Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1558184
213. 
die Blätter citirt, in Cabinetten liegen sie aber nach Heineckeis Ord- 
nung. Die Anfertigung eines genauen Verzeichnisses der Blätter Oallofs 
ist indessen mit Schwierigkeiten verbunden, da verschiedene Abdrücke 
vorkommen, welche nach Beschaffenheit den Preis bedeutend erhöhen, 
oder herabdrüeken. Von grosser Seltenheit sind die alten Abdrücke 
vor dem Namen des Künstlers und der Verleger Israel und Silvestre, 
vor der weiteren Schrift, und vor den Nummern bei ganzen Folgen. 
Doch gibt es auch erste, sehr seltene Drücke mit der Adresse eines 
Verlegers. Wir nennen beispielsweise zwei Hauptwerkc des Künstlers: 
La vie de Penfant prodigue etc. 11 Blätter von 1635. H. 2Z. 3 L. 
Br. 3 Z. 
Im ersten Drucke fehlt im Unterrande die französische Erklärung 
des Gegenstandes, der Titel auf dem ersten Blatte, die Dedication an 
den Marquis de Breze, und das Wappen desselben. Dagegen ist die 
Adresse angegeben: Cum priuilege Reg. Israel ewcudit. 
Les Miseres et les Malheurs de la Guerre represemez par Jacques 
CalIot noble Lorrain et ma's en lumiere pur Israel son amy. A Paris 
163.3. 18 Blätter. H. 3 Z. 4 L. Br. 6 Z. 10 L. 
Die alten sehr seltenen Abdrücke haben keine Verse im Unter- 
rande und keine Nummern, nur die Adresse: Israel ex Cum Priuil. Reg. 
Die Abdrücke ohne Adresse sind späterer Art, da diese zugelegt wurde. 
Zweiter Art sind jene mit den Versen und der Adresse. Nur ein 
paar Blätter dieser Folgen tragen das Monogramm des Künstlers. 
Eine Curiosität von grösster Seltenheit ist der Abdruck des Carro 
d'Amore ridolto in Vascello. eines Wagens in Form einer Galeere mit 
Feuerwerk, welcher auf dem Wasser hinrollt. Die Platte hatte Callot 
nicht ganz vollendet, es wurden aber doch einige Abdrücke gemacht, 
und zwar von der unzertheilten Platte mit drei Zeilen Text im Rande. 
Später fand sie Sig. Fagnani unter alten Knpferplatten wieder auf, 
und dieser liess nun dieselbe vor dem Drucke durchschneiden. Man 
findet daher, aber ebenfalls sehr selten, Abdrücke in zwei Theilen mit 
der gegebenen Inschrift. 
Eine eben so grosse Seltenheit ist ein Blatt mit Christus am 
Kreuze zwischen den Mördern, wie ihm Longinus die Seite durch- 
sticht. Diese Darstellung ist nur im Umriss gestochen. H. 3 Z. 3 L. 
Br. 2 Z. 6 L. 
Das Werk des J. Callot ist übrigens ziemlich reich an mehr oder 
weniger bekannten Seltenheiten, wir beschliessen es aber mit den er- 
wähnten Blättern, da. in den bestehenden Handbüchern nicht in der 
Art darauf hingewiesen ist. 
213. Unbekannter Zeichner oder Formschneider, welcher in Leyden 
c gelebt zu haben scheint. Wir ltennen eine schöne Buchdrucker- 
Vignette von seiner Hand. än lfinenl mit Figuren und Schweif. 
werk gezierten Rahmen stehen er ues und Minerva, und die Um- 
schrift des inneren Ovales besagt: Co-ncordia Invicza. Oben halten 
zwei Engel ein oifenes Buch, in welchem steht: Sacra Scriptura. Das 
Zeichen steht unten in der Mitte, 12.  
Diese Vignette findet man in folgendem Werke: Gcnealoyia illu- 
strissimorum Comitum Nassoviae In quu Orfgio   ab anno 682 
ad praesentem hunc 1616. Lugduni Batavomm. Apud Joannem Orlers 
Ano 1616, fol. Die in Kupfer gestochenen Bildnisse der Grafen von 
Nassau sind von Adrian Schoonebeclr. Der Zeit nach könnte diese 
Vignette von Christoph Jegher geschnitten seyn. Er lebte aber nicht 
in Leygen, sondern in Antwerpen. Uebrigens zeichnete er gewöhnlich 
C 1., o er 1 C I.
        

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