Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1579432
2726. 
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ziemlich genau ühergetragen, und man glaubt einen colorirten mit 
Glas überzogenen Kupferstich vor sich zu haben, seine geringeren 
Bilder sind aber ohne Geschmack und Talent behandelt, bieten nur 
schreiende Farben und Goldfiieder. Während unter Leonard Limosin 
die französische Emaillerie ihren Triumph feierte, geht sie jetzt in 
fabrikmässigen Betrieb über. Es fehlte der Absatz für Kunstwerke, 
und die Emailleure von Limoges arbeiteten daher nach Brod. Schon 
Bernard Palissy. erhebt Klagen über dieses Verhältniss. Vgl. Oeuvres 
de B. Pali'ssy. Paris 1'777, p. 9. 
Jean Limosin verzierte viele Gefässe mit Bildern in Email, und 
darunter sind solche von sehr grossem Umfange. Auch eine Menge 
von Audachtsbildern finden sich von ihm, meistens Büsten von Heiligen. 
Andere Ausdrucksköpfe haben historische Namen. Er bezeichnete seine 
Werke mit den Initialen IL, welche öfters durch eine Lilie getrennt 
sind, woraus man schliessen wollte, er sei Emailleur du Roy gewesen. 
Man darf indessen die Limosinen mit den Buchstaben IL nicht mit 
den Werken des Jean Laudin verwechseln. Die Manier dieser beiden 
Emailmaler ist ganz verschieden. Laudin ist ein mittelmassiger Meister, 
welcher noch gegen Ende des 17. Jahrhunderts thätig war. Wir widmen 
ihm einen eigenen Artikel, wie dem Joseph Limosin. Mr. L. de La- 
borde beschreibt N0. 432-436 Werke von Jean Limosin. 
2725. Joseph Limosin, Emailleur von Limoges, war vermuthlich 
I L der Bruder des Jean Limosin, mit welchem er wenig- 
 71- L - stens gleichzeitig ist. Wie dieser, so bezeichnete auch 
Joseph einen Theil seiner Werke mit den Buchstaben IL, wie aus 
dem vorhergehenden Artikel zu ersehen ist. Die Zeit der Thätigkeit 
des Joseph Limosin fällt um 1590-1620. Man findet von diesem 
Künstler Ziergefässe mit historischen und allegorischen Darstellungen 
in Email auf schwarzem Grunde. Er bediente sich dabei der Kupfer- 
stiche des E. de Laulne, da er das Talent der Erfindung nicht besass. 
Im Allgemeinen erinnern seine Werke an jene von Jean Limosin, 
Susanne de Court und Martial Raymond, seine Zeichnung ist aber 
reiner, und die Tonche feiner, als in den Malereien der genannten 
Künstler. Seine Bilder sind theils farbig, theils mon0chrom,_ aber auch 
die Figuren seiner Grisaillen sind in den nackten Theilen in Fleisch- 
farbe gegeben. Die Gewänder höhte er in feinen Schraffirungen mit 
Gold auf. Den Grund zierte er mit Laubwerk und Arabesken. theils 
in Gold, theils in grünlichen Tönen. Ein Maler mit grösserem Talente 
hätte aber die schönen Compositionen des E. de Laulne mit mehr Geist 
übertragen. Graf L. de Laborde, Notice des Emaux. Paris 1852 p. 286, 
beschreibt von ihm ein Salzgefäss mit Minerva und den allegorischen 
Gestalten der Wissenschaften, und dem Namen des Künstlers. Dieses 
Gefass ist im Museum des Louvre, Limosin hat es aber oftwiederholt, 
und mit den Initialen bezeichnet. Zwei Gefasse dieser Art waren blS 
185i in der Sammlung d'Huyvetter in Gent, sie wurden aber muth- 
masslich einem Jean Leonard zugeschrieben.  
2726. Jean Laudin, Emailleur, arbeitete gegen Ende des 17. Jahr- 
I  hunderts in Limoges, wo er so viel producirte, dass. auf 
"LÄIL, seinem Namen eine gewisse Missachtung ruhte, welche 
sich auch im Fallen der Preise seiner Werke kundgab. Man stellte 
sie aber zurück ohne genaue Prüfung der Verdienste des Künstlers, 
ohne auf die Genauigkeit der Umrisse der Bilder, und auf den Schmelz" 
seiner Grisaillen zu sehen. Graf L. de Laborde, NQtice des Emaux. 
Paris 1852 pag. 311, stellte eine genaue PrüfungÄEY 19113116111. 
Namen Laudin oder mit den Initialen I L vorkommenden Emaillen an,
        

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