dass auf Blättern einer Folge von 10 Holzschnitten mit 
der Schöpfungsgeschichte und mit Darstellungen aus dem Leben Jesu 
auch die Initialen I. L. C. vorkommen. Diese Folge hat die Adresse: 
Parisiis, apud Joannem le Clerc, in vico Frementello, sub Stella 
aurea, und man kann daher mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass sich 
das Monogramm und die Initialen auf diesen Jean le Clerc beziehen. 
Doch hat an der Folge auch ein Monogrammist N P, nämlich Nikolaus 
Prevost Theil. Die obigen Initialen kommen aber auch auf Kupfer- 
stichen vor, welche von J. le Clerc herrühren könnten, und nicht als 
Versagsartikel zu betrachten seyn dürften. Auf Blättern dieser Gate- 
gorie steht gewöhnlich: J. Le Clerc ewcudit, wie auf einem grossen 
Blatte von Elie du Bois, welches den hl. Carolus Barromäus vorstellt, 
wie ihn Engel krönen 1610, gr. Fol. Auch sieben Blätter von Leonart 
Gaultier mit den Geheimnissen des Rosenkranzes haben diese Adresse, 
sowie etliche Blätter mit Madonnen von demselben Meister n. s. w. 
Die Initialen I. L. C. F. lassen den Jean le Olerc sicher als Kupfer- 
sterher erklären. Man findet sie auf einer grossen allegorischen Dar- 
stellung, welche den oberen Theil der bildlichen Einfassung eines 
Wandkalenders von 1613 bildet. H. 14 Z. 3 L. Br. 4 Z. 6-7 L. 
Diese Platte ist über eine zweite von ähnlicher Breite und 15 Z. 3 L. 
Höhe gedruckt, auf welcher zu beiden Seiten die Standbilder der Sonne, 
der Venus, des Saturn, des Jupiter, des Merkur und der Luna zu 
sehen sind. Auf einem Zettel steht: J. -Le Clerc excudil 1613  
Diese zweite Platte wurde etliche Jahre hindurch benützt, denn wir 
kennen auch einen Calender von 1616.
        

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