Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1579136
2682. 
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in ihren mannigfaltigen Stellungen keck und sicher gezeichnet, und 
mit einfachen Mitteln des Holzschnittes, meist ohne Kreuzschraffirung 
gegeben. Die auf den Fahnen der Landsknechte abgebildeten Wap- 
pen haben nicht die heraldische Form, wie in den gewöhnlichen 
Wappenbüchern, sondern nur das Hauptbild, welches dem Lande 
oder der Stadt als ursprüngliches Wappenzeichen angehört. Sotz- 
mann erkennt in diesen Figuren einen vollendeten Meister auf 
der Höhe der Kunst, wo er selbst den Vergleich mit Holbein in dessen 
grossen Costümiiguren nicht zu scheuen hat. Der grösste Theil der 
Holzschnitte ist mit den Initialen I. K. versehen, wie sie in der ersten 
Reihe facsimilirt sind. Doch kommen die Buchstaben auch geneigt 
und etwas kleiner vor. Drei Blätter sind mit dem Monogramm N0. 2669 
bezeichnet. H. 8 Z. Br. 5 Z. 3 L. 
Cyriak Jakob hat dieses Werk nicht blos gedruckt, sondern auch 
veranstaltet. In seiner undatirten Vorrede geht er von den bekannten 
vier Monarchien aus, und sagt dann, er habe aus eigener Liebhaberei 
die Wappen der Fürsten, Stände und Städte zusammengebracht, die 
zur Wahl eines römischen Kaisers gehören, und ihnen einen Auszug 
aus weiland Jakob Köbelis, Stadtschreibers von Oppenheim, Schrift von 
der Kaiserwahl und den deutschen Reichsständen Vordrucken lassen. 
Köbel, welcher selbst Buchdrucker war, hatte seine Schrift um 1532 
in einer lateinischen und in zwei deutschen Ausgaben zu Oppenheim 
und Mainz herausgegeben, und die deutschen Reichsstände darin nach 
der traditionellen Eintheilung in Quaternionen abgehandelt. In seinen 
deutschen Ausgaben laufen die Fürsten und Dynasten in einzelnen 
Figürchen, und die 16 Städte in kleinen Feldern mit ihren Wappen 
in schlechten Holzschnitten zwischen dem Text nach Ordnung der 
Quaternionen über mehrere Seiten fort. Cyriak beabsichtigte keine 
neue Ausgabe der Schrift des Jakob Köbel, er fügte seinen Holzschnit- 
ten nur eine bekannte, ihrem Inhalte nach verwandte Abhandlung des- 
selben bei, um einige Anhaltspunkte zur Erklärung der Figuren zu 
geben. Er bricht in KöbePs Schrift bei den Ständen mit den Dynasten 
ab, und die Quaternionen der Städte sind weggeblieben. Darauf folgen 
die 144 Fahnentrager auf beiden Seiten der Blätter mit den Landes- 
nnd Ortsnamen darüber. Die Holzschnitte 1-37 sind den Fürsten 
und Herren, und dann 83 den Städten gewidmet. Die 24 Blätter mit 
leeren Fahnen fügte er bei, um die mangelnden Wappen der Reichs- 
stände einzeichnen oder einmalen zu können. 
Aus der Vorrede des Cyriak Jakob geht deutlich hervor, dass J. 
Köbel mit dem Wappenbuch von 1545 nichts gemein hat, als den Aus- 
zug seiner Schrift über die Kaiserwahl und die deutschen Reichsstände. 
S. Feyerabendt beging aber in der Vorrede zur zweiten Ausgabe des 
Wappenbuches 1579 bereits den Irrthnm, den Jakob Köbel für den 
Urheber dieses Wappenbuches und den Sammler der Holzschnitte zu 
erklären, obgleich derselbe Auszug der Schrift des Köbel beigedruckt 
ist. Wer über diesen J. Köbel und seine Werke noch mehr wissen 
will, den verweisen wir auf den interessanten Artikel des Herrn Sotz- 
mann in Naumanws Archiv VI. S. 162 E. Hinsichtlich der mehrmals 
veränderten Signaturen der Holzschnitte in der ersten Ausgabe des 
Wappenbuches von 1545 bemerken wir nur noch, dass dieselben nicht 
zu gleicher Zeit, sondern an drei verschiedenen Orten gefertigt wur- 
den. C. Jakob sagt desswegen in der Vorrede, er habe die _Platten 
nicht auf einmal nach ihrer Reihe, sondern absatzweise, wie sie eben 
ankamen, drucken können. Die Signaturen laufen von A-L, von 
B-E und von a-c. Da nun die Platten in drei vßfSßhiedi-EIIEB 
Perioden geschnitten wurden, so könnte man annehmen, dass der Meister
        

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