Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1579274
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Kolmar abe. von feinen Oelteren ein] augspurger bm (bur) e: De; 
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1499. I     mfate     lwrnungs dem got genad. [S 
    . Ich [ein jünger Hans burgkmair jm jar 1488. 
Jetzt ist uns Hans Largkmair auf einmal entschwunden, denn man 
kann nicht l mgkneair lesen. Das früher gemuthmasste l ist eher b, 
und der durch den Punkt ausgedrückte Buchstabe erscheint als ein 
beschädigtes u oder v. E. Förster liest entschieden burgkmair und 
sucht für Hans Burgkmair noch anderweitig die Identität der Handgchrift 
nachzuweisen. Daraus würde nun folgen, dass Hans Burgkmair 1488 
Schüler des M. Schonganer war, und dass er das Bildniss dieses Mei- 
sters, wenn auch. nicht gemalt, doch besessen habe. Nach dem Leben 
könnte er den Martin Schongauer keineswegs gemalt haben, denn das 
fragliche Bildniss in München stellt einen Mann in den ersten Dreis- 
sigern vor. Ueber dem Porträt steht: HIPSCH MARTIN SCHON- 
GAVER 1483. So liest man in München die Jahrzahl, nach welcher 
aber Burgkmair ausgeschlossen werden müsste, da er erst 1488 
als Schüler des Schongauei" genannt wird. Die Jahrzahl über dem 
Bildnisse ist aber auch nicht 1483, sondern 1453. Dasselbe Bildniss 
existirt noch einmal in der Gallerie zu Siena, und ist dort ganz deut- 
lich 1453 bezeichnet. Es frägt sich, welches Bild Copie ist. Erkennen 
wir, wie nicht unwahrscheinlich, in dem Gemälde das Originalporträt 
des Martin Schongauer, dann hat Burgkmair es von den Erben des 
Meisters in Kolmar erhalten, und der Zettel auf der Rückseite gibt 
seine Handschrift. In diesem Falle hat er aber das Bild nicht gemalt, 
sondern nur beigeschrieben, was ihm interessant schien. Die Ueber- 
schrift des Bildnisses muss aber schon ursprünglich vorhanden gewesen 
seyn. und es frägt sich weiter, 0b das Bild in Siena Copie sei. Der 
aufgeklebte Zettel des Münchener Bildnisses scheint für das Original 
zu sprechen. 
Damit wäre nun Hans Largkmair entfernt. In München wird ihm 
zwar noch ein zweites Gemälde zugeschrieben, Christus am Kreuze 
mit Maria und Johannes in kleinen Figuren mit der Bezeichnung: 
Im Jahr 1504. L. Wenn diese Inschrift ächt ist, so haben wir wohl 
einen Meister L, Hans Largkmair hat aber jetzt den Boden verloren. 
Es wird ihm zwar auch in der k. k. Gallerie zu Wien ein Altärchen 
mit den davon getrennten Flügeln zugeschrieben, es hat aber im Teeli- 
nischen nicht die geringste Aehnlichkeit mit dem Bildnisse Schon- 
gauefs. Ch. v. Mechel taufte 1783 den Verfertiger Hans Leykmann, 
welchen später Ch. Th. v. Murr fälschlich aus dem Zettel des Münch- 
ner Bildes herauslas. Sandrart kannte indessen ebenfalls einen Hans 
Larkmair, scheint ihn aber mit Hans Lindenmayer zu verwechseln. 
Wenn Fiorillo in seinen kleinen Schriften einen Hans Leyckmann fest- 
hält, so folgt er nur den Angaben bei Ch. v. Mechel und Ch. Th. v. 
Murr. Beide sind nicht historisch nachzuweisen, und müssen daher 
einem anderen Künstler Platz machen, nämlich dem Hans Lindenrnayer, 
dem Sohn des Kraft Lindenmayer in Ulm. Hans war Schüler des 
Martin Schongauer. Er malte in Oel und auf Glas, und wenn daher 
Gemälde mit I L vorkommen, so werden sie von Hans Lindenmayer 
herrühren. Nach Brulliot II. N0. 1563 findet man alte Gemälde mit 
diesen Initialen, welche dem unhaltbaren Hans Largkmair zugeschrie- 
ben wurden.  Hans Lindenmayer war in Ulm thätig. Im Jahre 1490 
schenkte er auf den Fronaltar der Pfarrkirche dasclbst ein silbernes 
Bild des hl. Johannes.
        

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