Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
GK - IML
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1578804
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2602. 
REIVATVS F. Dieser Renatus ist ohne Zweifel Reue Boyvin, welcher 
das Blatt des Faggioli copirt haben dürfte, und zwar für den Verlag 
des Meisters mit dem Namen Jesu. Es handelt sich nicht um eine 
altere retouchirte Platte, oder gar um einen späteren Druck der Copie 
aus dem Verlage des Anton Salamanca. Der sich Renatus nennende 
Meister brachte Veränderungen an, welche im Originale und in der 
Copie des Salamanca nicht ersichtlich sind. Reue Boyvin stach für 
unsern Meister auch eine Folge von grotesken Masken, und zeichnete 
auf dem Titel: Renatus B. fecil. Die Blätter dieser Folge tragen, 
vielleicht nur im späteren Drucke, das Zeichen Jesu, und sie beweisen 
noch mehr als die Copie des Greises im Kinderwagen, dass jener 
Renatus nicht unser Monogrammist, sondern Reue Boyvin sei. Letzterer 
stach noch verschiedene andere Ornamente, aber mit grösserer Meister- 
schaft, als die Folge der Masken. Die Platten könnten indessen von 
dem Meister mit dem Namen Jesu retouchirt worden seyn, wie diess 
mit den Sibyllen u. s. w. der Fall ist. 
Bartsch XV. S. 512 E. beschreibt 18 Blätter mit dem Zeichen des 
Anonymus, wir vermehren aber das Verzeichniss. 
1) Der Auszug des Noah und seiner Familie aus der Arche, von 
links nach rechts hin. Links unten ist das Monogramm an einem 
Steine, und unter diesem steht: RAF. VR. IV. Rechts unten ist die 
Jahrzahl so DLVI. H. 11 Z. Br. 14 Z. 
Dieses Blatt ist Copie nach Jnlius Bonasone, B. No. 4. 
2) [B. 1] Die Verkündigung des Engels an Maria. Links unten 
das Zeichen und die Jahrzahl 1566. H. 12 Z. 6 L. Br. 9 Z. 8 L. 
3) Die_hl. Familie. Maria sitzt auf einer Art Tribüne mit dem 
Kinde im Schoosse, rechts stützt Joseph das Kinn auf die Hand, und 
links steht der kleine Johannes. Im Buche der Maria: Magnificat 
  progenies ti  Links unten am Boden: Michaelis Angeli 
Bonarolz", und rechts an der Stufe das Zeichen. Höhe 14 Z. 6 L. 
Br. 10 Z. 8 L. 
Dieses Blatt ist sehr selten. 
4) Die Ruhe der hl. Familie in einer schönen und reichen, vom 
Flusse durchzogenen Landschaft. An der Mauer in gerader Linie 
vom Kopfe der hl. Jungfrau bemerkt man das Zeichen. H. 9 Z. 9 L. 
Br. 12 Z. 9 L. 
Dieses sehr seltene Blatt gehört zu den Hauptwerken des Meisters. 
5) Maria mit dem Kinde auf dem Schoosse im Momente der Ver- 
mählung der hl. Catharina. Nach F. Parmegianino, mit dem Zeichen. 
H.5Z.9L. Br.7Z.4L. 
Dieses Blatt ist sehr selten. 
6) [B. 2] Die hl. Jungfrau mit dem Leichnam des göttlichen Sohnes 
auf dem Schoosse, die berühmte Pieta des Michel Angele. Rechts 
unten das Zeichen mit der Jahrzahl 1571. Im Cartouche: Michael 
Angelas Bonarotus Fluren. Divi. Petri. In Vaticano. Ex Vno Lapite. 
Matrem Ac Filium. Divini. Fecit. H. 15 Z. 9 L. Br. 10 Z. 
Ein Stich dieses berühmten Bildwerkes erschien 1547 bei Anton 
Salamanca in Rom. Es existirt auch eine gegenseitige alte Copie, und 
nach dem einen oder dem anderen Blatte ist der Stich des Meisters 
mit dem Jesuszeichen eopirt. 
7) Die Anbetung des Jesuskindes. Mit dem Zeichen, fol. 
Auf dieses Blatt macht Frenzel im Catalog Sternberg II. N0. 3409 
aufmerksam, seine Angabe ist aber sehr unbestimmt. 
8) St. Nichollo, nach Parmegianino, mit dem Zeichen. Wird in 
der Ottley-Gollection genannt, aber nicht genau beschrieben.
        

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