Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1579294
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1039 
5) Die Holztitelvignette mit dem den Drachen üherwindenden Lamm 
zu Lucae Osiandri Enchiridium Capitunz Bibliorum. Tubingae 
1601 , 8. 
6) Das Titelblatt zu Joaiiis Wolfii Lectimmm memorizbilium 
centenarü XVI. Lauingae 1600, fol. Zwischen den Buchstaben I L 
ist das Herz, das Messer fehlt. 
Dieses Werk enthält viele Abbildungen, die meisten sind aber 
ohne Zeichen. Ein Holzschnitt mit IL zu den Seiten eines Herzes 
stellt den Papst kuieend vor einer aus den Wolken reichenden und 
segnenden Hand vor. Neben ihm steht die Fahne mit den Schlüsseln, 
und ein Fuchs packt hinter dem Rücken des Papstes die herabhängende 
Kapuze des Ordensgewandes. Die Inschrift auf Seite 445 lautet: V0.1: 
eulpina perdet principatum. Vaticiaium IV. Zu_ Seite 453:4Vatz'cz'- 
nium XX., stellt der Holzschnitt einen Ordensgeistlichen mit Sichel 
und Rose vor. Neben ihm links bemerkt man einen nackten Fuss, 
und rechts auf dem Boden den grossen Buchstaben B I. N0. 1557. 
Aus diesem Artikel des ersten Bandes wird man ersehen, welche Be- 
wandtniss es mit dem Buche des J. Wolf habe. Das dritte Blatt mit 
IL und dem Herz zu Seite 584 stellt den Fuchs vor, wie er den 
Gänsen predigt. Letztere stehen mit Rosenkränzen in den Schnäbeln 
in Menge vor der Kanzel. Der zur Seite stehende Schalksnarr hält 
in seiner Kapuze eine Gans versteckt, und deutet nach dem Prediger, 
an dessen Kanzel das Zeichen angebracht ist. 
2721. Jan Livens, auch Lievens und Livius, Historienmaler, Ra- 
direr und Formschneider  geb. zu Leyden 
I LII   den 24. Oktober 1607, war Schüler von Peter 
I  I L Lastman, und trat 16_35 zu Antwerpen als freier 
' 1 ful- Meister auf. Man nimmt auch an, dass er da- 
selbst 1663 gestorben sei; Ch. Kramm fand ihn aber unter dem Jahre 
1661 in der Kammer van Pictura in Graveuhage als Bildniss- und 
Historienmaler eingetragen. Livens ahmte mit grösstem Glücke dem 
Rembrandt nach, und hinterliess eine bedeutende Anzahl von Gemäl- 
den, welche von jeher den Beifall der Kunstfrennde sich erworben 
hatten. Auch Zeichnungen sind von ihm vorhanden, darunter Bild- 
nisse in Kreidemanier. Man findet aber auch Landschaften in Bister, 
welche theils im Geiste Tizian's aufgefasst sind. Auf solchen Zeich- 
nungen steht der Name Livens de Junge. Man könnte daher auch 
einen jüngeren Jan Livens annehmen, und es wurde auch ein solcher 
unterschieden, ohne ermitteln zu können, ob der Historienmaler und 
Radirer Jan Livens der ältere, oder der jüngere sei. Wir glauben, 
dass sich der eine und derselbe Künstler auf den Landschaften in 
Bister Livens de Jonge genannt habe, weil er im Landschaftsfache 
nicht als Meister gelten wollte, da er in einer anderen Richtung seinen 
Ruf gegründet hatte. Wir wissen zwar auch von einem Johann An- 
dreas Livens oder Lievens, nach welchem Abraham Blooteling das 
Bildniss des Leydner Professors Abraham Heidanus gestochen hat, fol. 
Füssly unterscheidet ebenfalls einen Jan Livensz von unserm Meister, 
und dieser jüngere J. Livens soll um 1680 zu Paris in Kupfer geatzt 
haben. Diese Angabe entbehrt aber jeder Begründung. Man kann 
den Jan Andreas nicht darunter verstehen, weil Blooteling, welcher 
noch 1685 lebte, auf dem Bildnisse des Heidanus den Namen Jan 
Andre Livens pinw: 1672, und nicht Jan Livens oder Livensz de 
Jonge beifügte. Livens de Jonge müsste als Landschaftszeichner an- 
genommen werden, und einen solchen könnte man von unserm Meister 
unterscheiden. Allein es fehlt jeder Grund, den am Schlusse des Ver-
        

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