Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1569810
303 
304. 
Nachbildung findet man aber in W. Y. Ott1ey's Collection of Fac- 
Similes of scarce and curious prints. London 1826, fol. Ottley 
glaubt, dass die Buchstaben GR den Besteller andeuten, was wohl 
möglich, aber nicht bewiesen ist. Die Bescheidenheit der damaligen 
Künstler lässt indessen nicht erwarten, dass der Goldschmied eine so 
auffallende Stelle für die Initialen seines Namens gewählt habe. 
303. Guido Reni, Maler und Radirer, ist oben unter dem Mono- 
 gramme No. 291 bereits eingeführt, und daher er- 
G R IIL, G;  ganzen wir hier nur den obigen Artikel. Die früh- 
eren Schriftsteller wollten ihn auch zum Form- 
GK Gdomw schneider machen, indem sie die Initialen G R In. 
1 auf Holzschnitten vorfanden. Diese Blätter sind von 
Bartolomeo Coriolano, und nach Zeichnungen von G. Reni in Helldunkel 
ausgeführt. Die Buchstaben GB stehen auch auf Kupferstichen nach 
Bildern dieses Künstlers, sie scheinen aber nicht auf Gemälden vorzu- 
kommen. Die mit Doppellinien gezogenen Buchstaben findet man auf 
einer Copie nach dem radirten Blatte B. No. 18. Es stellt zwei Kinder 
vor, welche auf ihren Schultern ein drittes tragen. Dieses hält einen 
Teller mit drei Gläsern empor. H. 5 Z. 2 L. Br. 4 Z. 9. L. Mit 
G110 R110 bezeichnet ist ein flüchtig radirtes Blatt von Girolamo Rossi, 
B. No. 5. Es stellt zwei nackte Kinder vor, wie sie nach dem entflohe- 
nen Vogel haschen. H. 7 Z. 2 L. Br. 9 Z. 7 L. 
304. Guillaume Bondelet SOll nach Bartsch xvr. p. 425 No.120 
D Kupferstiehe GB gezeichnet haben. Dieser Schrift- 
ß ä steiler schreibt ihm ein mitBden verkehrten Buch- 
sta en verse enes radirtes att zu, welches den 
GR-VER-OneF Einfluss der Schule von Fontainebleau verräth. 
Es zeigt eine Landschaft in ovaler Einfassung mit Figuren, und unten 
in der Mitte stehen die verkehrten Buchstaben. Höhe 7Z. 3L. Breite 
8 Z. 10 L. Historisch ist ein Bildhauer G. Rondelet, welcher zur Zeit 
des Philibert Delorme zur Aussehmückung des Schlosses von Fontaine- 
bleau beitrug. Der colossale Kamin von Bronze, ein Meisterstück da- 
maliger Zeit, wurde 1'793 in die Kanonengiesserei gebracht. Es frägt 
sich nun, ob dieser Meister das erwähnte Blatt radirt und gestochen 
hat. Die Zeichnung ist sicher nicht von ihm, sondern aller Wahr- 
scheinlichkeit nach von Primaticcio, welcher mit dieser Landschaft ir- 
gend eine Wandfläche des Schlosses geziert haben dürfte. Primaticcio 
hatte einige Gehülfen, und darunter nennt man ausser Guido Ruggieri 
auch einen Guillaume Rondelet, welchen Felibien von einem Jean Ron- 
delet unterscheidet, so dass er zwei Maler Rondelet herausfinden will. 
Spätere Schriftsteller nennen den Malergehülfen des Primaticcio Jean 
Guillaume Roudelet, und dieser, oder der eine von zweien, nicht der 
Bildhauer, ist wohl der Verfertiger des erwähnten Blattes. Von Guido 
Ruggieri kann keine Rede seyn, da das Blatt mit den ihm zugeschrie- 
benen Kupferstichen nicht stimmt, sondern mehr die Richtung des Le- 
onard Thiry (irrig Leo Daven) verrath. Von derselben Hand ist auch 
das Blatt mit der Bezeichnung: GR. VEBJmß F. In der Mitte sitzt 
Jupiter auf Wolken, und rechts und links von ihm Merkur und eine 
andere Gottheit, ebenfalls auf Wolken. Rechts unten sind zwei Zeilen 
Schrift, und aus der ersten: BOL. INVETQ, geht hervor, dass Primaticcio 
(Bolognese) die Zeichnung gefertiget hat. Unter dieser Zeile steht: 
GIL VERßne F. Die Abbreviatur ist uns räthselhaft. H. 8 Z. Br. 11 Z. 9L. 
Wir haben also jetzt nur einen muthmasslichen Guillaume Ron- 
delet als Maler und Kupferstecher, dass aber in der Mitte des 16. Jahr- 
hunderts eine Familie dieses Namens gelebt hat, beweiset Maistre
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.